TV-Tipp ohne Werbung: Western-Klassiker mit absolutem Topstar und grandiosen Naturbildern
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Ihr liebt „Vom Winde verweht“, wünscht euch nur, dass der Mega-Klassiker vielleicht die eine oder andere Westernszene mit Schusswechseln mehr gehabt hätte? Dann solltet ihr heute Abend den TV-Tipp von FILMSTARTS-Autor Oliver Kube einschalten.

1945/46: „Vom Winde verweht“-Produzent David O. Selznick pumpte die damals nahezu unvorstellbar anmutende Summe von über sechseinhalb Millionen Dollar in die Herstellung eines Westerns, mit dem er den umwerfenden Erfolg seines Meisterwerks wiederholen wollte. Dazu steckte die Hollywood-Größe noch zwei weitere Millionen in die Werbung – eine Summe, die die Herstellungskosten der meisten anderen zeitgenössischen Filme locker überschritt.

In Bezug auf die Ticketverkäufe avancierte „Duell in der Sonne“ zum erfolgreichsten Film des Kinojahres in den USA. Die immensen Kosten konnte er dennoch nur haarscharf wieder einspielen. Dafür ist er mit seinen atemberaubenden Naturaufnahmen, einer mitreißenden Story sowie Superstar Gregory Peck („Die Kanonen von Navarone“) in einer seiner seltenen Rollen als Bösewicht auch 80 Jahre später noch mehr als ansehnlich und mitreißend. Heute Abend könnt ihr dies selbst überprüfen:

Arte zeigt „Duell in der Sonne“ am heutigen 27. Juli 2026 um 20.15 Uhr. Eine Wiederholung folgt am 2. August um 12.40 Uhr. Alternativ könnt ihr den Klassiker aktuell ohne Abo auf Joyn* oder sogar ganz legal auf YouTube streamen – letzteres allerdings nur auf Englisch. Wer sich den Western-Evergreen gern und vor allem in der noch gut zehn Minuten draufpackenden Langfassung dauerhaft ins Regal stellen möchte, fährt mit der Blu-ray bestens, die euch FILMSTARTS-Heimkino-Experte Sidney Schering vor ein paar Jahren näher vorgestellt hat:

Falls ihr ein Abo von Amazon Prime Video haben solltet, könnt ihr den Film dort übrigens ebenfalls ohne Aufpreis streamen*. Dazu müsst ihr euch lediglich für den siebentägigen Gratis-Test des auf Wildwest-Oldies spezialisierten Gringo-Channels* anmelden. Sofern ihr vor Ablauf des Probezeitraums nicht wieder stornieren wollt, werden im Anschluss daran 3,99 Euro pro Monat fällig.

Ein chaotischer Dreh und aufgebrachte Moralhüter

Nach dem phänomenalen Welterfolg von „Vom Winde verweht“ (1939) versuchte Produzent David O. Selznick mehrfach, diesen zu reproduzieren. Mit der Adaption des 1944 erschienenen Romans „Duell in der Sonne“* von Niven Busch glaubte er es sieben Jahre später endlich zu schaffen. Die sich ebenfalls wieder um eine von Leidenschaft und Gewalt geprägte Dreiecks-Liebesbeziehung drehende, von unberechenbaren Charakteren bevölkerte Story spielt allerdings nicht im nordamerikanischen Bürgerkrieg, sondern führt uns in den Wilden Westen.

Selznick schrieb selbst das Skript und soll bei den Dreharbeiten sehr involviert gewesen sein – so sehr, dass sein Regisseur King Vidor („Krieg und Frieden“) mehrfach das Handtuch werfen wollte und Selznick einige Szenen selbst inszenieren musste. Die Aufnahmen dauerten fast eineinhalb Jahre, während Selznick eine ganze Reihe von etablierten Regisseuren (unter anderem Josef von Sternberg, William Dieterle, William Cameron Menzies, Otto Brower und Sidney Franklin) anheuerte und schnell wieder feuerte, bevor er endlich Vidor den Job zumindest größtenteils machen ließ.

Aufgrund zahlreicher für die damalige Zeit zu provokanter Liebesszenen musste das Werk kurz vor der Veröffentlichung noch massiv geschnitten werden. Selznick nutzte das Ganze ausführlich für die Publicity. Dieser Ruf führte dazu, dass sein Film den Spitznamen „Lust In The Dust“ (deutsch: „Lust im Staub“) erhielt. Heutzutage kann man über derlei moralische Bedenken nur lächeln. Damals führten die zahlreichen „heißen Momente“ allerdings dazu, dass „Duell in der Sonne“ in diversen Bundesstaaten im erzkonservativen Süden der USA gar nicht erst gezeigt wurde. Auch das wurde wieder gewinnbringend genutzt, um den Titel in den Territorien, in denen er in den Kinos lief, zu bewerben.

Duell in der Sonne
Duell in der Sonne
Starttermin 17. Oktober 1952 | 2 Std. 18 Min.
Von King Vidor, Otto Brower, William Dieterle
Mit Jennifer Jones, Gregory Peck, Joseph Cotten
User-Wertung
3,2

Dabei hat „Duell in der Sonne“ doch deutlich mehr zu bieten als nur einen zweifelhaften Ruf. Ganz speziell sind da die epischen, fantastisches Western-Feeling vermittelnden Aufnahmen der Prärie zu nennen – größtenteils geschossen im Tucson Mountain Park in Arizona und im kalifornischen Wildwood Regional Park westlich von Los Angeles. Aber auch die Darsteller*innen-Riege machte einen großartigen Job. Neben dem gekonnt gegen sein Helden-Image anspielenden Gregory Peck sind hier besonders Jennifer Jones (Oscar für „Das Lied von Bernadette“), Joseph Cotten („Citizen Kane“) und Lillian Gish aus „Denen man nicht vergibt“ zu nennen.

Schaut euch „Duell in der Sonne“ an und genießt ein gelegentlich vielleicht etwas überdramatisiertes, aber dennoch immer mitreißendes Wildwest-Spektakel.

"Duell in der Sonne": Das ist die Story

Der Wilde Westen in den 1880ern: Nachdem ihr Vater für den Mord an ihrer zum lokalen Ureinwohnerstamm zählenden Mutter sowie deren Liebhaber aufgehängt wurde, steht die junge Pearl (Jennifer Jones) ganz allein da. Notgedrungen muss sie zu entfernten, ihr überhaupt nicht bekannten Verwandten nach Texas ziehen. Der wohlhabende Rancher McCanles (Lionel Barrymore) ist aufgrund seiner rassistischen Ressentiments alles andere als begeistert. Seine Gattin Laura Belle (Lillian Gish) nimmt die junge Frau jedoch mit Wärme und Großzügigkeit auf.

Und dann wären da noch die beiden Söhne ihrer Gastgeberfamilie: der besonnene und nach seiner Mutter kommende Anwalt Jesse (Joseph Cotten) und der rüpelhafte, draufgängerische Lewt (Gregory Peck). Es dauert nicht lange und beide Brüder fühlen sich zu dem attraktiven Neuankömmling hingezogen. Die daraus resultierenden Spannungen und Eifersuchtsszenen im Hause der McCanles nehmen schon bald verheerende Ausmaße an...

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Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.
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