Ist plötzlich Sylvester Stallone am Telefon und bietet eine Rolle an, würden wahrscheinlich die meisten Schauspieler*innen ohne zu zögern zusagen. Genau diese Möglichkeit hatte Jackie Chan. Sylvester Stallone soll den Martial-Arts-Schauspieler für den Part des Schurken im Sci-Fi-Action-Kult „Demolition Man“ (1993) angesprochen haben. Doch Jackie Chan gab dem „Rocky“-Darsteller eine Abfuhr!
Dabei kam das Angebot für Jackie Chan eigentlich wie gerufen: Filme wie „Die Schlange im Schatten des Adlers“ (1978) oder „Sie nannten ihn Knochenbrecher“ (1973) hatten ihn in Asien bereits zur Bekanntheit gemacht, doch im amerikanischen Kino hatte er den großen Durchbruch bis dato noch nicht geschafft. Außerdem versprach „Demolition Man“ mit seinem enormen Budget und atemberaubenden Action-Szenen ein Hit zu werden. Es war das perfekte Sprungbrett, um zum internationalen Star zu werden.
Der Grund für die Absage waren aber keineswegs die anstrengenden Stunts, schließlich hatte der „Rush Hour"-Schauspieler seine Karriere im Filmgeschäft als Stuntman angefangen. Es lag an einer kleinen Sache, die Chan dazu brachte, „Demolition Man“ und sogar noch einen weiteren Film mit Stallone auszuschlagen. So sollte er eigentlich auch im vierten „Rambo"-Film einen Drogendealer spielen. „Ich habe alle Angebote abgelehnt, weil diese Rollen nicht zu mir passten“, so Chan (via First Curiosity).
Sein Ruf als Held war ihm wichtiger
Jackie Chan sorgte sich nämlich um seinen Ruf, wenn er die Rolle des Antagonisten Simon Phoenix oder die eines Drogendealers übernehmen würde. Er wollte einfach keine Böswichte spielen, weil er sich das Image eines Helden aufgebaut hatte – und das wollte er auf keinen Fall zerstören. Mut und Humor sind Eigenschaften, die mit ihm assoziiert werden sollten, nicht Skrupellosigkeit und Gewalt. Er befürchtete, die kriminellen Rollen würden ihm jahrelang einen bitteren Beigeschmack verleihen.
Außerdem wollte er sich in der Traumfabrik Hollywood ganz eigenständig etablieren. Genau das sollte er kurze Zeit später mit „Rumble In The Bronx“ (1995) auch schaffen, und spätestens nach der Action-Komödie „Rush Hour“ (1998) wurde er zum internationalen Star.
Und auch ohne Jackie Chan wurde „Demolition Man“ zum versprochenen Erfolg. Mit Wesley Snipes („Blade“) fand man die ideale Besetzung für die Rolle des Simon Phoenix. Ganz auf Jackie Chan wird im Film aber nicht verzichtet, denn er wird als Hommage erwähnt. Lenina Huxley – gespielt von Sandra Bullock – erklärt, dass sie alle Kampfsport-Moves aus Jackie-Chan-Filmen gelernt hat. So trägt er sogar in „Demolition Man“ das Image eines Helden.
Es folgten noch mehr Absagen
Laut Chans Autobiografie „Never Grow Up" wollte der „Rocky"-Darsteller ihn nach diesen Absagen Jahre später außerdem für „The Expendables 2" und „The Expendables 3" gewinnen – doch auch hier kam eine Zusammenarbeit nicht zustande. Die Gründe hierfür waren Terminkonflikte und die Angst, nur eine kleine Rolle zu spielen. (via ScreenRant).
Übrigens kommt es oft vor, dass Schauspieler*innen Rollen ablehnen. Auch Nicole Kidman wies einst eine vielversprechende Rolle ab, allerdings aus einem ganz anderen Grund als Jackie Chan. Die ganze Story lest ihr hier:
"Der Schutz meiner Familie steht an erster Stelle": Nicole Kidman lehnte einen Film ab, der ihr einen Oscar hätte einbringen können*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.