Das Kino der 1990er-Jahre wurde von vielen großen Filmstars geprägt, die auch heute noch auf der Leinwand aktiv sind. Einer dieser Megastars ist zweifellos Nicole Kidman. Spätestens nach „Tage des Donners“ (1990) zählte sie zu den bekanntesten Gesichtern Hollywoods – nicht nur wegen ihrer privaten Beziehung zu Co-Star Tom Cruise, sondern auch dank ihres Rufs als außergewöhnlich vielseitige Schauspielerin.
Der heißbegehrte Oscar war da nur eine Frage der Zeit: Nachdem Kidman bereits als Satine in Baz Luhrmanns schillerndem Musical „Moulin Rouge“ (2001) als beste Hauptdarstellerin nominiert wurde, konnte sie die Jury ein Jahr später vollends überzeugen. Für die Darstellung der britischen Autorin Virginia Woolf im Drama „The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (2002) nahm sie den Goldjungen mit nach Hause – rückblickend kaum vorstellbar, dass sie vorher eingehend vor dem Film gewarnt wurde:
"Das ruiniert deine Karriere": Nicole Kidman wurde ausdrücklich vor ihrem wichtigsten Film gewarntBis heute ist das der einzige Oscar, den die „Moulin Rouge“-Darstellerin gewann. Möglicherweise wäre ein zweiter Academy Award hinzugekommen, hätte Nicole Kidman nicht die Hauptrolle in „Der Vorleser“ (2008) abgelehnt, der Verfilmung von Bernhard Schlinks gleichnamigem Bestseller.
Nach dem gemeinsamen Erfolg von „The Hours“ wollte Regisseur Stephen Daldry Nicole Kidman auch für sein nächstes Projekt gewinnen. Eigentlich sah er Kate Winslet für die Rolle der geheimnisvollen Hanna Schmitz vor. Als diese wegen Terminproblemen absagen musste, wandte sich Daldry an Kidman.
Und auch Nicole Kidman lehnte ab. Der Grund dafür war ihre Schwangerschaft. Später erklärte die gebürtige Australierin: „Meine Arbeitsweise würde mein Baby beeinträchtigen. Ich wurde schwanger und sollte eigentlich ‚Der Vorleser‘ drehen. Und sie sagten: ‚Oh, kannst du das trotzdem machen?‘ Aber ich kann schwanger nicht arbeiten“ (via Far Out Magazine).
Die Rolle der Straßenbahnschaffnerin Hanna Schmitz, die eine Affäre mit dem sehr viel jüngeren Schüler Michael (David Kross) anfängt, der ihr regelmäßig Bücher vorliest, ging daraufhin doch an Kate Winslet. Damit konnte die „Titanic"-Darstellerin ihren ersten und bisher einzigen Oscar ergatterten. „Der Vorleser“ wurde außerdem für vier weitere Academy Awards nominiert, darunter auch in der Königskategorie Bester Film.
Ihre Familie ist das Wichtigste
Ob Nicole Kidman ihre damalige Entscheidung bereute? Wohl kaum, immerhin sagte sie: „Ich weiß heute ganz genau, dass die Unversehrtheit und der Schutz meiner Familie immer an erster Stelle steht, und sollte diese jemals in Gefahr sein, steht das außer Frage.“ (via Far Out Magazine).
Und auch ohne „Der Vorleser“ hat der australische Filmstar ja eine beeindruckende Karriere hingelegt, man denke nur an „Eyes Wide Shut“ (1999), „Dogville“ (2003) oder „Babygirl“ (2024). Wer weiß, vielleicht kommt der zweite Oscar-Sieg auch noch irgendwann – schließlich ist sie vor der Kamera weiterhin sehr aktiv.
Übrigens: Robert De Niro, Jack Nicholson und Nicolas Cage haben einen Film abgelehnt, der später zum Kult-Klassiker avancierte. Hier erfahrt ihr mehr dazu:
"Widerlich und ekelhaft": Robert De Niro, Jack Nicholson und Nicolas Cage lehnten einen Film ab, der heute Kultstatus genießt*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.