Heute im TV: Zwei Comedy-Superstars müssen sich im Zweiten Weltkrieg an der Front durchschlagen

FILMSTARTS-Autor Oliver Kube hat das französische Comedy-Genie Louis de Funès schon als Kind geliebt und hält ihn immer noch in höchsten Ehren. Den größten Kinohit des Stars könnt ihr am Abend im Free-TV sehen. Viel Freude dabei!

Seid ihr gestern Abend unserem TV-Tipp gefolgt und habt euch „Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe“ angesehen? Dann habt ihr wie ich sicher Lust auf einen weiteren Filmspaß mit Louis de Funès, oder? Könnt ihr haben. Denn zu etwas späterer Stunde wird mit genau einem solchen im Free-TV nachgelegt:

Die große Sause“ läuft am heutigen 5. August 2026 um 22.20 Uhr auf Nitro. Eine Wiederholung ist derzeit nicht vorgesehen. Falls ihr bereit seid, ein paar Euro zu investieren, könnt ihr aber auf Blu-ray und DVD oder ein Video-on-Demand ausweichen:

Solltet ihr ein Abo bei Amazon Prime Video haben, könnt ihr den Kriegskomödien-Klassiker dort übrigens ganz ohne Aufpreis streamen*. Dazu müsst ihr euch lediglich für den siebentägigen Gratis-Test des AllStars-Channels* anmelden. Sofern ihr vor Ablauf des Probezeitraums nicht wieder stornieren wollt, werden im Anschluss daran 3,99 Euro pro Monat fällig.

Erst "Titanic" konnte "Die große Sause" schlagen

Mit seinem dortigen Kinostart am 8. Dezember 1966 zerschmetterte „Die große Sause“, der hierzulande zeitweise auch unter dem Alternativtitel „Drei Bruchpiloten in Paris“ lief, in Frankreich binnen kürzester Zeit sämtliche Besucherrekorde. Mit über 17 Millionen verkauften Eintrittskarten avancierte das Werk von Regisseur Gérard Oury („Die dummen Streiche der Reichen“) zum erfolgreichsten Film der französischen Kinogeschichte.

Diesen Status sollte „Die große Sause“ über 30 Jahre behalten, bis er 1998 schließlich von James Camerons „Titanic“ abgelöst wurde, der mit 22,3 Millionen Besucher*innen bis heute an der Spitze steht. Als erfolgreichster einheimischer Film aller Zeiten wurde er sogar erst 2008 abgelöst, als „Willkommen bei den Sch’tis“ 20,5 Millionen unserer westlichen Nachbarn in die Lichtspielhäuser lockte.

Wenn ihr euch „Die große Sause“ heute anschaut, werdet ihr schnell merken, warum er eine solch enorme Anziehungskraft auf die Franzosen entwickeln konnte. Nicht nur wurde der Film von Gérard Oury umwerfend witzig geschrieben und mit einem für das europäische Kino von damals ungewöhnlich großen Aufwand umgesetzt, sodass er visuell durchaus mit Hollywood-Produktionen mithalten konnte.

Zudem bot das Spektakel zwei der neben Fernandel damals größten gallischen Comedy-Stars in den Hauptrollen: Louis de Funès und den einfach immer liebenswerten Bourvil. Beide Männer hatten bereits im Vorjahr mit dem ebenfalls von Oury realisierten „Louis, das Schlitzohr“ gemeinsam schwer abgeräumt. Zu ihnen gesellte sich dann auch noch der britische Star Terry-Thomas, den Millionen von Filmfans aus den kurz zuvor zu Welterfolgen avancierten „Eine total, total verrückte Welt“ und „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ kannten und liebten.

Die große Sause
Die große Sause
Starttermin 15. September 1967 | 2 Std. 12 Min.
Von Gérard Oury
Mit Bourvil, Louis de Funès, Claudio Brook
User-Wertung
3,1

Das Schönste an „Die große Sause“ ist, dass der nun schon sechs Dekaden alte Film auch heute noch funktioniert. Da unter anderem weiterhin jede Menge neue Filme über den Zweiten Weltkrieg gemacht werden, wissen wir alle doch recht gut über diese Ära Bescheid. Insofern ist die Story kaum gealtert. Und auch wenn einige der verbratenen Klischees über Deutsche, Briten und Franzosen mittlerweile zumindest teilweise überholt wirken mögen, macht zumindest mir der lockere Umgang mit ihnen vor diesem ernsten Hintergrund ebenfalls unverändert Spaß. Ich bin mir sicher, dass es den meisten von euch ebenso ergehen wird und ihr viel Freude an „Die große Sause“ und dem wunderbaren Zusammenspiel seiner Stars haben werdet.

"Die große Sause": Das ist die Story

1942, der Zweite Weltkrieg tobt in Europa: Von der deutschen Flugabwehr schwer getroffen, muss die Besatzung eines britischen Bombers mitten über Paris mit dem Fallschirm aus seiner brennenden Maschine springen. Dabei landen sie an unterschiedlichen Plätzen. Um der Ergreifung durch Wehrmacht und SS zu entkommen, wollen sie sich zum für diesen Fall als Treffpunkt vereinbarten türkischen Bad durchschlagen.

Peter Cunningham (Claudio Brook) gerät dabei an den herzensguten, aber arg tollpatschigen Anstreicher Augustin Bouvet (Bourvil) und Kommandant Sir Reginald Brook (Terry-Thomas) kommt vorübergehend zwischen den Tieren im städtischen Zoo unter. Der draufgängerische Alan MacIntosh (Mike Marshall) landet schließlich in der Oper beim exzentrischen Stardirigenten Stanislas Lefort (Louis de Funès).

Nachdem die Luft rein zu sein scheint, machen sich die fünf Männer mit tatkräftiger Unterstützung der einheimischen Puppenspielerin Juliette (Marie Dubois aus Truffauts „Schießen Sie auf den Pianisten“) und der für die Résistance arbeitenden Nonne Marie-Odile (Andréa Parisy, „Balduin, der Trockenschwimmer“) auf den Weg. Sie wollen durch den besetzten Teil Frankreichs, um in den zumindest noch halbwegs selbstbestimmten Süden zu gelangen. Doch die Deutschen unter Major Achbach (Benno Sterzenbach, „Raumpatrouille Orion“) sind ihnen stets dicht auf den Fersen …

Einen komplett anderen Weltkriegs-Klassiker empfehle ich euch übrigens im folgenden Artikel. Schaut doch mal rein:

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Oliver Kube
Oliver Kube
-Freier Autor & Kritiker
Das Schulfach Französisch hätte Oliver Kube um ein Haar das Abitur gekostet. Dennoch liebt er das so vielfältige und facettenreiche Kino unseres Nachbarlandes – von François Truffaut und Jean-Luc Godard bis Céline Sciamma, Jacques Audiard, Gaspar Noé oder Quentin Dupieux.
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