Gerade erst machte Robert Pattinson in Christopher Nolans „Die Odyssee“ als machthungriger Antinoos dem von Matt Damon gespielten Titelhelden und dessen Familie das Leben schwer. Doch demnächst tauscht er das antike Ithaka gegen amerikanische Fernsehstudios, wobei es eine Gemeinsamkeit gibt. Denn erneut verkörpert er eine Figur, die von ihrem eigenen Ehrgeiz zunehmend verschlungen wird.
In „Primetime“ spielt Pattinson den realen US-Journalisten und Moderator Chris Hansen. Dieser wurde in den 2000er-Jahren durch das kontroverse TV-Format „To Catch A Predator“ zum landesweit bekannten Fernsehstar. Nachdem Ende Mai bereits ein kurzer Teaser veröffentlicht wurde, legt A24 jetzt mit dem ersten langen Trailer nach. In den deutschen Kinos startet „Primetime“ am 24. September 2026.
Darum geht es in "Primetime"
Mitte der 2000er-Jahre ist „To Catch A Predator“ bereits eine unglaublich populäre TV-Sendung. Für die Sendung gaben sich Erwachsene in Online-Chats als Minderjährige aus und verabredeten sich mit Männern, die glaubten, auf Jugendliche zu treffen. Am vermeintlichen Treffpunkt warteten jedoch versteckte Kameras, Chris Hansen und häufig auch die örtliche Polizei.
Als der TV-Sender die Show sogar in die beste Sendezeit platziert, ist für Hansen klar, dass man jetzt sogar den aktuell erfolgreichsten Serien-Hit übertreffen wird: „Wir werden größer als ‚Lost‘“, tönt er so im Trailer. Doch dafür reicht es nicht, nur „kleine Fische“ zu erwischen, sondern er will einen besonders spektakulären Fall vor die Kamera bringen.
Ein Blick auf amerikanische TV-Geschichte
Der Trailer macht bereits deutlich, dass „Primetime“ nicht bloß die Jagd auf mutmaßliche Sexualstraftäter nacherzählen, sondern sich vor allem auf Hansens auch durchaus umstrittene Rolle konzentrieren wird. Bereits im vergangenen Jahr machte die gefeierte, hierzulande bei Paramount+ verfügbare Dokumentation „Predators“ auf die vielen Kontroversen rund um die TV-Sendung aufmerksam. Schließlich stellt sich die Frage, wann aus investigativem Journalismus mit hehrem Ziel öffentliche Demütigung und sensationsheischende Unterhaltung werden, die mitunter auch Unschuldige ins Visier nimmt.
Es wird spannend, wie „Primetime“ das Thema behandelt. Regie führte Lance Oppenheim, der bislang vor allem mit Dokumentarfilmen und -serien wie „Some Kind Of Heaven“, „Spermworld“ und „Ren Faire“ auffiel. Der Thriller, den die Indie-Erfolgsschmiede A24 („Everything Everywhere All At Once“) herausbringt, ist sein erster Spielfilm. Neben Robert Pattinson gehören „Superman“-Darsteller Skyler Gisondo, Merritt Wever („Unbelievable“), Matthew Maher („Our Flag Means Death“), Bokeem Woodbine („Fargo“) und die Sängerin Phoebe Bridgers in ihrem Schauspieldebüt zum Cast. Produziert wurde der Film von „Hereditary“-Regisseur Ari Aster.
Nachfolgend haben wir auch noch den vorherigen Teaser für euch: