Einer der berüchtigtsten Cop-Thriller aller Zeiten kehrt zurück – hier ist der Trailer zur neuen Version eines Kult-Regisseurs

Nach Harvey Keitel und Nicolas Cage wird der nächste Star zum völlig entgleisten Polizisten. „Ichi The Killer“-Kult-Regisseur Takashi Miike hat mit „Bad Lieutenant: Tokyo“ einen neuen Ableger für das Franchise gedreht. Hier ist der Trailer:

1992 drehte Abel Ferrara mit „Bad Lieutenant“ einen der kompromisslosesten Cop-Thriller seiner Zeit. Harvey Keitel spielt darin einen korrupten Polizisten, der zwischen Drogen, Gewalt, Glücksspiel und den eigenen moralischen Abgründen immer tiefer abstürzt. Schon bei der Premiere in Cannes sorgte der Film für Aufsehen und gilt seitdem trotz oder gerade wegen seiner expliziten Inhalte als berüchtigtes Kultwerk.

2009 griff Werner Herzog den Titel für „Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen“ erneut auf. Nicolas Cage spielte darin einen drogenabhängigen Polizisten im New Orleans nach dem Hurrikan Katrina. Herzogs Film ist kein klassisches Remake, sondern eine völlig neue Geschichte, die nur das grundlegende Thema behält.

Mit genau diesem Ansatz sollen weitere „Bad Lieutenant“-Versionen folgen. Produzentenlegende Edward R. Pressman hatte sogar ein Mega-Franchise im Sinn, das Ableger rund um die Welt beinhaltet. Vor seinem Tod 2023 konnte er das selbst nicht mehr realisieren, doch sein Sohn Sam Pressman setzte die Arbeit fort. Jetzt gibt es mit „Bad Lieutenant: Tokyo“ den ersten Ableger dieser neuen internationalen Reihe. Dafür verantwortlich ist Takashi Miike, das berühmt-berüchtigte Regie-Enfant-Terrible hinter „Ichi The Killer“, „Audition“, „13 Assassins“ und „Dead Or Alive“.

Bad Lieutenant: Tokyo
Bad Lieutenant: Tokyo
Von Takashi Miike
Mit Shun Oguri, Lily James, Liv Morgan

Das ist "Bad Lieutenant: Tokyo"

In der japanisch-amerikanischen Co-Produktion tritt der unter anderem aus „Godzilla vs. Kong“ bekannte japanische Superstar Shun Oguri in die Fußstapfen von Keitel und Cage. Er verkörpert natürlich ebenfalls einen Polizisten am Abgrund, wofür nicht nur seine Spielsucht, sondern auch eine ganze Reihe selbstzerstörerischer Entscheidungen gesorgt haben. Dass er korrupt ist, wissen sogar all seine Kollegen.

Als die Tochter (WWE-Wrestlerin Liv Morgan) eines mächtigen Politikers entführt wird, kommt eine amerikanische FBI-Agentin (Lily James) nach Tokio und befindet sich bald auf Konfrontationskurs mit dem Bad Lieutenant. Der kurze Trailer deutet bereits an, dass sich daraus ein fiebriger und brutaler Neo-Noir-Trip durch die kriminelle Unterwelt entwickelt, bei dem noch ein psychopathischer Killer eine Rolle spielt.

"Bad Lieutenant" – auch beim 3. Mal ist ein besonderer Regisseur am Ruder

Für „Bad Lieutenant: Tokyo“ haben sich der japanische Arm von Sony („Spider-Man: Brand New Day) und der immer wieder für seine außergewöhnlichen Titel gefeierte US-Verleih NEON („Parasite“, „Anora“) zusammengetan. Während es in Japan bereits am 28. August 2026 den Kinostart geben wird, folgt in Nordamerika im September 2026 eine Premiere beim renommierten Filmfestival in Toronto. Einen deutschen Starttermin gibt es noch nicht.

Nach Abel Ferrara und Werner Herzog wurde auch für die neuste Version ein kompromissloser Autorenfilmer angeheuert, was ganz im Sinne von Edward R. Pressman sein dürfte, der über seine Karriere vor allem mit Ausnahmeregisseuren wie Oliver Stone („Platoon“) und Terrence Malick („Badlands“) zusammenarbeitete.

Takashi Miike besitzt wahrscheinlich eine der umfangreichsten und abwechslungsreichsten Filmografien der Gegenwart. Er inszenierte in seiner Karriere bereits weit über 100 Titel, von Kinderfilmen über Musicals über Samurai-Epen war alles dabei. Bekannt ist er aber vor allem für einige der drastischsten Gangster- und Horrorfilme der vergangenen Jahrzehnte. Vor allem „Audition“ und „Ichi The Killer“ machten ihn weltweit bekannt. Letzterer verbindet eine Yakuza-Geschichte mit schwarzem Humor, psychologischer Verstörung und kaum erträglichen Gewaltexzessen, die sogar dazu führten, dass die ungekürzte Fassung in Deutschland lange beschlagnahmt war. Das hat sich erst kürzlich geändert. Was das genau bedeutet, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Nach fast 20 Jahren: Einer der berüchtigtsten Kultfilme aller Zeiten ist nicht mehr beschlagnahmt
Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren