Fans des dänischen Enfant terribles Lars von Trier („Antichrist“) fiebern seinem kommenden und womöglich letzten Film schon lange entgegen. Immerhin liegt sein letztes Werk, die (gelinde gesagt) schwarze Komödie „The House That Jack Built“, schon acht Jahre zurück. Bereits seit 2024 ist klar, dass der an Parkinson erkrankte 70-Jährige an einem Projekt mit dem Titel „After“ arbeitet. Ein für den Sommer 2025 geplanter Drehstart wurde allerdings gestrichen.
Die genaue Handlung ist bislang streng geheim. Was wir bisher lediglich wissen: „After“ beschäftigt sich intensiv mit dem Leben nach dem Tod und dem Thema Vergänglichkeit. Nachdem länger keine aktuellen Meldungen mehr zum Film durchgesickert sind, gibt es jetzt Neues zu vermelden. Dafür sorgt das Update eines guten Freundes des Filmemachers.
So steht es um Lars von Triers Spätwerk "After"
„Mit etwas Glück wird Lars das Drehbuch im August beenden. Darauf können sich alle freuen, die seine Arbeiten lieben“, sagte Peter Aalbæk Jensen dem Magazin Ekko Film (via Word of Reel). Der Produzent hat seit Jahrzehnten engen beruflichen wie privaten Kontakt zu von Trier, der seit seiner Parkinson-Diagnose im Jahr 2022 teilweise in einer Pflegeeinrichtung lebt. Gemeinsam gründeten sie 1992 das Unternehmen Zentropa, das sich zu Dänemarks erfolgreichster Indie-Produktionsschmiede („101 Reykjavík“, „Lilja 4-Ever“) entwickelte.
Laut Jensen werde von Trier trotz seiner fortgeschrittenen Erkrankung selber im Regiestuhl Platz nehmen. „Körperlich ist Lars zwar eingeschränkt, aber geistig fehlt ihm absolut nichts. Genau hierbei unterstützt ihn das Pflegeheim. Er hat nach wie vor sein eigenes Zuhause, in dem er sich, je nach Tagesform, zeitweise aufhält.“ Dort könnte von Trier den Film mit minimalem Set-Aufwand und kleinem Team drehen – in seinem vertrauten Umfeld innerhalb der eigenen vier Wände.
Jensen betonte, dass „After“ von Anfang so angelegt wurde, dass sich die Arbeit daran an von Triers körperlichen Zustand anpassen lässt. „Er ist schon immer kreativ mit Einschränkungen umgegangen, und nun bezieht er seine körperliche Beeinträchtigung in den kreativen Prozess mit ein.“ Sollte „After“ tatsächlich das Abschiedswerk des Regisseurs werden, es wäre sein insgesamt 15. Spielfilm.
Das Projekt erhielt bereits eine Förderung von 1,3 Millionen Kronen (174.000 Euro) vom dänischen Filminstitut. Das ist eine ungewöhnlich hohe Summe für ein Film in der Entwicklungsphase. Einziger bislang bestätigter Darsteller ist Marvel-Star Stellan Skarsgård („The Avengers“), der schon oft mit von Trier zusammengearbeitet hat und u.a. in „Dogville“ und „Melancholia“ dabei war. Mögliche Dreh- und Kinostart-Termine gibt es bisher aber nicht.
Der zuletzt für seine Leistung in der Tragikomödie „Sentimental Value“ gefeierte Skarsgård hat in seiner mehr als 50-jährigen Karriere mit etlichen Star-Regisseuren gedreht. An den vielleicht größten schwedischen Filmemacher aller Zeiten hat der 75-Jährige jedoch keine allzu guten Erinnerungen:
"Er war ein Nazi und kein sehr netter Mensch": Stellan Skarsgård rechnet hart mit einem der größten Regisseure aller Zeiten ab