"Man arbeitet mit Regisseuren, von denen ich sagen muss, dass sie Schweine sind": Gary Oldman rechnet hart mit dreifachem Oscar-Preisträger ab

Vor 35 Jahren drehte Gary Oldman mit einem kontroversen Star-Regisseur, der ihm das Leben am Set äußerst schwer machte. Heute würde er eher auf die Zusammenarbeit verzichten, selbst wenn ein großartiger Film dabei herauskäme!

Auch mehr als 40 Jahre nach Beginn seiner Karriere zählt Gary Oldman zu den gefragtesten Charakterdarstellern Hollywoods. Er hat für seine Darstellung des Winston Churchill in „Die dunkelste Stunde“ einen Oscar gewonnen, er war Sirius Black in mehreren „Harry Potter“-Filmen – und natürlich hat der 68-Jährige mit einer ganzen Reihe namhafter Filmemacher zusammengearbeitet. Eine Auswahl: Luc Besson („Léon – Der Profi“), Francis Ford Coppola („Bram Stoker's Dracula“), Tony Scott („True Romance“), Ridley Scott („Hannibal“), Christopher Nolan („Batman Begins“), David Fincher („Mank“).

Doch Oldman entscheidet bei Regisseur*innen mittlerweile nicht mehr nach Prominenz, sondern nach persönlicher Sympathie. Stark dazu beigetragen hat die Arbeit mit einem kontroversen Kult-Filmer: 1991 stand Oldman für den dreifachen Oscar-Preisträger Oliver Stone („Platoon“) vor der Kamera, mit dem er das Polit-Epos „JFK – Tatort Dallas“ drehte.

JFK - Tatort Dallas
JFK - Tatort Dallas
Starttermin 20. Dezember 1991 | 3 Std. 09 Min.
Von Oliver Stone
Mit Kevin Costner, Tommy Lee Jones, Laurie Metcalf
User-Wertung
4,3
Filmstarts
5,0
Auf Disney+ streamen

Oldman verkörperte darin Lee Harvey Oswald, der als mutmaßlicher Attentäter von US-Präsident John F. Kennedy verhaftet und zwei Tage später von Jack Ruby (im Film gespielt von Brian Doyle-Murray) erschossen wurde. Die Rolle fiel vergleichsweise klein aus – im Mittelpunkt des starbesetzten Verschwörungs-Thrillers stehen die Ermittlungen des Bezirksstaatsanwalts Jim Garrison (Kevin Costner) –, doch Oldman betrieb umfangreiche eigene Recherchen und traf unter anderem Lee Harvey Oswalds Witwe Marina Oswald.

„JFK – Tatort Dallas“ wurde für alle Beteiligten zum großen Erfolg: Trotz seiner ausufernden Länge von 189 Minuten spülte der Film mehr als 205 Millionen US-Dollar in die Kinokassen, obendrein gab es 8 Oscar-Nominierungen und 2 Gewinne (Bester Schnitt und Beste Kamera). Doch speziell Oldman erinnert sich nur ungern an die Dreharbeiten zurück.

Das verriet er bei mehreren Gelegenheiten: Bereits 2008 äußerte er sich negativ über seine Zusammenarbeit mit Oliver Stone – und 2022 ging er im Rahmen einer Retrospektive des British Film Institute, bei der er zu Gast war, noch einmal mehr ins Detail. So bezeichnete er den „Wall Street“-Schöpfer unter anderem als „Antreiber“ und „eitel“ (via Yahoo!).

"Dieser Beruf zieht Tyrannen an"

„Ich weiß nicht, warum, aber dieser Beruf zieht Tyrannen an“, führte Oldman weiter aus. „Man arbeitet mit manchen Regisseuren, von denen ich sagen muss, dass sie Schweine sind. […] Ich habe in einigen sehr guten Filmen mitgespielt, die von Schweinen gemacht wurde. Das würde ich mir nicht noch einmal antun.“ Er ziehe es vor, mit Leuten zu arbeiten, die „menschlich“ seien und die er auch persönlich möge.

Später in einem Interview mit Deadline auf seine heftige Wortwahl angesprochen, relativierte Oldman seine Aussagen zwar etwas – er habe nicht so sehr Film-, sondern eher Theater-Regisseure gemeint. Aber dass er damit Stone ausdrücklich von seiner Kritik ausnehmen wollte, sagte Oldman nicht. „Er ist einfach hart“, so der „Oppenheimer“-Darsteller. Fakt ist wohl: Beste Freunde werden die beiden sicherlich nicht mehr.

Einen äußerst beliebten 90er-Jahre-Sci-Fi-Blockbuster bereut Oldman übrigens zutiefst. Um welchen Film es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Ich kann den Film nicht ausstehen": Dieser Sci-Fi-Klassiker wurde von der Kritik gefeiert, aber Gary Oldman bereut ihn bis heute

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Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.
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