Hollywood befindet sich in einem Wandel, der längst nicht mehr nur hinter den Kulissen stattfindet. Dabei geht es vor allem um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Filmproduktionen. Für die großen Studios ist das Thema ein Balanceakt. Einerseits können neue digitale Werkzeuge bei der Entwicklung von Filmen hilfreich sein. Andererseits reagieren viele Fans äußerst empfindlich, wenn der Eindruck entsteht, dass Studios menschliche Kreativität durch Maschinen ersetzen.
Besonders heikel wird es, wenn ein Studio selbst eine solche Debatte verursacht. Wenn anschließend ein Video ganz plötzlich wieder aus dem Netz verschwindet, ist die Aufmerksamkeit nochmal größer. Genau das ist jetzt mit einem Blick hinter die Kulissen von „Supergirl“ geschehen.
"Supergirl" wegen vermeintlicher KI-Nutzung in die Schlagzeilen
Das neueste DC-Abenteuer hatte es ohnehin nicht leicht. Der Film mit Milly Alcock in der Hauptrolle ist an den Kinokassen krachend gescheitert. Wir berichteten bereits über die enttäuschenden Zahlen und die deutliche Reaktion von DC-Chef Peter Safran.
Doch selbst nach der Kino-Auswertung kommt der Film nicht zur Ruhe, denn jetzt gibt es neuen Ärger. Ein offiziell von Warner Bros. veröffentlichtes Video mit einem Blick hinter die Kulissen sorgt im Netz für Aufregung, weil darin offenbar Bilder zu sehen sind, die mit künstlicher Intelligenz entstanden sein sollen. Im Mittelpunkt steht ausgerechnet eine der prominentesten Figuren des Films: Lobo, gespielt von Jason Momoa.
Das betreffende Featurette zeigt Regisseur Craig Gillespie und Momoa bei der Entwicklung beziehungsweise Diskussion verschiedener Lobo-Designs. Auf den eingeblendeten Bildern wollen Zuschauer nun deutliche Hinweise auf den Einsatz von KI erkannt haben.
Besonders brisant: Warner Bros. entfernte das Video, nachdem die Diskussion im Netz Fahrt aufnahm. Genau dieser Schritt sorgte dafür, dass die Angelegenheit erst recht Aufmerksamkeit bekam. Ausschnitte des Materials hatten sich zu diesem Zeitpunkt natürlich bereits in den sozialen Netzwerken verbreitet. Warner Bros. hat bislang keine offizielle Stellungnahme zu den Vorwürfen veröffentlicht.
Und damit ist eine Diskussion entbrannt, die über „Supergirl“ hinausgeht. Denn Lobo ist keine Figur, für die es an Vorlagen mangelt: Der außerirdische Kopfgeldjäger existiert seit Jahrzehnten und verfügt über eine umfangreiche Comic-Historie. Dass ausgerechnet bei seiner visuellen Entwicklung offenbar KI zum Einsatz kam, stößt bei der Fangemeinde auf Unverständnis.
Besonders pikant ist die Angelegenheit auch deshalb, weil James Gunn, der gemeinsam mit Peter Safran für das neue DC-Universum verantwortlich ist, in der Vergangenheit selbst sehr kritisch auf KI-generierte Inhalte reagiert hat.
Für den DC-Film passt die neue Debatte in die ohnehin sehr durchwachsene Bilanz. „Supergirl“ konnte die hohen Erwartungen an den Kinostart nicht ansatzweise erfüllen. Nur 126 Millionen US-Dollar kamen am Ende zusammen. Das reicht nicht einmal, um die Produktionskosten von mindestens 170 Millionen Dollar zu decken. Eine ganz andere Bilanz hat hingegen „Die Odyssee“ vorzuweisen. Wie sich ein Star aus dem Epos von Christopher Nolan die Zukunft des Kinos vorstellt, erfahrt ihr hier:
Erfolg von "Die Odyssee" könnte Hollywood verändern: Star aus Christopher Nolans Fantasy-Epos spricht über Hoffnungen für die Zukunft des Kinos*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.