Heute Abend im TV: Die Abschiedsvorstellung einer grandiosen Hollywood-Legende – spannend & verdammt lässig

2018 übernahm Schauspiellegende Robert Redford ein letztes Mal eine Hauptrolle: Die lässige, clevere Komödie „Ein Gauner & Gentleman“ ist Halunkenkino der alten Schule und ein berührendes Lebwohl – heute läuft sie im Free-TV!

Auch ein ergrauter Kater lässt das Mausen nicht, und dieser hier ist dabei auch noch ungeheuerlich chic und zuvorkommend: „Ein Gauner & Gentleman“ ist eine leise Diebstahlkomödie über einen Tunichtgut, der im hohen Alter weiter seiner Passion nachgeht – dem Bankraub. Die zieht er mit den Manieren eines alten Kavaliers sowie mit bestechendem Modesinn durch, während auf der Meta-Ebene der ewige Leinwand-Spitzbube Robert Redford ein letztes Mal den Dreh- und Angelpunkt eines Kinofilms darstellt.

„Ein Gauner & Gentleman“ ist komplett auf den „Jenseits von Afrika“-Mimen zugeschnitten und spielt seiner charakteristischen Eleganz ebenso in die Karten wie der Altersweisheit seiner späteren Medienpersona und dem jungen Schelm, der bis zum Ende in seinen Augen aufblitzte. Nun könnt ihr der 2025 verstorbenen Hollywood-Größe einmal mehr gedenken, denn heute, am 18. August 2026 zeigt der mdr ab 22.55 Uhr „Ein Gauner & Gentleman“. Zudem ist der Film bei Amazon Prime Video und anderen Plattformen als VOD erhältlich.

Darum geht es in "Ein Gauner & Gentleman"

Zeit seines Lebens ist Forrest Tucker (Robert Redford) 16 mal aus dem Gefängnis ausgebrochen und hat über 70 Banken überfallen. Nun ist er ein älterer Herr mit makellosem Modesinn und sanftem Lächeln in seinem rauen Gesicht. Seinen Revolver muss er nie einsetzen, seine Raubzüge laufen nahezu geräuschlos und absolut unauffällig ab.

Der höfliche Gentleman-Halunke hinterlässt beim Bankpersonal eher strahlende Laune als Angst und Trauma. Er und seine Komplizen Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits) geraten aber durch Zufall ins Visier des Provinzpolisten Hunt (Casey Affleck), der sich in den Fall verbeißt. Unterdessen erobert Tucker das Herz der verwitwete Farmbesitzerin Jewel (Sissy Spacek), die aber den Charmeur im alten Herren mehr mag als seinen inneren Outlaw...

Robert Redfords lässige Ehrenrunde

Die von „The Green Knight“-Macher David Lowery geschriebene und inszenierte Komödie ist mit lässigem 1970er-Look versehen sowie altmodischer Entspanntheit erzählt – und sie basiert auf der wahren Lebensgeschichte des Bankräubers und Ausbrecherkönigs Forrest Tucker. Garniert ist sie jedoch mit zahlreichen Tributen an Redfords filmisches Erbe:

Lowery verneigt sich zum Beispiel vor dem Tonfall und dem schwammigen Umgang mit historischer Wirklichkeit von „Zwei Banditen“, der Freiheitssuche des kleinkriminellen Halunken, den Redford in „Der elektrische Reiter“ gespielt hat, der gewaltfrei-cleveren Listigkeit (und dem markanten Naseantippen) aus „Der Clou“ und den Fluchtpassagen aus „Ein Mann wird gejagt“.

Das sind Referenzen, die für Redford-Begeisterte dank des spürbaren Herzbluts, das Lowery in sie hineinlegt, einen ehrfürchtigen Mehrwert darstellen. Zugleich reißen die Querverweise Novizen nicht aus der Geschichte heraus, da sie geschmeidig in diese sich im selbstbewusst-ruhigen Tempo wiederholt neu erfindende, daher packende Gaunerposse eingearbeitet sind. Aber sie lassen spüren, was für eine Legende es da vor der Kamera noch einmal wissen wollte.

Solltet ihr nach „Ein Gauner & Gentleman“ dem Drang nicht widerstehen können, mehr von Redford sehen zu wollen: Einer der größten Klassiker des hervorragenden Mimen ist erst vor wenigen Monaten in neuer Bild- und Tonqualität ins Heimkino gelangt. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Beitrag:

Vom "Sieben"-Macher gefeiert: Dieses Meisterwerk ist einer der besten Thriller aller Zeiten – nun erscheint er erstmals in 4K!

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.
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