Wie seine Produzentin bekannt gab, ist der Regisseur John Irvin im Haus seiner Schwägerin in Großbritannien verstorben. Er wurde 86 Jahre alt.
Seit den 1960er-Jahren war der überzeugte Gegner von Apartheid, Krieg und Atomwaffen als Regisseur tätig. Zunächst inszenierte er vor allem Fernsehproduktionen, Kurzfilme sowie aktivistische Dokumentarfilme, bevor ihm Ende der 1970er-Jahre mit der John-le-Carré-Adaption „Dame, König, As, Spion“ ein echter Miniserien-Klassiker gelang. Hauptdarsteller Alec Guinness war voller Bewunderung für Irvin und bezeichnete ihn damals als einen Filmemacher, der „Eier hinter der Kamera“ habe.
In den 1980er-Jahren widmete sich John Irvin dann verstärkt verschiedenen Genre-Filmen. In „Die Hunde des Krieges“ schickte er Christopher Walken als Söldner in den fiktiven afrikanischen Staat Zangaro. Für den Horrorfilm „Zurück bleibt die Angst“ (der hierzulande auch unter dem Titel „Rache aus dem Reich der Toten“ bekannt ist) konnte er mit Hollywood-Legende Fred Astaire zusammenarbeiten. Mit Arnold Schwarzenegger drehte er schließlich den Hau-drauf-Reißer „Der City Hai“, bevor er nur ein Jahr später mit „Hamburger Hill“ einen Film ablieferte, der als eines der realistischsten Porträts des Vietnamkriegs gefeiert wurde.
In den 1990er-Jahren arbeitete John Irvin wieder im Wechsel für das Fernsehen und das Kino und inszenierte Filme wie „Robin Hood - Ein Leben für Richard Löwenherz“, „The Sound Of War“ oder „Arche Noah - Das größte Abenteuer der Menschheit“. Anschließend kehrte er Hollywood zunehmend den Rücken und wurde im europäischen Independent-Bereich aktiv. Dort drehte er unter anderem „Shiner - Jenseits von Gut und Böse“ mit Michael Caine sowie den Polit-Thriller „Mandela‘s Gun“. Für Letzteren plante er noch eine neue Schnittfassung, die er aufgrund seines Todes jedoch nicht mehr fertigstellen konnte.
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