Der 2023 verstorbene Autor Cormac McCarthy lieferte Romane, die düster, sprachgewaltig und oft von einer kompromisslosen Atmosphäre geprägt sind. Gleichzeitig haben einige seiner Bücher bereits bewiesen, dass sich daraus herausragende Filme machen lassen.
Zu den bekanntesten Beispielen gehören „No Country For Old Men“ und „The Road“. Besonders die Verfilmung von „No Country For Old Men“ durch Joel und Ethan Coen entwickelte sich zum modernen Klassiker und gewann unter anderem den Oscar als Bester Film. Auch deshalb war die Aussicht interessant, dass sich ein renommierter Filmemacher an eine Adaption von McCarthys zwei letzten Romanen wagen wollte.
Aus zwei McCarthy-Romanen sollte ein Film werden
Die Rede ist von „The Passenger“ und „Stella Maris“, die 2022 im Abstand von nur wenigen Wochen erschienen. Die beiden Bücher gehören unmittelbar zusammen und erzählen aus unterschiedlichen Perspektiven die Geschichte der Geschwister Bobby und Alicia Western. „The Passenger“ folgt vor allem Bobby, während „Stella Maris“ sich auf Alicia konzentriert und fast vollständig aus Gesprächen mit ihrem Psychiater besteht.
2024 schien die Verfilmung tatsächlich näher zu rücken: Jeff Nichols, der unter anderem für „Take Shelter“, „Mud“ und „Loving“ verantwortlich ist, sollte beide Romane für die Leinwand adaptieren. Nichols plante dabei, die beiden Bücher als zusammenhängende Geschichte zu behandeln – ob daraus letztlich ein oder zwei Filme werden sollten, war zunächst offen.
Wie Nichols jetzt selbst erklärt hat, wird aus seiner McCarthy-Adaption aber wohl doch nichts. Gegenüber Variety sagte der Regisseur, das Studio New Regency wird die Verfilmung voraussichtlich nicht weiter verfolgen. Damit landet ausgerechnet ein Projekt in der Schublade, das angesichts von Nichols‘ bisheriger Filmografie durchaus vielversprechend klang. Der Regisseur hat mehrfach bewiesen, dass er mit komplexen Figuren und einer atmosphärischen Inszenierung umgehen kann.
Allerdings liegt genau hier offenbar auch ein Teil des Problems. Nichols erklärte, er sei bei seiner Adaption zu nah an den Büchern gewesen. Die Vorlage ist schließlich alles andere als ein klassischer Stoff für Hollywood: „The Passenger“ verbindet eine Mystery-Handlung mit philosophischen und wissenschaftlichen Exkursen, während „Stella Maris“ über weite Strecken aus langen Dialogen über Mathematik, Physik, Philosophie und psychische Abgründe besteht. Das Aus der Nichols-Adaption zeigt damit einmal mehr, warum Cormac McCarthy für Filmemacher keine einfach umzusetzenden Vorlagen liefert.
Das bedeutet allerdings nicht, dass McCarthy auf der Leinwand keine Zukunft hätte. Im Gegenteil: Weitere Projekte sind weiterhin in Arbeit. Zu einem davon gab es bereits in der Vergangenheit mehr Details. Mehr dazu erfahrt ihr hier:
Oscar-Gewinner holt zwei der heißesten Hollywood-Talente vor die Kamera – und der Film klingt wirklich heftig*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.