Bei kaum einem Schauspieler in der Geschichte verschwimmen Filmfigur und der Mensch dahinter so wie bei Mr. T. Der Irokesenschnitt, die gewaltigen Goldketten, seine imposante Statur und vor allem sein berühmtes Zitat „I pity the fool!“ machten Laurence Tureaud in den frühen 1980ern zu einem der bekanntesten Gesichter der Popkultur. Gefühlt war jeder Auftritt von ihm eine Performance und er schauspielerte immer. Schlüpfte er in „Rocky III - Das Auge des Tigers“ als Clubber Lang an der Seite von Sylvester Stallone noch wirklich in eine Rolle, bestand zwischen seinem schlagkräftigen „Das A-Team“-Charakter B.A. Baracus und Mr. T kaum noch ein Unterschied.
Doch wer ist der Mensch dahinter? Wer ist Laurence Tureaud, der auch als Wrestler Erfolge feierte, wirklich? Das soll uns jetzt ein Beitrag der „Untold“-Reihe auf Netflix beantworten. Der neueste Ableger der sich mit Ereignissen und Persönlichkeiten rund um das Sportgeschäft beschäftigenden Dokumentarfilm-Reihe trägt den passenden Titel „Untold Mr. T: I Pity The Fool“ und kommt am 8. September 2026 zum Streamingdienst.
"Untold Mr. T: I Pity The Fool": Vom Aufstieg zum Superstar
Da Mr. T seit über 20 Jahren eigentlich keine Schauspielrollen mehr übernahm und fast nur noch im Umfeld von Wrestling-Shows und einigen amerikanischen TV-Sendungen auf dem Bildschirm zu sehen war, freuen sich natürlich viele Fans, ihn überhaupt wieder vor der Kamera zu erleben. Der Trailer lockt so auch schon einmal damit, dass viele neugierig sind, wie er sich über die vergangenen zwei bis drei Jahrzehnte verändert hat.
Doch der eigentliche Film soll natürlich tiefer gehen. Netflix wird mit der Dokumentation sicher nostalgisch auf die größten Momente seiner Karriere zurückblicken. Dabei stehen nicht nur seine Film- und TV-Rollen im Fokus, sondern bei der Sport-Reihe natürlich auch seine Wrestling-Karriere. Doch im Mittelpunkt soll ausdrücklich der Mann stehen, der existierte, bevor aus Laurence Tureaud überhaupt Mr. T wurde. Es soll hinter eine der ungewöhnlichsten und beliebtesten Entertainment-Ikonen überhaupt geblickt werden. In der deutschen Ankündigung auf Netflix heißt es so, dass man „die ganze Geschichte des Mannes, der hinter dem Irokesen, den Ketten und dem Slogan steckt, enthüllt“.
Das Leben von Mr. T: Hollywoodreifer Stoff
Es ist wohl keine Übertreibung, dass die Lebensgeschichte sogar genügend Stoff für einen großen Hollywood-Film hat. Tureaud wuchs in Chicago als eines von zwölf Kindern auf, diente bei der US-Armee und versuchte sich sogar bei den Green Bay Packers, bevor eine Knieverletzung seine Football-Pläne beendete. Anschließend arbeitete er als Türsteher und später als Bodyguard für Prominente wie Muhammad Ali, Diana Ross und Steve McQueen.
Schon damals entwickelte er den Look, der später zu seinem Markenzeichen werden sollte. Er rasierte sich die Haare zum charakteristischen Irokesenschnitt, trug auffälligen Goldschmuck und nannte sich irgendwann bewusst Mr. T. Wie er im Trailer erklärt, wurzelt dieser Name in den prägenden Erfahrungen seiner Kindheit, als er miterleben musste, wie respektlos sein Vater behandelt wurde. Der schwarze Mann war für die Weißen nur ein „Boy“. Der Hintergedanke bei der Namensänderung war erstaunlich simpel. Jeder, der ihn ansprach, würde ihn künftig automatisch als „Mister“ adressieren müssen.
Der große Durchbruch kam schließlich, als ihn Sylvester Stallone bei der TV-Übertragung eines Wettbewerbs für harte Türsteher entdeckte. Obwohl er ursprünglich nur für eine Mini-Rolle vorgesehen war, stieg er schnell zum zentralen Gegenspieler von „Rocky III“ auf. Der eigentlich nur einmalige Ausflug ins Hollywood-Geschäft machte ihn zum Star. „Das A-Team“, eine Wrestling-Karriere und eine eigene Zeichentrickserie folgten. Der Rest ist Geschichte und demnächst auf Netflix zu sehen. Dort wird die Dokumentation sicher auch einen größeren Fokus auf die schwere Krankheit legen, die Mitte der 1990er-Jahre das Leben von Mr. T veränderte.
Einen weiteren spannenden Netflix-Trailer gibt es im folgenden Artikel:
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