"Frustriert, die Nase voll, ausgebrannt": "Oppenheimer"- und "Supergirl"-Star legt Hollywood-Karriere auf Eis

Er war Star einer erfolgreichen Krimiserie, in weit über 100 Rollen zu sehen und zuletzt Teil von Projekten wie „Oppenheimer“ und „The Studio“. Trotzdem ist David Krumholtz frustriert von seiner Karriere sowie Hollywood. Jetzt zog er die Reißleine.

Warner Bros.

Eigentlich könnte man meinen, dass es für David Krumholtz gerade ziemlich gut läuft. In Christopher Nolans „Oppenheimer“ spielte er den Physiker Isidor Rabi, danach war er unter anderem in der gefeierten Hollywood-Satire „The Studio“ zu sehen und bekleidete erst vor wenigen Wochen als Supergirls Vater Zor-El im neuen DC-Film „Supergirl“ eine trotz des Flops sicher nicht schlecht bezahlte Rolle. Doch nach mehr als drei Jahrzehnten vor der Kamera legt der seit seiner Jugend arbeitende Schauspieler überraschend seine Karriere auf Eis. Krumholtz kündigte an, sich auf unbestimmte Zeit aus der Branche zurückzuziehen.

In mehreren mittlerweile größtenteils wieder gelöschten, ausführlichen Beiträgen auf Threads schilderte der 48-Jährige seinen wachsenden Frust über die Film- und Fernsehbranche. Selbst fasste er seine Erlebnisse dabei knackig als „frustrated, fed up, fried“, also in etwa „frustriert, die Nase voll und ausgebrannt“, zusammen. Nachdem er die endgültige Entscheidung getroffen hatte, vorerst mit der Schauspielerei aufzuhören, und eine entsprechende Mail verschickt habe, sei zunächst vor allem Erleichterung eingetreten.

"Ausbeuterische Kunst ist keine Kunst"

Aus den Worten von Krumholtz wird klar, dass ihm nicht die Lust an der Schauspielerei fehlt und zu dieser Entscheidung bewegt hat. Ihn stören vielmehr die Bedingungen, unter denen er seinen Beruf inzwischen ausüben muss. Nach mehr als drei Jahrzehnten im Geschäft habe er das vergangene Jahr erneut damit verbracht, um Rollen zu kämpfen. Die Angebote, die dabei herauskamen, würden seiner Ansicht nach seine Erfahrung und seinen Namen jedoch für eine immer geringere Gegenleistung ausnutzen.

„Ausbeuterische Kunst ist keine Kunst“, schrieb Krumholtz und kritisierte mehr als deutlich die Bezahlstrukturen in Hollywood, die zwar sehr viel Geld für die absoluten Top-Stars vorsehen, aber deutlich weniger für den restlichen Cast. Er spricht von der ständigen „Angst, pleite zu gehen“, aber auch davon, wie sich Hollywood verändert hat. Auch zu seinen Karriereanfängen sei es schwer gewesen, doch wer seinem Studio Geld einbrachte, habe damals normalerweise direkt weitere Chancen erhalten. Dies sei heute nicht mehr so.

David Krumholtz: Kein Bock nach 34 Jahren plötzlich zur Social-Media-Marke zu werden

Im Rahmen seiner Reihe an Frust-Postings kritisierte er auch die Verschiebung von der Schauspielerei zur Social-Media-Marke. Er schimpfte darüber, dass man ihm immer wieder nahelege, sich im Netz als Marke aufzubauen sowie Likes und Follower zu sammeln, um für Fan-Conventions, Werbung und andere Einnahmequellen attraktiv zu werden. So solle er jetzt das Geld verdienen, das ihm für seine eigentliche Arbeit in Film, Fernsehen oder Theater verweigert wird. „Ich und viele andere talentierte Leute – nicht nur Schauspieler – werden massenhaft degradiert“, kommentiert er dies.

„Stell dir vor, du erbringst 34 Jahre lang Spitzenleistungen in deinem Beruf, nur um dafür drastisch zurückgestuft zu werden“, blickt er dabei auch auf seine umfangreiche Karriere zurück. David Krumholtz gehört seit den frühen 1990er-Jahren zum Hollywood-Inventar. Neben seinen jüngeren Rollen in „Oppenheimer“, „The Studio“ und „Supergirl“ kennen ihn viele vor allem aus der Serie „Numbers - Die Logik des Verbrechens“, in der er in über 100 Folgen als Mathe-Genie das FBI unterstützte. Auch in den „Santa Clause“-Filmen, „10 Dinge, die ich an dir hasse“, „Serenity“ oder den „Harold & Kumar“-Komödien dürftet ihr ihn gesehen haben.

Kein endgültiges Aus: Krumholtz macht nur eine Pause

Obwohl der Schauspieler in seinen Threads-Posts erklärte, dass er jetzt mal schauen müsse, wie er künftig Geld verdiene, will er nichts von einem endgültigen Ende der Schauspielkarriere wissen. Er wolle nur nicht mehr um Rollen „betteln“. Wenn ihn gute und interessante Angebote von Leuten erreichen, die daran glauben, was er leisten kann und das auch vergüten, wolle er sich diese weiter anhören. In der Antwort auf den Kommentar eines Fans stellte er klar, dass es sich um „eine unbefristete Pause“ handele, die auch viel mit dem Stress der jüngeren Vergangenheit zu tun habe.

Wichtig ist zudem: Kurz nachdem die Posts von David Krumholtz auf Threads viral gingen und auch für viel Aufsehen in Hollywood sorgten, hat der Schauspieler sie fast alle wieder gelöscht. Von seinen zahlreichen Beiträgen ist jetzt nur noch eine Antwort auf Schauspielkollege Garret Dillahunt („Lanterns“) online. Auf dessen Kommentar, dass dies „traurig“ sei, er es aber „komplett verstehe“, schrieb Krumholtz:

„Das bedeutet mir unglaublich viel. Es ist nicht vorbei – ich definiere nur meine Regeln neu. Ich hoffe, eine neue, erfüllendere Leidenschaft zu finden. Diese Mentalität von ‚Ich, mein Produkt und noch mal ich‘ funktioniert nicht mehr. Ich möchte versuchen, für andere da zu sein. Eine Glaskugel habe ich natürlich nicht.“

Selbst wenn Krumholtz eine längere Pause einlegt, werden wir ihn noch mehrfach in neuen Rollen sehen. Mindestens vier kommende Projekte mit dem Schauspieler sind bereits gedreht. In den USA soll zu Weihnachten das Sportdrama „Mr. Irrelevant“ mit Michael Shannon und „Superman“-Star David Corenswet erscheinen. Voraussichtlich für 2027 sind die Indie-Filme „Tuesday, New York“ und „Bullet Catch“ zu erwarten. Und dann gibt es noch den eigentlich seit 2024 abgedrehten A24-Horrorfilm „Altar“, der aus mysteriösen Gründen immer noch auf eine Veröffentlichung wartet.

Bei einem Kollegen von Krumholtz läuft es dagegen ausgesprochen gut. Denn er gehört zu den Top-Stars, die weiterhin sehr viel Geld verdienen und nicht mehr um Rollen betteln müssen. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:

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Björn Becher
Björn Becher
-Mitglied der Chefredaktion
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.
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