Seien wir mal ehrlich: Mit den wegweisenden Survival-Horror-Spielen haben die sechs „Resident Evil“-Filme mit Milla Jovovich, abgesehen von ein paar Storyversatzstücken und einzelnen Charakteren und Monstern, wenig gemein. Statt nervenzerrenden Grusel gibt es stumpfen Krawall, der bisweilen in (Hochglanz-)Trash abdriftet und mit Figuren aufwartet, die meist noch blutleerer sind als die Zombies, gegen die sie kämpfen.
Und dennoch: Dank stylischer Over-the-Top-Action, die gerade von Filmreihen-Mastermind Paul W.S. Anderson besonders orgiastisch in Szene gesetzt wurde, haben auch die „Resident Evil“-Filme zahlreiche Fans, die sie mit einem Gesamteinspiel von über 1,2 Milliarden Dollar zum erfolgreichsten Zombie-Kino-Franchise überhaupt gemacht haben. Für den Autor dieser Zeilen, den die späteren Sequels jedoch eher ermüdet haben, ist jedoch einer der Teile das Highlight der Reihe, bei denen Anderson nicht selbst auf dem Regiestuhl saß.
Die Rede ist von „Resident Evil: Extinction“, der am heutigen 31. August 2026 um 22.30 Uhr bei Kabel Eins läuft. Ob es sich dabei trotz Ausstrahlung vor 23.00 Uhr um die ungekürzte FSK-18-Fassung des Films handelt (möglich wäre dies etwa durch eine FSF-Neuprüfung eigens für die TV-Ausstrahlung), oder aber eine um knapp sieben Minuten erleichterte Version zum Einsatz kommt, die früher zu ähnlicher Uhrzeit schon mal im Fernsehen gezeigt wurde, ist derzeit noch unklar. Wir haben eine entsprechende Anfrage an Kabel Eins gestellt und ergänzen die Info, sobald wir eine Antwort haben.
Definitiv uncut wird aber die Wiederholung in der anschließenden Nacht ab 2.20 Uhr sein. Außerdem gibt es „Resident Evil: Extinction“ derzeit zum flexiblen und ungeschnittenen Streamen bei Netflix, dem Prime-Video-Channel Home of Horror und der ProSiebenSat.1-Plattform Joyn, Letzteres bei Anmeldung und entsprechender Altersverifizierung sogar komplett kostenlos.
Darum geht's in "Resident Evil: Extinction"
Nachdem das hochgefährliche T-Virus Raccoon City entkommen ist, breitet sich die Infektion rasend schnell über den gesamten Planeten aus. Die Erdoberfläche verödet zu einer einzigen Wüste, während die verbliebenen Menschen in versprengten Gruppen gegen die Übermacht der Untoten kämpfen. Einer dieser Überlebenden-Konvois wird von Carlos Olivera (Oded Fehr) und Claire Redfield (Ali Larter) durch die Nevada-Wüste geführt. Als die Gruppe von einem riesigen Schwarm infizierter Krähen überrascht wird, rettet die mit übermenschlichen Kräften ausgestattete Alice (Milla Jovovich) die Überlebenden vor dem sicheren Tod.
Sie schlägt dem Konvoi ein neues Ziel vor: Aufzeichnungen zufolge soll im abgelegenen Alaska noch ein unberührter, sicherer Zufluchtsort existieren. Um die lange Reise anzutreten, muss der Tross jedoch erst Vorräte und Treibstoff im verschütteten Las Vegas aufstocken. Währenddessen arbeitet der Umbrella-Chefwissenschaftler Dr. Isaacs (Iain Glen) in einem geheimen Untergrund-Labor an einem Heilmittel, um steuerbare Zombies zu erschaffen. Für seine Experimente benötigt er jedoch zwingend das Blut von Alice ...
Wie "Mad Max" mit Zombies
Mit „Resident Evil: Extinction“ ging „Highlander“-Regisseur Russell Mulcahy 2007 visuell einen radikal anderen Weg als die zwei Vorgängerfilme. Statt düstere Untergrundlabore oder das nächtliche Raccoon City bekamen wir hier plötzlich ein grelles Endzeit-Setting präsentiert, das ganz offensichtlich von der legendären „Mad Max“-Reihe inspiriert ist.
Mit seinem Stilbewusstsein sticht „Extinction“ damit bis heute wohlig aus dem Rest der „Resident Evil“-Reihe heraus und überzeugt inmitten dieses neu bereiteten Spielplatzes mit dichter postapokalyptischer Atmosphäre, die die verheerenden Folgen der Zombie-Pandemie besonders greifbar machen (bevor man in den weiteren Teilen in Sachen Weltuntergangs-Stimmung dann wieder etwas zurückruderte).
Vor diesem Hintergrund tun sich einzelne Szenen dann noch einmal gesondert hervor. Da wäre etwa die beklemmende Attacke zahlloser T-Virus-Krähen (eine klare Hommage an Alfred Hitchcocks Über-Klassiker „Die Vögel“) und dessen spektakulär-feurige Auflösung. Hier bekommen die zunehmenden Superkräfte von Alice zwar ebenfalls schon ihre Bühne, aber ohne dass sie bereits zur quasi unbesiegbaren und damit auch uninteressanten Heroine überstilisiert wird, die in den nachfolgenden Fortsetzungen endgültig zur alles niedermähenden Ein-Frau-Armee mutiert.
Und der Showdown lässt in Sachen Monsterfights dann tatsächlich auch die Herzen vieler Fans der Vorlagen höher schlagen – etwas das trotz Nemesis-Auftritt im lahmen und weit weniger versiert inszenierten Vorgänger „Resident Evil: Apocalypse“ noch nicht gelungen war. Also wenn ihr selbst als Gamer und Gamerinnen einmal einem „Resident Evil“-Film (noch eine) Chance geben wollt, dann lohnt sich das wohl am ehesten bei „Resident Evil: Extinction“.
Gleiches lässt sich dann demnächst aber hoffentlich auch beim anstehenden Kino-Reboot von „Weapons“-Macher Zach Cregger sagen, das verspricht, ein echtes werkgetreues Horror-Highlight zu werden. Warum das so ist, könnt ihr in unserem ausführlichen Set-Visit-Bericht nachlesen:
Auge in Auge mit einem Zombie-Baby: Wir waren am (sehr!) blutigen Set des neuen "Resident Evil"-Films*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.