Beinahe jeden Tag kommen bei den Streaminganbietern neue Titel hinzu – Filme, Serien, Mini-Serien und Dokus. Da verliert man schnell mal den Durchblick. Aber zum Glück habt ihr uns! Woche für Woche suchen wir im Angebot von Amazon Prime Video für euch nach empfehlenswerten Klassikern, übersehenen Filmperlen und absoluten Geheimtipps, die mit gültigem Abo ohne Aufpreis abrufbar sind.
Diesmal mit dabei: Eine kultige Zerstörungsorgie, Johnny Depp und Leonardo DiCaprio als Brüder und ein Gag-Feuerwerk mit Jim Carrey.
Björn Schneider empfiehlt: "Twister" (1996)
Bei den meisten Big-Budget-Blockbustern, die sich um Wetterextreme oder Naturkatastrophen drehen, ist die Story zweitrangig. Man denke nur an Filme wie „2012“, „Geostorm“ oder „San Andreas“. Wichtig ist die Tricktechnik und dass es ordentlich kracht. In diese Kategorie fällt auch Jan de Bonts extrem kurzweiliges, effektbetontes Abenteuer-Popcorn-Movie „Twister“, in dem es zwei Sturmjäger mit einem monströsen, zerstörerischen Tornado zu tun bekommen.
Die Wissenschaftler Bill (Bill Paxton) und Jo (Helen Hunt), seine Noch-Ehefrau, erforschten einst zusammen Wirbelstürme. Doch das ist lange her. Nach Jahren kehrt Bill nun zurück in seine Heimat nach Oklahoma, damit Jo die Scheidungspapiere unterschreibt. Als jedoch ein gewaltiger Twister über der Region aufzieht, schließt sich Bill Jos Tornado-Jäger-Team an. Die Jagd beginnt.
„Twister“ war 1996 der global zweiterfolgreichste Film des Jahres (und damit deutlich erfolgreicher als das Standalone-Sequel „Twisters“ von 2024). Das allein sagt noch nichts über die Qualität aus, doch in Sachen technischer Finesse und Visualität ist und bleibt „Twister“ einer der atemberaubendsten, spektakulärsten Katastrophenfilme der 90er-Jahre. Das Adrenalin schließt die Logiklöcher, außerdem stimmt die Chemie zwischen Hunt/Paxton. Wer mal wieder Lust auf knallige, wilde Action ohne allzu viel Anspruch (dafür ohne Atempause) hat, sollte sich diesen Film auf die Watchlist packen.
Sebastian Daniels empfiehlt: "Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa" (1993)
Johnny Depp und Leonardo DiCaprio als Filmbrüder? Das gab es tatsächlich, auch wenn „Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa“ in Aufzählungen bedeutsamer Werke eher selten genannt wird. Das mag daran liegen, dass das Drama durch eine geerdete sowie unaufgeregte Erzählweise besticht und fast ohne große Gesten auskommt. Genau das ist allerdings die Stärke des Films von Regisseur Lasse Hallström („Chocolat“).
Er liefert darin das feinfühlige Porträt einer US-Kleinstadtfamilie, die zahlreiche Alltagshürden überwinden muss, wobei jede*r von ihnen ganz eigene Probleme hat. Zusammengehalten werden die Grapes vom ältesten Sohn Gilbert (Depp), der nach dem Suizid des Vaters eher unfreiwillig die Verantwortung übernommen hat und sich u. a. um seinen geistig beeinträchtigten Bruder Arnie (DiCaprio) und seine psychisch labile und adipöse Mutter Bonnie kümmert. Dabei stellt der junge Mann jedoch seine eigenen Wünsche in den Hintergrund, was bald zu großen Konflikten führt.
„Gilbert Grape“ ist trotz seiner traurigen Thematik nicht bierernst erzählt, sondern streut mehrere humorvolle und kauzige Momente in die Handlung. Gerade deshalb entpuppt sich die Romanverfilmung als eine berührend-authentische Coming-of-Age-Story, deren Figuren ab der ersten Minute sofort ans Herz wachsen. Zu verdanken ist das natürlich auch den Darstellungen der Stars, die mit ihren Rollen geradezu verwachsen. Der aus heutiger Sicht ungewohnt zurücknehmenden Performance Depps steht das expressivere, aber herausragende Spiel DiCaprios gegenüber, der dafür 1994 seine erste Oscar-Nominierung erhielt. Ein stilles und grundsympathisches Meisterwerk!
Sebastian Daniels empfiehlt: "Der Dummschwätzer" (1997)
Wer lieber strapaziertes Zwerchfell bevorzugt, ist bei „Der Dummschwätzer“ an der richtigen Adresse. Die Komödie war 1997 ein riesiger Kino-Hit, was wohl vor allem ihrem Hauptdarsteller zu verdanken war: Comedy-Ikone Jim Carrey („Ace Ventura“) gehörte damals zu den größten Hollywood-Stars und tat Dinge vor der Kamera, die man von sonst niemandem zu sehen bekam.
Auch in „Der Dummschwätzer“ liefert er eine sagenhafte One-Man-Show voller Slapstick-Klamauk und Grimassen-Akrobatik ab, die die Handlung des Films eigentlich zur Nebensache werden lässt. Dabei überzeugt auch diese mit ihrer charmant-amüsanten Idee: Ein ständig lügender Anwalt und Familienvater (Carrey) kann für 24 Stunden nur die Wahrheit sagen. Dies ist nämlich der Geburtstagswunsch seines kleinen Sohnes, der auf wundersame Weise in Erfüllung geht.
Die daraus entstehenden Situationen sind zum Schreien komisch, zeigen sie doch Carrey in absoluter Höchstform. Allein die Szene, in der sich seine Figur in der Toilette des Gerichtsgebäudes selbst verprügelt (!) ist reines Comedy-Gold und so herrlich albern, dass spätestens hier – sofern man mit dieser Art von Humor etwas anfangen kann – die Lachtränen ungehindert fließen. Aber auch diejenigen, die den Feelgood-Faktor fürs Herz brauchen, werden bei „Der Dummschwätzer“ fündig.
Was euch derweil im September an Neuheiten im Prime-Video-Abo erwartet, könnt ihr unserer großen Monatsübersicht entnehmen:
Neu bei Amazon Prime Video im September 2026: Die beste Comic-Verfilmung aller Zeiten, eine neue "Reacher"-Serie & "LOL"-NachschubHinweis: Beim vorliegenden Text handelt es sich um eine Zusammenstellung von Streaming-Tipps, die schon zuvor in verschiedenen Artikeln auf FILMSTARTS erschienen sind.
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