Kaum eine Filmreihe besitzt einen derart unverwechselbaren Auftakt wie „Star Wars“: Nach dem berühmten „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…“ setzt die Musik von John Williams ein und eine gelbe Schrift verschwindet langsam im Sternenhimmel. Bei allen neun Episoden der Skywalker-Saga ist dieser Opening Crawl ein zentraler Bestandteil. Die beiden Kino-Spin-offs „Rogue One: A Star Wars Story“ und „Solo: A Star Wars Story“ verzichteten dann allerdings dagegen darauf, was Fans heiß diskutierten.
Daher gab es das ziemlich eindeutige Versprechen von Lucasfilm, dass sich das wieder ändern sollte. Doch anscheinend ist daraus mittlerweile eine wesentlich flexiblere Regel geworden.
Kathleen Kennedy versprach: Der Lauftext gehört zu den Kinofilmen
Als Lucasfilm bei der Star Wars Celebration 2023 gleich drei neue Kinofilme ankündigte, bestätigte die damalige Studiochefin Kathleen Kennedy gegenüber Entertainment Weekly zunächst die Rückkehr des berühmten Lauftexts. Selbst auf ausdrückliche Nachfrage ließ sie eigentlich kaum Interpretationsspielraum. Denn als man von ihr wissen wollte, ob sie mit der Aussage nur den damals angekündigten Film über Rey Skywalker (Daisy Ridley) meinte, antwortete Kennedy: „Nein. Der Crawl ist für die Filme.“
Die naheliegende neue Regel schien damit simpel: Die Serien auf Disney+ kommen ohne den klassischen Vorspann aus, die großen Kinofilme erhalten dagegen wieder jenes Intro, das schon 1977 das allererste „Star Wars“ eröffnete. Doch ganz so einfach ist es nicht.
"The Mandalorian & Grogu" hat das Versprechen bereits gebrochen
„Star Wars: The Mandalorian & Grogu“ brachte die weit, weit entfernte Galaxis im Mai 2026 erstmals seit „Der Aufstieg Skywalkers“ wieder ins Kino. Ausgerechnet beim großen Leinwand-Comeback fehlte jedoch der klassische Lauftext. Wie schon zuvor bei „Solo: A Star Wars Story“ gab es zwar einen Einleitungstext, doch statt der schräg nach hinten laufenden gelben Schrift wurde dieser lediglich als statischer Text eingeblendet.
Dass der Verzicht auf den klassischen Crawl kein Zufall war, haben Regisseur Jon Favreau und der inzwischen zum Lucasfilm-Präsidenten und Chief Creative Officer aufgestiegene Dave Filoni später erklärt. Favreau verwies gegenüber Entertainment Weekly darauf, dass der traditionelle Lauftext bislang eben nur mit den Filmen der Skywalker-Saga verbunden gewesen sei.
Neue Regel: Crawl nur noch für Saga-Filme
Filoni formuliert daraus jetzt eine neue Regel: Den klassischen „Star Wars“-Crawl wolle man möglichst für Filme vom „Saga-Typ“ reservieren. Damit wurde Kennedys Versprechen von 2023 durch einen ihrer Nachfolger jetzt einkassiert.
Filoni erklärte dabei aber nicht, was genau ein Film vom „Saga-Typ“ ist und damit können wir nur spekulieren, wann wir den berühmten „Star Wars“-Lauftext wiedersehen. 2027 startet zwar Shawn Levys „Star Wars: Starfighter“ mit Ryan Gosling. Die Handlung spielt einige Jahre nach „Der Aufstieg Skywalkers“, soll aber ausdrücklich neue Figuren ins Zentrum stellen und eine eigenständige Story erzählen. Nach Kennedys Aussage von 2023 wäre die Sache klar gewesen. Als Kinofilm bekommt „Starfighter“ einen Crawl. Nach Filonis neuer Definition ist das deutlich ungewisser. Gilt das Einzelabenteuer als Saga-Film oder steht es Projekten wie „Rogue One“, „Solo“ und „The Mandalorian & Grogu“ näher?
Womöglich gibt es die Rückkehr einer der berühmtesten Traditionen der Saga also erst, wenn irgendwann der lange angekündigte Rey-Film oder die von Simon Kinberg geplante neue Trilogie realisiert werden. Eine amüsante „Star Wars“-Story gibt es derweil im folgenden Artikel:
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