Die 3 besten Filme, die ihr dieses Wochenende auf Netflix schauen müsst
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Ihr seid auch vom endlosen Scrolling auf Netflix genervt? Damit ihr euch nicht im Streaming-Dschungel verliert, hat unser Autor Björn Schneider wieder das Angebot durchforstet. Hier sind seine drei Film-Highlights für dieses Wochenende.

Von Björn Schneider

Packt das Popcorn aus, denn es wird düster, intensiv und schauspielerisch hochkarätig! Für diese Woche habe ich wieder drei Filme auf Netflix herausgesucht, mit denen euch garantiert nicht langweilig wird. In Sachen Genre ist bei meinen Tipps bestimmt für jeden etwas dabei.

Diesmal stehen zeitgeistiges Sci-Fi-Entertainment, eine heillos unterschätzte 90er-Jahre-Familienkomödie und atmosphärischer Monster-Horror auf dem Programm. In diesem Sinne: Gute Unterhaltung und Stream ab!

"Paradise" (2023)

Die aktuelle, kritische Debatte über KI dreht sich vor allem um die Risiken des rasanten technologischen Fortschritts und die Macht der (profitorientierten) Tech-Firmen. Diese Themen greift auch der dystopische Sci-Fi-Thriller „Paradise“ auf. Das deutsche Netflix-Original spielt in einer nahen Zukunft, in der Menschen ihre Lebenszeit übertragen können. Die Technologie dahinter hat sich ein mächtiges Biotech-Startup ausgedacht. Als eine Frau gezwungen ist, 40 Jahre ihres Lebens abzutreten, deckt ihr Mann die finsteren Absichten des Unternehmens auf.

Paradise
Paradise
Starttermin 27. Juli 2023 | 1 Std. 56 Min.
Von Boris Kunz
Mit Kostja Ullmann, Marlene Tanczik, Lisa-Marie Koroll
User-Wertung
2,4
Filmstarts
3,5
Im Stream

Packende, visuell ansprechende Sci-Fi-Kost aus Deutschland ist selten. Noch seltener sind Sci-Fi- und Action-Blockbuster, die noch dazu – glaubhaft – Kurzweil mit Sozial- und Gesellschaftskritik vermengen. „Paradise“ gelingt genau das. Unser Autor Ulf Lepelmeier lobt in seiner FILMSTARTS-Kritik (3,5 Sterne) u.a. die „spannende Prämisse“ und den hohen „Unterhaltungswert“. Regisseur Boris Kunz gelingt mit seiner ersten großen Spielfilmproduktion ein ebenso kluges wie ambitioniertes Werk über die Skrupellosigkeit der Tech- und Pharmaindustrie. Milliardenschwere Unternehmen, für die der Mensch zur kommerziellen, austauschbaren Ware verkommt.

"Die kleinen Superstrolche" (1994)

Kinder- und Familienfilme erfreuen sich aktuell in den deutschen Kinos großer Beliebtheit („Emil und die Detektive“, „Bibi Blocksberg 2“). Eine kurzweilig-unterhaltsame Produktion, die sich ebenso an alle Altersgruppen richtet und den Schwerpunkt klar auf den Humor legt, ist die Familienkomödie „Die kleinen Superstrolche“ von 1994. Sie stammt von der US-Comedy-Spezialistin Penelope Spheeris („Wayne’s World“) und basiert auf der legendären Kurzfilm-Reihe „Die kleinen Strolche“ (1922 bis 1944). Der Film ist wie gemacht für Freunde anarchischer Abenteuer und chaotischer, wilder Slapstick-Einlagen.

Er handelt von einer Gruppe pfiffiger Dreikäsehochs, die in ihrer Heimatstadt für mächtig Trubel sorgen. Darunter der gewitzte Alfalfa (Bug Hall), der mit den anderen Jungs dem alljährlichen Seifenkistenrennen entgegenfiebert und stolzes Mitglied im „Club der Frauenhasser“ ist. Kompliziert wird es, als er sich verliebt.

Die Komödie lockte in Deutschland fast eine Million Besucher in die Kinos und erlangte später als VHS absoluten Kultstatus. Definitiv nachvollziehbar: „Die kleinen Superstrolche“ ist eine liebevolle Hommage an die Tonalität und ikonischen Charaktere des Originals. Außerdem geht von der kindlichen, sympathischen Naivität und den treffsicheren Gags, die hemmungslos die Erwachsenen aufs Korn nehmen, ein großer Reiz aus. Achtet zudem mal auf die vielen Promi-Cameos, von Whoopi Goldberg über Mel Brooks bis Donald Trump.

"The Wolfman" (2010)

Neben „Avengers: Doomsday“ und „Dune 3“ gehört Robert Eggers „Werwulf“ für viele zu den heiß ersehnten Kinofilmen der nahen Zukunft. Etliche Horror-Fans können die Werwolf-Neufassung des Schauer-Spezialisten („Nosferatu“) kaum mehr erwarten (Kinostart: 7. Januar 2027). Zur Einstimmung auf den Monsterfilm empfehle ich euch den starbesetzten „Wolfman“, ein Remake des Universal-Klassikers „Der Wolfsmensch“ (1941). „Jumanji“-Regisseur Joe Johnston schuf damit einen der für mich bis heute besten Werwolf-Horrorfilme überhaupt. Die Gründe dafür sind die technisch meisterhafte Umsetzung, Johnstons Gespür für Timing und Spannung – und der authentische, morbide Look.

„Wolfman“ erzählt die Geschichte von Lawrence Talbot (Benicio Del Toro), der nach dem Tod seines Bruders in seine englische Heimat zurückkehrt und dort mit einem grausamen Fluch konfrontiert wird. Oscar-Gewinner Del Toro („Traffic“) zeigt eine entwaffnende, physisch einnehmende Performance als Wolfsmensch. Ihm in nichts nach steht Schauspiel-Ikone Anthony Hopkins („Hannibal“) als Talbots exzentrischer, bedrohlicher Werwolf-Vater. Das von Maskenbildner-Legende Rick Baker („American Werewolf“) geschaffene Make-up erhielt völlig zu Recht einen Oscar.

Kürzlich ist ein neuer Trailer zum kommenden „Werwulf“ erschienen, der verdeutlicht, dass uns mit dem neuesten Werk des gefeierten Filmemachers erneut ein unheilvoll-atmosphärisches Stück Gothic-Horror-Kino erwarten dürfte:

Gänsehaut garantiert: Bildgewaltiger neuer Trailer zum Horrorfilm "Werwulf" – vom "Nosferatu"-Regisseur!

Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.
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