"Zuerst dachten wir an die beiden Toms": Bevor Keanu Reeves die Hauptrolle bekam, waren zwei andere Hollywood-Stars für diesen Action-Klassiker im Gespräch
von Michael Bendix
Teile diesen Artikel

Vor 32 Jahren feierte Keanu Reeves mit „Speed“ seinen endgültigen Action-Durchbruch. Dabei war er gar nicht die erste Wahl – ursprünglich wollte das Studio zwei Hollywood-Stars, die sich denselben Vornamen teilen!

Wer an Keanu Reeves denkt, hat wahrscheinlich vor allem zwei Rollen im Kopf – den Hacker Neo aus der „Matrix“-Reihe sowie den Auftragskiller „John Wick“. Beide Figuren hat der 62-Jährige bislang in jeweils vier Filmen gespielt. Doch seinen Aufstieg zum Action-Star verdankt Reeves zwei anderen Klassikern: Kathryn Bigelows „Gefährliche Brandung“ (1991) – und natürlich „Speed“ (1994), in dem er einen jungen Polizisten spielt, der verhindern muss, dass ein mit einer Bombe präparierter Linienbus in die Luft fliegt, sobald seine Geschwindigkeit unter 80 Kilometer pro Stunde fällt.

Speed
Speed
Starttermin 20. Oktober 1994 | 1 Std. 56 Min.
Von Jan de Bont
Mit Keanu Reeves, Dennis Hopper, Sandra Bullock
User-Wertung
4,2
Filmstarts
5,0
Auf Disney+ streamen

Heute scheint es völlig selbstverständlich, dass Reeves neben Sandra Bullock die männliche Hauptrolle in „Speed“ verkörpert – doch tatsächlich war er nicht annähernd die erste Wahl. Bereits für seinen Part in „Gefährliche Brandung“ musste der damalige Jungstar kämpfen, weil man ihn dank der beiden „Bill & Ted“-Filme vor allem mit Komödien assoziierte. Und obwohl er in dem halsbrecherischen Heist-Thriller eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte, dass er als Action-Held eine hervorragende Figur macht, war er auch für „Speed“ nur eine Art Notlösung – das Studio wollte für den Cop Jack Traven einen deutlich etablierteren Darsteller, um so viele Zuschauer*innen wie möglich in die Lichtspielhäuser zu locken.

Statt Keanu Reeves: Diese Stars wollte das Studio für "Speed"

Vor allem zwei Namen standen ganz oben auf der Liste der Wunschkandidaten: der bis heute weitgehend actionunerfahrene Tom Hanks sowie Tom Cruise, dessen erster Auftritt als Agent Ethan Hunt in „Mission: Impossible“ noch zwei Jahre in der Zukunft lag! Das hat Drehbuchautor Graham Yost in einem Interview mit Entertainment Weekly bestätigt (via AlloCiné):

„Zuerst dachten wir an die beiden Toms […], aber auch an Wesley Snipes und Woody Harrelson, die kurz davorstanden, gemeinsam ‚Money Train‘ zu drehen. Wir haben viele verschiedene Möglichkeiten durchgespielt.“

Nachdem zahlreiche Schauspieler anderweitig beschäftigt waren oder aus anderen Gründen ablehnten – Stephen Baldwin beispielsweise meinte, das Skript erinnere ihn zu sehr an „Stirb langsam“ –, kam der entscheidende Impuls aus einer unerwarteten Richtung:

„Das Kind von jemandem aus dem Studio warf ein: ‚Warum nicht Keanu Reeves? Der sieht doch toll aus!‘“, erinnert sich Yost. „Wir sahen uns alle an und dachten: ‚Äh … der Typ aus ‚Bill & Ted‘?‘ Dann überlegten wir es uns anders und sagten: ‚Moment mal, in ‚Eine Wahnsinnsfamilie‘ war er richtig gut. Treffen wir uns doch mal mit ihm.‘“

"Keanu war groß und schlank und hatte schon damals eine coole Frisur"

Und so geschah es. „Keanu kam mit dem Motorrad zu Disney, wo Produzent Mark Gordon sein Büro hatte“, fährt Yost fort. „Er war groß und schlank und hatte schon damals eine coole Frisur. Er hatte ‚Gefährliche Brandung‘ gedreht, deshalb wussten wir, dass er mit einer Waffe umgehen und überzeugend einen Polizisten spielen konnte. Genau diese Lässigkeit und diese Ausstrahlung als Cop suchten wir.“ Reeves konnte die Studio-Verantwortlichen schließlich überzeugen – und seine Besetzung erwies sich in jeder Hinsicht als die richtige Wahl!

Mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund 350 Millionen US-Dollar schaffte es „Speed“ zum fünfterfolgreichsten Kinofilm des Jahres 1994 – heute gilt er längst als Meilenstein des Genres, der in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik sogar die seltene Maximalwertung von fünf Sternen einheimsen konnte.

Ganz anders sieht das im Fall der Fortsetzung „Speed 2: Cruise Control“ von 1997 aus, in der Reeves aus guten Gründen gar nicht mehr dabei war – denn diese enttäuschte nicht nur am Box Office, sondern wurde auch von der Kritik vernichtet. Im Zeitalter der Legacy Sequels ist trotzdem immer mal wieder von der Möglichkeit eines dritten Teils die Rede – wie es aktuell darum steht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Speed 3" kann kommen: Auch das Studio will die Fortsetzung zu einem der besten Actionfilme aller Zeiten – unter einer Bedingung!

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.

*Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Liebt es, wenn Filme in Bewegung sind – und bekommt von (guten!) Action-Filmen deshalb niemals genug. „Speed“ hat seine Leidenschaft für Action-Kino einst entfacht, und durch Filme wie „Ambulance“ oder „RRR“ lebt sie weiter.
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren