Skandal-Regisseurin plant ihr nächstes Projekt: Nach blutigem Body-Horror und Kannibalismus-Schocker wird sie nun einen Bestseller adaptieren
von Dobrila Kontic
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Ihr Spielfilmdebüt „Raw“ sorgte für Ohnmachtsanfälle, der Nachfolger „Titane“ gewann die Goldene Palme von Cannes und nun nimmt sich Julia Ducournau eines aufsehenerregenden Tatsachenromans an.

Eine junge Frau und überzeugte Vegetarierin will Tierärztin werden, entwickelt aber während ihres Studiums eine unbändige Gier nach Menschenfleisch. Mit diesem Kannibalismus-Plot und viszeralen Szenen höchster Intensität beeindruckte 2016 „Raw“, das blutige Spielfilmdebüt von Julia Ducournau. Gerüchten zufolge sorgte der Body Horror sogar für Ohnmachtsanfälle bei seiner Aufführung während der Filmfestspiele von Toronto.

Dass ihr Werk aber für mehr steht als gezielte Schockeffekte, bewies Ducournau spätestens mit ihrem Nachfolger „Titane“, der 2021 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes die begehrte Goldene Palme gewann. Nachdem ihr letzter Spielfilm „Alpha“ die Kritik nicht gleichermaßen überzeugen konnte, plant die Regisseurin ihr nächstes Projekt, für dass sie sich eine besondere Romanvorlage vorknöpft.

Das Nasenbluten ist nur der Anfang: Ducournaus Spielfilmdebüt Wild Bunch
Das Nasenbluten ist nur der Anfang: Ducournaus Spielfilmdebüt "Raw" von 2016

Darum geht es in Ducournaus nächstem Film

Genauer gesagt ist „Mein wahrer Name ist Elisabeth“ ein Tatsachenroman: Die Autorin Adèle Yon hat darin nach gründlichen Recherchen im Familienarchiv die Geschichte ihrer Urgroßmutter Elisabeth, genannt Betsy, niedergeschrieben.

Bei Elisabeth wurde im Frankreich der 1950er Schizophrenie diagnostiziert, woraufhin die junge Frau dem entsetzlichen, damals verbreiteten Lobotomie-Eingriff unterzogen wurde. Weitere 17 Jahre verbrachte Elisabeth anschließend in einer geschlossenen Psychiatrie.

„Mein wahrer Name ist Elisabeth“ wurde zum Bestseller in Frankreich und mittlerweile in 21 Sprachen übersetzt – auf Deutsch findet ihr das Buch bei Amazon:

"Ich bin vor Freude in die Luft gesprungen!"

Gegenüber der französischen Zeitung Le Monde zeigte sich Adèle Yon kürzlich begeistert davon, dass Julia Ducournau ihr Buch verfilmen wird: „Ich hatte viele Angebote von Regisseuren erhalten, aber ich wollte nur sie“, erklärt Yon in dem Bericht. „Sie ist eine faszinierende Künstlerin, Feministin, unabhängig – ich bin vor Freude in die Luft gesprungen!“

Der Freudensprung ist nachvollziehbar, schließlich hat Ducournau wiederholt gezeigt, dass sie komplexe Frauenfiguren und tiefgreifende Gesellschaftskritik auf unnachahmliche Weise miteinander kombinieren und dabei unvergessliche Filme erschaffen kann. Zugleich wird jetzt schon spekuliert, dass die Adaption von „Mein wahrer Name ist Elisabeth“ 2028 bei den Filmfestspielen von Cannes gezeigt werden könnte.

Auf welche Verfilmung sich eingefleischte Body-Horror-Fans demnächst noch freuen können, erfahrt ihr hier:

Basierend auf einem der besten Horrorfilme aller Zeiten: Mischung aus Body-Horror und Psycho-Thriller von einem Genre-Meister kommt

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Dobrila Kontic
Dobrila Kontic
-Freie Autorin
Zu Dobrilas Lieblingsfilmen gehört Düster-Melancholisches ("Donnie Darko") bis Dystopisches ("Children Of Men"), aber schwarzhumorigen Komödien und Satiren kann sie auch viel abgewinnen.
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