Unabhängige und selbstbewusste Frauen waren schon immer ein Problem für das Patriarchat: Wer viel wusste, war noch vor ein paar Hundert Jahren schnell als Hexe verschrien und landete auf dem Scheiterhaufen. „Die Hexen von Eastwick“ spielt im Grunde mit dieser Prämisse: mit der Macht, die entsteht, wenn Frauen sich zusammentun, gegen männliche Bevormundung verbünden und laut aussprechen, was sie sich wünschen.
1987 nahm sich „Mad Max“-Regisseur George Miller dieses Motivs an und verfilmte den gleichnamigen Roman* von John Updike. Das Ergebnis ist eine herrlich böse Geschlechtersatire mit okkultem Fantasy-Einschlag, die bis heute großen Spaß macht – und dazu noch grandios besetzt ist. Susan Sarandon, Michelle Pfeiffer und Cher geben drei Frauen und Hexen, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und wer könnte die Rolle des diabolischen Mannes in ihrer Mitte besser ausfüllen als Jack Nicholson?
Den inzwischen zum Kult avancierten Film könnt ihr heute um 20.15 Uhr auf Super RTL sehen. Alternativ könnt ihr ihn bei Amazon Prime Video kaufen oder leihen:
"Die Hexen von Eastwick": Drei Hexen und ein Teufel von Mann
Die drei Freundinnen Sukie (Michelle Pfeiffer), Jane (Susan Sarandon) und Alexandra (Cher) wohnen in dem beschaulichen Kaff Eastwick. Was sie verbindet – und womit sie im Ort auch immer weider auffallen – ist die Tatsache, dass alle drei ohne Partner leben und alleinerziehend sind. Als sie eines Abends bei ein paar Gläsern Wein zusammensitzen und sich den perfekten Mann ausmalen, ahnen sie nicht, was auf sie zukommt: Mit Sturm und Wind zieht der exzentrische Millionär Daryl Van Horne (Jack Nicholson) in Eastwick ein und bezieht eine prachtvolle Villa am Rand der Stadt.
Daryl ist laut, vulgär, maßlos von sich überzeugt und alles andere als ein klassischer Traumprinz. Dennoch gelingt es ihm, jede einzelne der Frauen auf eine andere Weise um den Finger zu wickeln – bis sie alle in einer Art Viererbeziehung Zeit auf dem Anwesen verbringen, ungeahnte Fähigkeiten entdecken und das Leben fernab von kleinstädtischen Konventionen genießen.
Doch das Spiel mit dem Teufel hat seinen Preis: Nach und nach wird den Frauen klar, mit wem sie es hier tatsächlich zu tun haben. Sie beginnen, sich Daryls Kontrolle und Macht zu entziehen – mit üblen Folgen für ihn…
Zwischen Größenwahn, überzogenen Effekten und schwarzem Humor
Subtil ist „Die Hexen von Eastwick“ sicherlich nicht. Der Film strotzt vor sexuellen Anspielungen, grotesken Einfällen und ist an vielen Stellen hemmungslos überzogen – und gerade deswegen auch sehenswert. Kirschkerne, die an einer Stelle gegessen werden und woanders wieder auftauchen, eine Voodoo-Puppe, die Jack Nicholson durch sein Auto schleudert und ein fulminanter Kotzstrahl in der Kirche sind nur einige der vielen kleinen Höhenpunkte, die sich durch den Film ziehen – und bei denen man sich nur zu gerne auf den Irrsinn einlässt, auch wenn sich der Film gegen Ende zunehmend in einem Effektspektakel zu verlieren droht.
Cher, Susan Sarandon und Michelle Pfeiffer funktionieren dabei als magisches Trio wunderbar – und Jack Nicholsons Daryl ist so schmierig, größenwahnsinnig und exzessiv, wie man ihn sich nur wünschen kann. Dass die Frauen bei aller feministischen Botschaft am Ende doch einen Mann brauchen, um ihre wahre Stärke und Selbstbestimmung zu entdecken, mag ein kleiner Wermutstropfen sein. Nichtsdestotrotz ist „Die Hexen von Eastwick“ ein großer, klamaukiger Fantasy-Spaß für alle, die es mit gutem Geschmack nicht so genau nehmen.
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