Wer heute an Charlize Theron denkt, hat wahrscheinlich sofort ihre zahlreichen Action-Rollen im Kopf – schließlich lieferte die 51-Jährige nicht nur als Furiosa in „Mad Max: Fury Road“ eine unvergessliche Performance ab, sondern glänzte auch in Filmen wie „Atomic Blonde“, „The Old Guard“ oder der „Fast & Furious“-Reihe mit ihrer enormen physischen Präsenz.
Doch vor rund zwei Jahrzehnten sah das noch völlig anders aus: Therons Versuch, sich mit dem Sci-Fi-Flop „Æon Flux“ als Action-Heldin zu etablieren, scheiterte 2005 auf spektakuläre Art und Weise – nur ein Jahr, nachdem sie für ihre Darstellung der Serienmörderin Alice Wuornos in „Monster“ einen Oscar als Beste Hauptdarstellerin bekam. Darüber hinaus hatte die Südafrikanerin in ganz unterschiedlichen Filmen mitgespielt, vom Okkult-Thriller „Im Auftrag des Teufels“ über das oscarprämierte Drama „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ bis hin zu Komödien wie „Im Bann des Jade Skorpions“.
Charlize Theron lehnte ein millionenschweres Weltkriegs-Spektakel ab
Damals verfolgte Theron einen eisernen Grundsatz: Sie wollte ausschließlich in Filmen mitspielen, deren Regisseur*innen sie bewunderte und von denen sie das Gefühl hatte, dass sie ihr als Schauspielerin neue Herausforderungen bieten würden. Projekte, die nicht in dieses Schema passten, lehnte sie rigoros ab – darunter auch ein Weltkriegs-Epos, das sein Ziel, „Titanic“ Konkurrenz zu machen, zwar nicht ganz erreichte, 2001 aber immerhin auf Platz 6 der erfolgreichsten Filme des Jahres landete: Die Rede ist natürlich von „Pearl Harbor“!
Theron bekam das Angebot, die Krankenschwester Evelyn Johnson zu verkörpern, die zwischen den befreundeten Kampfpiloten Rafe McCawley (Ben Affleck) und Danny Walker (Josh Hartnett) steht. Doch die Rolle, die letztlich an Kate Beckinsale gehen sollte, bot ihr kaum schauspielerische Anreize – und augenscheinlich gehörte Krawall-Meister Michael Bay trotz seines damaligen Erfolges mit Blockbustern wie „Armageddon“ auch nicht zu den von ihr geschätzten Regisseuren.
Im Interview mit Entertainment Weekly gab die „Apex“-Mimin zu, dass es aus strategischer Sicht wahrscheinlich klug gewesen wäre, den Vertrag zu unterschreiben – doch zugleich machte sie unmissverständlich klar, dass sie nach wie vor hinter jedem ihrer Karriereschritte steht (via Far Out Magazine). „Wer auch immer mitspielt, wird wahrscheinlich ein riesiger Star werden, und der Film wird enorm erfolgreich sein“, so Theron. „Aber ich weiß, dass ich heute hier bin, weil ich meine Entscheidungen immer danach getroffen habe, was sich für mich richtig anfühlte und was mich herausforderte.“
Mit einem weltweiten Einspielergebnis von fast 450 Millionen US-Dollar war „Pearl Harbor“ in der Tat ein großer Kino-Hit – doch die Kritiker*innen zerrissen das Spektakel in der Luft, und obwohl Beckinsale in der Folge sehr präsent war, steht sie anders als Theron heute nicht in der ersten Reihe. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass Theron sich stattdessen für einen Film entschied, der ebenfalls nicht gerade in die Kinogeschichte eingegangen ist: die Romanze „Sweet November“ mit Keanu Reeves, die an den Kinokassen enttäuschte und ihr obendrein eine Nominierung als Schlechteste Schauspielerin für die Goldene Himbeere einbrachte.
Wenn ihr übrigens wissen wollt, von welchem Co-Star sogar Charlize Theron eingeschüchtert war, dann lest direkt im folgenden Artikel weiter:
"Ich hatte das Gefühl, dass sie tatsächlich viele Leute verprügeln könnte": Charlize Theron war mächtig eingeschüchtert von dieser Action-Kollegin