Bei „Avatar“ dürfte das Gros der Cinephilen zuallererst wohl an die Pandora-Saga von James Cameron denken. Doch noch bevor das erste Abenteuer von Jake Sully, Neytiri und Co. 2009 die Kinomagie zurück in die Filmtheater brachte, avancierte auf den Fernsehbildschirmen „Avatar - Der Herr der Elemente“ zum Popkultur-Phänomen – das bis heute enormes Ansehen genießt (u. a. Rang 6 der besten Serien aller Zeiten im All-Time-Ranking bei IMDb). Inzwischen wurde aus der amerikanischen Zeichentrick-Sensation längst ein multimediales Franchise, das auf die unterschiedlichsten Weisen erweitert wurde – an das Original kam allerdings nichts mehr heran (auch nicht die durchaus wohlwollend aufgenommene Live-Action-Adaption aus dem Hause Netflix).
Am allerwenigsten gerecht wurde „The Last Airbender“ (so der englischsprachige Originaltitel) allerdings eine Kino-Verfilmung – jedenfalls, wenn es nach dem Großteil der Fans des Originals geht: „Die Legende von Aang“ wurde 2010 als Misserfolg auf ganzer Linie verbucht – und das obwohl an den Kinokassen immerhin 319 Millionen Dollar und damit mehr als das Doppelte der üppigen Produktionskosten (150 Millionen Dollar) zusammenkamen.
Der Film lasse die Qualitäten vermissen, mit denen die Filme von M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“) ansonsten auftrumpfen können, meinten die einen. Die erste Staffel der Vorlage in gerade einmal 100 Minuten zu quetschen, sei bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt gewesen, kritisierten die anderen. Während sich der Cast mit Whitewashing-Vorwürfen konfrontiert sah, wurden obendrein die damals bereits vorherrschenden technischen Möglichkeiten moderner 3D- und Effektkunst kaum genutzt (zur Erinnerung: „Avatar - Aufbruch nach Pandora“ gab es zu jenem Zeitpunkt bereits). Aber hat sich der Film 16 Jahre später vielleicht doch noch eine zweite Chance verdient? Owen Gleibermann von Entertainment Weekly fand schließlich auch positive Worte, verbuchte ihn als „‚Star Wars‘ mit Martial Arts“, der grundsätzlich gar nicht so schlecht sei.
Ab dem 6. November 2026 habt ihr erstmals die Möglichkeit, „Die Legende von Aang“ auf 4K-Blu-ray – und damit vielleicht auch ein Stück weit neu – zu erleben. Aller Kritik zum Trotz, dürften sich Fans physischer Medien darüber durchaus erfreut zeigen. Schließlich sind die bisher erschienenen Ausgaben praktisch restlos aus dem Handel verschwunden, sodass damit verhindert wird, dass der gescheiterte Franchise-Starter in der digitalen Welt verloren geht und irgendwann vielleicht endgültig vergessen wird...
Dass der Film dennoch seine Fans hat, zeigt eine durchschnittliche Amazon-Wertung von 4,6 von 5 Sternen – auch wenn die Ratings beim Versandriesen in der Regel nur als bedingt repräsentativ gelten. In der FILMSTARTS-Kritik gab es vergleichsweise schwache 2 von 5 Sternen.
Darum geht's in "Die Legende von Aang"
Die vier Elemente stehen für vier stolze Nationen – Luft, Wasser, Erde und Feuer –, die seit jeher von dem Avatar im Gleichgewicht gehalten werden. Oder besser gesagt: wurden. Denn die Feuernation unter Ozai (Cliff Curtis) entfesselte vor einem Jahrhundert einen verheerenden Krieg, mit dem ein neues, dunkles Kapitel der Zerstörung und Verzweiflung aufgeschlagen wurde. Ausgerechnet der junge Aang (Noah Ringer), der gerade erst aus dem Gefängnis im ewigen Eis befreit wurde, soll das verlorene Gleichgewicht als neuer Avatar wiederherstellen. Gemeinsam mit der Wasserbändigerin Katara (Nicola Peltz Beckham) und ihrem Bruder Sokka (Jackson Rathbone) begibt er sich auf eine gefährliche, schicksalhafte Odyssee...
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Dieser Artikel basiert auf einem bereits auf FILMSTARTS erschienenen Beitrag.