Nach mehr als 40 Jahren läuft dieser Horror-Kultfilm jetzt endlich ungekürzt in den deutschen Kinos: Aber es gibt kaum noch Tickets!
von Christoph Petersen
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Bei kaum einem Film haben Fans so sehr einer ungeschnittenen Fassung entgegengefiebert – da ist es kein Wunder, dass es nach 40 Jahren einen gewissen Hype gibt. Aber mit diesem Ansturm hat wohl kaum jemand gerechnet …

Ich habe tatsächlich noch eine der allerletzten Karten für morgen Abend ergattert. Aber damit sehe ich ihn nun trotzdem ein halbes Jahr später als eigentlich geplant: Die restaurierte und erstmals ungeschnittene Fassung von Ken Russells Hyper-Kultfilm „Die Teufel“ war die einzige Vorstellung beim Filmfestival in Cannes, bei der ich nicht auf Anhieb ein Ticket ergattert habe. In der Last-Minute-Line war ich dann zwar fast schon drin, als kurz vor Beginn noch „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson samt Entourage ankam und die letzten Plätze besetzt hat – aber so spielt das Leben.

Am vergangenen Donnerstag also endlich der reguläre deutsche Kinostart – und damit endlich die Chance, sich „Die Teufel“ ohne Ticketstress auf der großen Leinwand anzusehen. Immerhin handelt es sich um einen mehr als 40 Jahre alten Nischen-Kultfilm – wie viele Verstreute werden da schon mit einem in der Woche um 21:30 Uhr im Kino sitzen? Eine Handvoll vielleicht? Aber Pustekuchen! Zumindest in Berlin ist es aktuell ein kleines Wunder, noch einen der offensichtlich wahnsinnig begehrten Plätze zu ergattern.

Am Wochenende war bei den Yorck-Kinos jedenfalls direkt alles ausverkauft – und auch innerhalb der Woche gab es maximal noch einzelne freie Plätze in der ersten Reihe (wo ich zum Glück eh immer sitze, selbst wenn ich die freie Auswahl habe). Wenn der Verleih auf diesen überraschenden Ansturm reagiert, kommen in der zweiten Woche ab Donnerstag womöglich noch weitere Kinos hinzu – ansonsten sollte man rechtzeitig planen, um überhaupt noch eines der Tickets abzubekommen.

Das ist "Die Teufel"

Der Plot: Im 17. Jahrhundert verteidigt Priester Urbain Grandier (Oliver Reed) die französische Stadt Loudun gegen Kardinal Richelieu (Christopher Logue). Als die in ihn verliebte Äbtissin Jeanne (Vanessa Redgrave) ihn aus Eifersucht der Hexerei beschuldigt, wird ein Inquisitor auf ihn angesetzt. Währenddessen verfallen die Nonnen einem Wahn. Kann ein groß angelegter Exorzismus diesen Frevel nun beenden?

Der Skandal: „Die Teufel“ kleidet seine Themen in derart explizite Bilder, dass Kritik und Vatikan gegen den Film Sturm liefen. Die Fachpresse verschmähte das Werk als „pornografisch“, während die Kirche vergeblich versuchte, die Premiere in Venedig zu verhindern. „Die Teufel“ kam schließlich nur stark gekürzt in die US-amerikanischen und britischen Kinos. Viele Nackt- und Folterszenen wurden auf ein Minimum reduziert, zwei Szenen ganz gestrichen. Erst Jahrzehnte später wurde das weggeschlossene Material 2005 überhaupt wieder freigegeben, bevor es nun in die restaurierte Fassung eingefügt wurde.

Apropos verbotene Filme – auch auf diesen Heimkinostart gab es damals einen so unglaublichen Run, dass alle Exemplare bereits am ersten Tag vergriffen waren:

In zahlreichen Ländern verboten: "Gesichter des Todes" erscheint ungekürzt fürs Heimkino

Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Seitdem er nach „Scream“ eine Woche lang nicht schlafen konnte, jagt er diesem Gefühl hinterher – und schaut deshalb so gut wie jeden Horrorfilm.
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