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    Der gefeierte Mann hinter "The New Pope": Das ist Paolo Sorrentino
    Von Markus Trutt — 25.02.2020 um 15:05
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    Paolo Sorrentino gehört nicht erst seit seinen Serien „The Young Pope“ und „The New Pope“ zu den aktuell spannendsten Regisseuren Europas. Wir stellen euch den gefeierten italienischen Filmemacher einmal näher vor.

    HBO / Sky / Canal+

    Wer auch nur halbwegs aufmerksam den Vorspann von „The New Pope“ schaut, stößt gleich mehrfach auf den Namen Paolo Sorrentino. Wie schon bei der Vorgängerserie „The Young Pope“ war Sorrentino als Schöpfer, Produzent, Co-Autor und Regisseur aller Folgen auch diesmal wieder DIE treibende kreative Kraft hinter dem Projekt. Doch was hat der Italiener mit dem wohlklingenden Namen eigentlich vor seinen Papst-Serien gemacht?

    Anfänge in Italien

    Begonnen hat der 1970 in Neapel geborene Sorrentino seine Regiekarriere mit einigen Kurz- und Spielfilmen in seinem Heimatland Italien, darunter auch sein Langfilm-Debüt „Ein Mann zuviel“ aus dem Jahr 2001, das den Auftakt zur wiederholten Zusammenarbeit mit Schauspieler Toni Servillo bildete.

    Größere internationale Bekanntheit erlangte Sorrentino aber erst sieben Jahre später mit „Il Divo - Der Göttliche, seinem komplex erzählten Porträt des berüchtigten italienischen Ministers Giulio Andreotti (gespielt von Toni Servillo), dem mehrfach Verbindungen zur Mafia nachgesagt wurden.

    Damit deckte Sorrentino nicht nur schon zwei seiner Lieblingsthemen (den Politzirkus seines Landes und die Mafia) ab, sondern demonstrierte auch bereits seine großen Stärken: Wie kaum ein Zweiter bringt er Melodrama, akribische Beobachtungen und einen ganz eigenen entlarvenden Humor zusammen.

    Lucky Red
    Paolo Sorrentino am Set von „Il Divo - Der Göttliche“

    Englischsprachiges Debüt und ein Meisterwerk

    Die Resonanz auf „Il Divo“ (vor allem auch bei den Filmfestspielen von Cannes 2008) dürfte dann auch dazu beigetragen haben, dass Sorrentino für seinen ersten englischsprachigen Film zwei Jahre später direkt Stars wie Sean Penn und Frances McDormand für die Hauptrollen gewinnen konnte. In „Cheyenne - This Must Be The Place“ spielte Penn einen Ex-Rockstar, der sich auf die Suche nach einem untergetauchten Nazi macht, unter dessen Aufsicht sein Vater einst im KZ Qualen durchlitten hat.

    Trotz dieses Abstechers blieb Sorrentino bei der Filmproduktion aber auch seiner eigenen Sprache treu – und wie! Mit seinem satirischen Gesellschaftsdrama „La Grande Bellezza - Die große Schönheit“ über die römische Kultur-Schickeria (natürlich mit Toni Servillo in der Hauptrolle) lieferte er ein rauschhaftes Meisterwerk ab, das 2014 völlig zu Recht mit dem Oscar und dem Golden Globe in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet wurde.

    "The Young Pope" und "The New Pope"

    Mit der bissigen und mit Michael Caine, Harvey KeitelRachel Weisz und Paul Dano äußerst prominent besetzten Tragikomödie „Ewige Jugend“ ließ Sorrentino darauf seine zweite englischsprachige Produktion folgen, bevor er sich mit „The Young Pope“ anschließend erstmals an einer Serie versuchte – wobei die Erzählung über den ersten amerikanischen Papst (Jude Law) in ihrer Dichte und Opulenz auch eher wie ein zehnstündiger Film anmutet.

    An der Möglichkeit, seine Geschichten so ausgedehnt erzählen zu können, schien Sorrentino, der zu seinen Regiearbeiten in der Regel auch selbst die Drehbücher beisteuert, jedenfalls Gefallen gefunden zu haben. Zwischenzeitlich widmete er sich in „Loro - Die Verführten“ zehn Jahre nach „Il Divo“ zwar erstmal in Filmform erneut einem fragwürdigen italienischen Politiker (diesmal Silvio Berlusconi, der – wie kann es anders sein – ebenfalls von Toni Servillo verkörpert wurde). Danach kehrte er aber in die von ihm entworfene Welt des modernen Papsttums zurück und realisierte mit „The New Pope“ eine „The Young Pope“-Nachfolgeserie.

    Zukünftige Projekte

    Als nächstes steht für Qualitätsgarant Paolo Sorrentino wieder ein Filmprojekt auf der Agenda, für das er sich einmal mehr in Mafiagefilde begibt – diesmal jedoch auf amerikanischem Boden und mit namhafter Hollywood-Unterstützung. In „Mob Girl“, der voraussichtlich 2021 erscheint, soll Oscarpreisträgerin Jennifer Lawrence die Hauptrolle der realen Mafia-Informantin Arlyne Brickman übernehmen.

    Aber wer weiß: Vielleicht wird Sorrentino eines Tages auch „The Young Pope“ und „The New Pope“ mit einer dritten Miniserie weiter fortsetzen. Bis dahin können wir uns aber nun erstmal an der zweiten erfreuen.

    Wann und wo läuft "The New Pope"?

    Die neun Episoden von „The New Pope“ sind seit dem 20. Februar 2020 immer donnerstags ab 20.15 Uhr auf Sky Atlantic HD in Doppelfolgen zu sehen sowie auf Sky Go, Sky Q und Sky Ticket in Deutschland bzw. Sky X in Österreich on Demand abrufbar. Auch der Vorgänger „The Young Pope“ steht bei den Streamingdiensten zur Verfügung.

     

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