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    Genial: So revolutioniert "The Mandalorian" die Filmbranche
    Von Tobias Mayer — 12.12.2020 um 16:00
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    Computereffekte hatten mit „Terminator 2“ und „Jurassic Park“ ihren Durchbruch – aber die Roboter und Dinos wurden erst nach dem Dreh ergänzt. In „Star Wars: The Mandalorian“ tauchen die Stars dagegen schon am Set in die virtuellen Welten ein.

    The Walt Disney Company

    Als George Lucas Ende der Neunziger anfing, die „Star Wars“-Prequels zu drehen, ließ er viele der Welten, Kreaturen und Raumschiffe am Computer entstehen. Er setzte damit auf eine Technik, die in „Terminator 2“ (1991) und „Jurassic Park“ (1993) ihren Durchbruch hatte – allerdings nahm sich Lucas der neuen Methoden in einem Umfang an, der zu Lasten seiner Darsteller ging.

    Der starke Einsatz von CGI (Computer Generated Imagery, also Computereffekte) sorgte für Frust bei den Darsteller*innen. Vor allem Ewan „Obi-Wan“ McGregor beschwerte sich, dass er und die anderen Schauspieler*innen vor blauen und grünen Leinwänden spielen mussten, an deren Stellen später die Bilder aus dem Computer gesetzt wurden. Es fiel ihm schwer, sich in die weit, weit entfernte Galaxis hineinzuversetzen.

    Dieses Problem haben die Stars aus der „Star Wars“-Serie „The Mandalorian“ nicht. Sie tauchen jeden Tag live am Set in die fernen Welten ein, weil eine Technik namens Virtual Production zum Einsatz kommt – auf die auch andere Filmemacher*innen außerhalb von „Star Wars“ bereits ein Auge geworfen haben.

    The Walt Disney Company
    Ausschnitt aus der Doku-Serie "Disney Galerie: The Mandalorian"

    Mittendrin in täuschend echten Computerwelten

    Egal, ob Din Djarin (Pedro Pascal) und Grogu in einem Raumschiff sitzen oder durch die Wüste laufen: Gedreht wurde meist in einer Filmkulisse, die von vielen LED-Screens umgeben ist. Sie formen einen großen Halbkreis als Rückwand der Kulisse sowie eine Decke. Dort sehen die Darsteller*innen am Set denselben Hintergrund, den auch wir Zuschauer später in der Disney+-Serie präsentiert bekommen.

    Diese Virtual Production ist eine technische Revolution, die „Mandalorian“-Showrunner Jon Favreau bereits bei seinem „Der König der Löwen“ erprobte (wo sie aber nur zur Planung von Szenen genutzt wurde). Sie hilft den Stars, sich in die Szenen hineinzuversetzen und sie spart Kosten, da weniger Reisen nötig sind und teure Außendrehs wegfallen. Man muss dieses Verfahren gesehen haben, um seine Tragweite zu begreifen, wir empfehlen dazu die vierte Folge der Doku-Serie „Disney Galerie: The Mandalorian“:

    ›› "Mandalorian"-Doku bei Disney+*

    Die neue "Star Wars"-Technik breitet sich aus

    Ewan McGregor wird sich freuen, dass auch die „Star Wars: Obi-Wan Kenobi“-Serie ab Anfang 2021 als Virtual Production gedreht wird und die Technik dürfte außerdem bei der „Rogue One“-Prequelserie „Star Wars: Andor“ eingesetzt werden, die Diego Luna derzeit dreht. Nun ist möglich, was George Lucas Mitte der Nullerjahre noch nicht tun konnte, als er erfolglos die erste „Star Wars“-Realserie plante: „Star Wars“ fürs Fernsehen drehen, das aussieht wie „Star Wars“ im Kino, ohne dass die Kosten explodieren.

    Virtual Production hat das Potential, zum neuen Hollywood-Standard zu werden, anstelle der in den letzten Jahren verbreiteten Greenscreens. Regisseur Matt Reeves nutzt die Technik für einige Szenen von „The Batman“ und arbeitet dazu mit Kameramann Greig Fraser, der drei Folgen „The Mandalorian“ filmte und daher die nötige Erfahrung mitbringt.

    Taika Waititi will die Technik zudem bei „Thor 4: Love And Thunder“ einsetzen, nachdem er sie als „Mandalorian“-Regisseur kennenlernte. Und im Sci-Fi-Film „Gods Of Mars“, wo ein Kampf auf dem roten Planeten ausbricht, wird Virtual Production sogar für jede einzelne Szene eingesetzt.

    Erster Kinofilm komplett mit Virtual Production: Das ist "Gods Of Mars"

    Die achte und letzte Folge der zweiten Staffel „The Mandalorian“ erscheint am 18. Dezember um 9 Uhr auf Disney+.

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