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    TV-Tipp: Marvel-Star vs. Pornosucht ist das unterhaltsamste Duell des heutigen Fernsehabends
    Daniel Fabian
    Daniel Fabian
    -Redakteur
    Berührt und fasziniert zu werden, aber auch etwas über sich selbst lernen – das bedeutete Kino schon immer für Daniel. Darum machte der einstige Sozialarbeiter am Ende seine Leidenschaft auch zum Beruf.

    Auch wenn Scarlett Johansson zur ultimativen Sexbombe mutiert, hat sie in Joseph Gordon-Levitts Regiedebüt „Don Jon“ keine Chance gegen dessen Pornosucht. ZDF Neo zeigt die sexy-charmante RomCom am 11. März ab 22 Uhr.

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    Joseph Gordon-Levitt ist vor allem bekannt für Rollen, die einem direkt ans Herz wachsen. Ob nun als problemgebeutelter Metalhead in „Hesher“, als robin-esquer Sidekick in „The Dark Knight Rises“ sowie allen voran natürlich in seinen romantischen Komödien – als verliebter Nerd in „10 Dinge, die ich an dir hasse“ oder als seiner großen Liebe hinterher trauernder Single in „(500) Days Of Summer“. Auch mit seinem Regiedebüt „Don Jon“ blieb er seiner vermeintlichen Paradedisziplin treu, nutzt gleichzeitig aber die Gelegenheit, sich dennoch von einer völlig neuen Seite zu zeigen – in einer Rolle, die eigentlich für Channing Tatum gedacht war, bevor am Ende doch Gordon-Levitt selbst vor die Kamera trat.

    Im Gegensatz zu seinen anderen RomComs gibt er darin allerdings keinen hoffnungslosen Romantiker, sondern einen Pornosüchtigen, der schmutzige Filmchen stets über tatsächliche Beziehungen zu Frauen stellt – selbst als er seine potentielle Traumfrau (Scarlett Johansson) trifft. Das herrlich unterhaltsame Duell zwischen dem als ultimative Sexbombe inszenierten Marvel-Star und dem endlosen Fundus von PornHub & Co. gibt's heute Abend im TV zu sehen: ZDF Neo zeigt „Don Jon“ am 11. März 2022 um 22 Uhr und der Autor dieses Artikels kann dafür nur eine Empfehlung abgeben. Ganz egal, ob ihr von RomComs sowieso nie genug kriegen könnt oder ohr ihr die oft schnulzigen Liebesgeschichten eigentlich verabscheut – „Don Jon“ ist für alle. Nun, vielleicht nicht ganz …

    ... denn der Autor dieses Artikels erinnert sich nur zu gut, als er den Film eher zufällig in seinem Südamerika-Urlaub sah. Noch vor Deutschlandstart lief der Film im September 2013 nämlich auf dem internationalen Filmfestival von Rio de Janeiro, wo sich das Publikum nicht halb so sehr über „Don Jon“ amüsierte wie der heutige FILMSTARTS-Redakteur, der praktisch den ganzen Film über ein breites Grinsen im Gesicht trug, das immer wieder kurzzeitig in lautes Gelächter überging. Damit war der einzige weiße Europäer im gesamten Saal zwar ziemlich allein, ist aber auch egal. Heute bekommt „Don Jon“ wenigstens von vielen Seiten die Liebe, die er verdient.

    Darum geht's in "Don Jon"

    Sein Körper und seine Wohnung, sein Auto und die Kirche, seine Kumpels und seine Mädels – das sind die Dinge, die Jon Martello (Joseph Gordon-Levitt) im Leben wichtig sind. Und Internet-Pornos. Denn egal wie viele Mädels er in seinem Stammclub auch abschleppt, keine von ihnen löst im Bett auch nur annähernd das Glücksgefühl eines guten Sexvideos aus. Doch dann trifft er eines abends Barbara (Scarlett Johansson), eine „glatte 10“, wie es Jon sagen würde. Und die stellt sein Liebes- und Sexualleben durchaus auf den Kopf. Und sie lässt ihn – zumindest vorerst – gar nicht ran.

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    Doch Jon bleibt hart (sowohl bildlich als auch buchstäblich) und kann die blonde Schönheit tatsächlich für sich gewinnen. Die beiden gehen eine Beziehung ein, mit allem drum und dran, doch schon bald muss Jon erkennen, dass nicht einmal seine vermeintliche Traumfrau die Porno-Sehnsucht zu stillen vermag. Doch dann lernt er die ältere Esther (Julianne Moore) an der Abendschule kennen, die mit Sexualität auf eine offene Art und Weise umgeht, wie es Jon so gar nicht kennt…

    „Don Jon“ ist quasi der locker-flockige Gegenentwurf zum gefeierten Sex-Drama „Shame“. Im Gegensatz zum überstilisierten Style-over-substance-Schocker von Oscarpreisträger Steve McQueen (für „12 Years A Slave“) verliert sich Joseph Gordon-Levitt in seinem Film aber nicht in bedeutungsschwangeren Plattitüden, sondern „begegnet seinem schlüpfrigen Sujet mit Charme, Witz und einer gehörigen Portion Selbstironie“, wie es in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik heißt.

    Die sympathisch-ehrliche Pornosucht-Komödie verliert sich im letzten Drittel zwar ein wenig in allzu ernsthaften Gefilden, bleibt am Ende aber nichtsdestotrotz als wunderbar kurzweilige Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität in Erinnerung. Wenn euch stattdessen aber eher nach einer schonungslosen Abrechnung mit der Pornoindustrie ist, seid ihr mit dem gerade fürs Heimkino erschienenen „Pleasure“ jedoch besser bedient:

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