John Carpenter

Familienstand

Jobs Regisseur , Komponist , Drehbuchautor mehr
Pseudonyme

Martin Quatermass

,

Rip Haight

mehr
Nationalität
Amerikanischer
Geburtstag 16. Januar 1948 (Carthage, New York, USA)
Alter
78 Jahre alt

Biographie

John Carpenter hat dem amerikanischen Genre-Kino seinen ureigenen Stempel aufgedrückt. Mit „Halloween - Die Nacht des Grauens" formulierte er einen Trend, der zahlreiche Nachahmer und Fortschreiber des Slasher-Genres nach sich ziehen sollte. Daneben erarbeitete er sich mit Filmen wie dem Action-Thriller „Die Klapperschlange“ oder der absurden Science-Fiction-Parodie „Dark Star“ einen Ruf als Meister des Erzählens. Carpenter führt bei seinen Werken nicht nur Regie, sondern schreibt meist auch das Drehbuch sowie die Musik.

Musik ist Trumpf

John Carpenter wurde am 16. Januar 1948 in Carthage, New York geboren, 1953 zog es die Familie jedoch nach Bowling Green, Kentucky, wo Carpenter später die Western Kentucky University besuchen sollte. Sein Vater Howard Ralph Carpenter war Professor für Musik, wodurch Carpenter entscheidend beeinflusst wurde: Die Soundtracks zu seinen Filmen sollte er später oft auch selbst komponieren. Bereits in jungen Jahren fanden die Werke von Howard Hawkss und John Ford seine Aufmerksamkeit und auch für das 50er-Jahre-Horrorkino entwickelte Carpenter ein Faible. Er begann bald selbst Super-8-Filme zu drehen und besuchte schließlich die University of Southern California's School of Cinematic Arts, an der er 1971 abschloss. Während seines Studiums war Carpenter als Co-Autor und Komponist an „The Resurrection of Broncho Billy“ beteiligt, ein Kurzfilm, der 1970 veröffentlicht wurde. Der gut zwanzigminütige Western erzählt von einem jungen Mann in der Gegenwart, der sein Alltagsleben als Westernmärchen ausdeutet. Der Film erhielt einen Oscar für den besten Kurzfilm.

Schneller Erfolg mit Science-Fiction

Nach seinem Studium gelang es John Carpenter in Zusammenarbeit mit Dan O'Bannon unter erheblichen Mühen seinen ersten Spielfilm zu realisieren. Aufgrund des schmalen Budgets von etwa 60.000 Dollar übernahm Carpenter bei der Science-Fiction-Parodie „Dark Star – Finsterer Stern“ nicht nur auf dem Regiestuhl Platz, sondern steuerte auch das Drehbuch bei, komponierte eigenständig die Musik und produzierte das Werk. O'Bannon trat als Darsteller auf, tüftelte mit Carpenter am Drehbuch und zeigte sich für den Schnitt und die Spezialeffekte verantwortlich. Die Komödie über eine zunehmend gelangweilte Raumschiffbesatzung, deren einsame Mission in der Sprengung instabiler Planeten besteht, avancierte im Laufe der Jahre zu einem Kultfilm. Mit bissigem Humor parodierte der Filmemacher unter anderem Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“, in dem er die Astronauten in absurde Diskussionen mit einer Bombe verwickelte. Carpenters erfrischende Zugriff auf das Genre prägte unter anderem den Begriff des Alien als außerirdische Lebensform. 1976 wurde der Film von der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films mit der Golden Scroll für die besten Spezialeffekte ausgezeichnet. Außerdem erhielt die Produktion eine Nominierung für den Hugo Award in der Kategorie Best Dramatic Presentation. John Carpenter und O'Bannon für den Nebula Award in der Kategorie Bestes Drehbuch nominiert. Finanziell konnte Carpenter von seinem Werk allerdings nicht profitieren, da es aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten eines Mitproduzenten Teil eines gerichtlich eingezogenen Wertekanons wurde.

Großstadtwestern

Nach seinem erfolgreichen Komödieneinstieg legte Carpenter den Humor erst einmal ad acta und wandte sich ernsteren Stoffen zu. Beeinflusst von Howard Hawks' „Rio Bravo“ realisierte er den Action-Thriller „Assault - Anschlag bei Nacht“, in dem sich eine bunt zusammengewürfelte Truppe aus Polizisten, Verwaltungsmitarbeitern und einem Strafgefangenen in einem kurz vor der Schließung stehenden Polizeirevier den wütenden Angriffen einer anonymen Jugendbande erwehren muss. Der als Western durchgestylte Film – die Angreifer ersetzen die Indianer, die Eingeschlossenen die Cowboys – besticht durch einen tollen Spannungsbogen und eine positive Moral. Darüber hinaus warf Carpenter einen sozialkritischen Blick auf Amerikas Problemviertel. Carpenter steuerte erneut die Musik bei und schnitt den Film unter dem Pseudonym John T. Chance, dem Rollennahmen John Waynes aus „Rio Bavo“. Während Amerikas Filmkritiker zunächst zurückhaltend reagierten, wurde das Werk in Europa begeistert aufgenommen.

Meister des Genre-Kinos

Bis dato hatte sich Carpenter einen Ruf als besonders ökonomischer Filmemacher erworben, der auch mit kleinen Budgets tolle Ergebnisse erzielt. Denn obwohl diese stetig stiegen, waren die etwa 325.000 Dollar, mit denen er 1978 den genreprägenden Horrorfilm „Halloween“ realisierte, im Vergleich zu anderen Produktionen immer noch gering. Mit dem Film gelang Carpenter der größte, finanzielle Erfolg seiner Karriere. "Halloween" zog nicht nur zahlreiche Sequels ohne Carpenters direkte Beteiligung nach sich, sondern etablierte den Slasher als festen Bestandteil des amerikanischen Horror-Kino. Jamie Lee Curtis verkörperte darin eine Babysitterin, die sich mit dem Serienkiller Michael Myers konfrontiert sieht. Die bedrohliche Titelmusik aus Carpenters Feder sorgt in Verbindung mit der perfekten Kameraarbeit, die oftmals mit fließenden Steadycam-Fahrten arbeitet, und einem konsequenten Spannungsaufbau für eine schneidende Atmosphäre. Nach "Halloween" stand der Name Carpenter endgültig für hochkarätiges Genre-Kino. Während der Dreharbeiten zu dem von Alfred Hitchcock inspirierten TV-Thriller „Das unsichtbare Auge“ lernte Carpenters Schauspielerin Adrienne Barbeau kennen, mit der er fünf Jahre verheiratet war. In Carpenters Horrorfilm „The Fog“, in dem ein übernatürlicher Nebel eine kleine Küstenstadt heimsucht, spielte Barbaeu dann auch eine Hauptrolle. 1981 drehte Carpenter den Action-Thriller „Die Klapperschlange“ mit Kurt Russell als rebellischem Helden, der den im Manhattan der Zukunft verunglückten Präsidenten retten soll.

Durchwachsene Zeiten

Anschließend machte sich Carpenter an eine Neuverfilmung von „Das Ding aus einer anderen Welt“. Die Geschichte basiert auf einem Roman von John W. Campbell Jr. und erzählt von einer Gruppe von Antarktisforschern, die durch ein prähistorisches Monster immer weiter dezimiert wird. Für die Hauptrolle besetzte Carpenter erneut Kurt Russell. Da das Horrorkino jedoch zu diesem Zeitpunkt eine Durststrecke erlebte, floppte der Film. Dasselbe Schicksal war auch der Verfilmung des Stephen King-Romans „Christine“ beschieden, während die märchenhafte Erzählung „Starman“ über einen von Jeff Bridges verkörperten Außerirdischen, der auf der Erde strandet und vom Militär gejagt wird, ein kleiner Erfolg gegönnt war. Nachdem aber auch der wilde Genre-Stilmix „Big Trouble in Little China“ kommerziell ohne Erfolg war, wandte sich Carpenter erst einmal wieder kleineren Produktionen zu. Mit dem 1987 erschienenen, okkulten Horrorfilm „Die Fürsten der Dunkelheit“ und der Science-Fiction-Dystopie „Sie leben!" feierte der Filmemacher dann auch wieder Erfolge. An seine erfolgreichste Phase in den späten 70er-Jahren konnte er allerdings nicht wieder anknüpfen.

Rückzug und Revival

Zwar war Carpenter auch in den 90ern weiterhin aktiv, seine Filme waren jedoch nur wenig beachtenswert. Auf den halbgaren Fantasyfilm „Jagd auf einen Unsichtbaren“ folgte der stilistisch zwiespältigen „Die Mächte des Wahnsinns“, in dem Sam Neill als Privatdetektiv einen spurlos verschwundenen Horror-Autoren sucht. Beide Werke floppten an den Kinokassen. Lediglich der Vampir-Action-Film „John Carpenters Vampire“ mit James Woods in der Hauptrolle konnte ein kleines Plus verbuchen. Carpenter verquickte darin Westernelemente mit religiösen Motiven. Der 2001 erschienene Science-Fiction-Thriller „Ghosts of Mars“ über eine Gruppe Polizisten, die bei dem Versuch, einen Gefangenen aus einer kleinen Minenstadt auf dem Mars zu bergen, mit gefährlichen Geistern konfrontiert wird, bot dann quasi ein Best Of von Carpenters beliebtesten Motiven: Western, Mythologie und berstende Spannung auf engstem Raum. Der Film markierte Carpenters zeitweiligen Abschied vom Filmgeschäft. Erst 2005 erklärte sich Carpenter bereit, für TV-Serie "Masters of Horror" eine Episode zu inszenieren. Neben anderen Genre-Größen wie Dario Argento, John Landis oder Takashi Miike stellte Carpenter eine von 13 Geschichten. "Cigarette Burns“ handelt von einem seltenen Film, dessen einzige Vorführung zu einem zu Gewaltausbrüchen im Zuschauerraum geführt hat. Die Episode wurde von Kritikern und Publikum positiv aufgenommen. Für die zweite Staffel der Serie steuerte Carpenter dann auch die Folge „Pro-life“ bei. „The Ward“ markierte 2011 schließlich Carpenters Rückkehr ins Kino und zum reduzierten Horrorkino klassischer Prägung. Der Film zeigt Amber Heard als Insassin eine Nervenheilanstalt, die von einem Geist malträtiert wird.

Seit 1990 ist John Carpenter mit Sandy King verheiratet, die zahlreiche seiner späteren Filme - darunter „Sie Leben!“ und „Ghosts of Mars“ - mitproduziert hat.

Die ersten Filme und Serien

Poster der The Resurrection of Broncho Billy
The Resurrection of Broncho Billy
Unbekannter Starttermin
Poster der Dark Star - Finsterer Stern
Dark Star - Finsterer Stern
9. Februar 1979
Poster der Assault - Anschlag bei Nacht
Assault - Anschlag bei Nacht
9. März 1979
Poster der Das unsichtbare Auge
Das unsichtbare Auge
Unbekannter Starttermin

Die besten Filme und Serien

Poster der Das Ding aus einer anderen Welt
Das Ding aus einer anderen Welt
1982
Poster der Halloween - Die Nacht des Grauens
Halloween - Die Nacht des Grauens
1978
Poster der The Fog – Nebel des Grauens
The Fog – Nebel des Grauens
1980
Poster der Die Klapperschlange
Die Klapperschlange
1981

Die Karriere in Zahlen

56
Karrierejahre
1
Preis
32
Filme
4
Serien
6
Nominierungen
0
Kinostart

Bevorzugte Genres

Horror : 42 %
Thriller : 26 %
Sci-Fi : 18 %
Action : 14 %

Seine FILMSTARTS-Statistiken

1
Video
82
Bilder
91
Nachrichten

Hat häufig zusammengearbeitet mit ...

foto von Peter Jason
Peter Jason
8 Filme
John Carpenter - Fürst der Dunkelheit (2005), Ghosts of Mars (2001), Flucht aus L.A. (1996), Das Dorf der Verdammten (1995), Die Mächte des Wahnsinns (1994), Body Bags (1993), Sie leben! (1988), Die Fürsten der Dunkelheit (1987)
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Charles Cyphers
6 Filme
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Kurt Russell
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Adrienne Barbeau
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