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Monster Trucks
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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Monster Trucks
Von
Es ist eine vergleichsweise harmlose präpubertäre Fantasie: Ein heranwachsender Junge freundet sich mit einer tierähnlichen Kreatur an, die über außergewöhnliche Kräfte verfügt. Von „Elliott, der Drache“ über „Drachenzähmen leicht gemacht“ bis zu „E.T. – Der Außerirdische“ wurden immer wieder ähnliche Szenarien aufgegriffen, mit „Monster Trucks“ folgt nun eine weitere Variante – nur dieses Mal mit einem etwas älteren Protagonisten. Entsprechend wird das Action-Abenteuer, mit dem Animationsexperte Chris Wedge („Ice Age“, „Robots“) seinen Einstand als Realfilmregisseur gibt, als „Buddy Movie“ vermarktet, obwohl es sich eigentlich eher um einen klassischen Kinderfilm nach Disney-Schema handelt. Die Geschichte der Freundschaft zwischen dem fast erwachsenen Schüler Tripp und einem vermeintlichen „Monster“, das seinen Truck „beseelt“, ist so etwas wie das filmische „Missing Link“ zwischen J.J. Abrams' 1980er-Nostalgie in „Super 8“ und einer spektakelmäßig deutlich heruntergefahrenen Version der „Transformers“.

Der Teenager Tripp (Lucas Till) träumt von einem eigenen, möglichst PS-starken Gefährt, das er sich bei seinem Nebenjob auf einem Schrottplatz selbst zusammenbasteln will. Als er mal wieder eine Nachtschicht in der Werkstatt verbringt, taucht dort ein seltsames Wesen auf, etwa so groß wie ein dreiviertel Elefant, mit Tentakeln und großen Zähnen, aber auf seine Art etwas tollpatschig, possierlich und liebenswert. Creech, wie Tripp seinen neuen Freund nennt, stammt aus einem unterirdischem Ökosystem, das durch eine Probebohrung des Energiekonzerns „Terravex“ (terra = lateinisch für Erde; to vex = englisch für ärgern, quälen, schikanieren) geöffnet wurde. Firmenchef Tenneson (Rob Lowe), sein gefügiger Wissenschaftler Dowd (Thomas Lennon) und der skrupellose Handlanger Burke (Holt McCallany) wollen die entkommenen Tentakelwesen, die sich von Erdöl ernähren, am liebsten „verschwinden“ lassen - weil schon der Fund einer gefährdeten „Krötenechse“ ihre Ausbeutung des ölreichen Gebiets zunichtemachen könnte. Tripp erforscht unterdessen die erstaunlichen Fähigkeiten des an Land nur schwer beweglichen riesigen Haustiers, wird mit gleich zwei Vaterfiguren konfrontiert und bekommt Unterstützung durch seine Mitschülerin, die „Jugend für Tierrechte“-Aktivistin Meredith (Jane Levy) - wobei ihm aber lange Zeit komplett entgeht, dass diese ziemlich in ihn verschossen ist.



Das Teeniegeplänkel zwischen Tripp und Meredith, die sich als Bio-Nachhilfe anbietet und schon mal spätabends mit Karteikarten bei ihm auftaucht, aber dann etwas frustriert davon ist, wenn er sie nicht nach Hause fahren will oder deutliche Hinweise auf einen Gute-Nacht-Kuss übersieht, ist noch am ehesten ein Aspekt des Films, der auch Zuschauer über 14 ansprechen könnte - aber die Lovestory zwischen den Teenagern (die einmal mehr von Darstellern weit jenseits der 20 verkörpert werden) bleibt reichlich harmlos. Man muss schon sehr aufmerksam sein, um zumindest mal einen zweideutig auslegbaren Dialog zu erhaschen - „Monster Trucks“ ist ganz eindeutig vor allem für die jungen Zuschauer gedacht, die sich für solchen zwischenmenschlichen Kram noch nicht interessieren und lieber die Actionszenen mit ihren Modellautos nachspielen.

Die vorpubertäre Zielgruppe dürfte auch am wenigsten Probleme damit haben, sich auf die durchaus eigenwilligen Prämissen des Films einzulassen. Dazu gehört zum einen die Idee, dass dein Auto wie in „Transformers“ oder „Knight Rider“ dein bester Freund sein kann. Und zum anderen wird der Begriff „Monster Trucks“ so umgedeutet, dass im Truck ein Monster lebt, das diesen wie einen Rollstuhl benutzt (um dies zu verdeutlichen absolviert „Lethal Weapon“-Star Danny Glover extra einen illustrativen Gastauftritt) und gleichzeitig aber auch irgendwie den Motor des Autos ersetzt (inklusive entsprechender „Ernährung“ mit Benzin). Das (pseudo-)wissenschaftliche Geschwätz über Schwarmintelligenzen und biolumineszierende feine Härchen an den Tentakeln (damit bewegt Creech die Achsen seines Trucks mit vermeintlich 425 PS), das sich die Drehbuchautoren als Erklärung zusammengereimt haben, ist hochgradig absurd: Wer bei diesem Film Spaß haben will, muss bereit sein, die kindsköpfige Prämisse und andere Albernheiten zu „schlucken“.

Daneben hat „Monster Trucks“ aber auch einige ganz eindeutige Pluspunkte zu bieten: Lucas Till (Havok aus den bisher letzten drei „X-Men“-Filmen und der neue „MacGyver“) und Jane Levy („Suburgatory“, „Don't Breathe“) sind ein sympathisches Paar mit guter Chemie, dazu setzen bewährte Nebendarsteller wie Frank Whaley („Pulp Fiction“), Amy Ryan (oscarnominiert für „Gone Baby Gone“) oder Barry Pepper („The Green Mile“) in der Rolle des zunächst schwierigen Stiefvaters Akzente, und ungeachtet der größtenteils perfekten CGI-Effekte erinnert die Atmosphäre des Films an die 1980er, nicht zuletzt auch durch den pompösen orchestralen Soundtrack von David Sardy („Ghost Rider: Spirit Of Vengeance“), der an vergleichbare Scores von Alan Silvestri („Zurück in die Zukunft“) oder John Williams („Krieg der Sterne“) erinnert - aber nicht ganz an diese Vorbilder heranreicht.

Die Handlung um den bösen Konzern wurde in etlichen Kinderfilmen wie „Yogi Bear“ oder den „Herbie“-Filmen schon ausgereizt, aber das nostalgische Feeling von „Monster Trucks“ ist durchaus angenehm und dass der krawalligen Kriegsfilmatmosphäre der „Transformers“-Reihe hier mit dem Blick auf eine Freigabe für die jüngsten Zuschauer eine sehr viel entspanntere Stimmung (man achte auf die verdiente „Strafe“ für den Oberbully Burke) entgegengesetzt wird, lässt sich nur begrüßen. Einem erwachsenen Publikum kann man den Film trotz der nicht unsympathischen Appelle etwa an das Kind im Manne zwar nicht uneingeschränkt empfehlen, aber wer von den Kleinen ins Kino geschleppt wird, muss dies sicher nicht bereuen.

Fazit: „Monster Trucks“ ist ein Film, der vor allem kleine Jungs (so von 5 bis 13) ansprechen wird - obwohl die handelnden Figuren deutlich älter sind. Der Humor, die Probleme, die Weltsicht: Alles ist sehr kindlich gehalten. Für Zuschauer, die tatsächlich schon selbst Auto fahren dürfen und nicht mehr „Iiih, die küssen sich!“ rufen, wenn sie einer Leinwandromanze beiwohnen, ist der Film indes nur bedingt befriedigend.

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Kommentare

  • FAm Dusk Till Dawn

    "Für Zuschauer, die tatsächlich schon selbst Auto fahren dürfen und nicht mehr „Iiih, die küssen sich!“ rufen, wenn sie einer Leinwandromanze beiwohnen, ist der Film indes nur bedingt befriedigend."

    XD. Klasse ^^

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