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    Tenet
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    5,0
    Meisterwerk
    Tenet

    Der Krieg der Zeiten

    Von Christoph Petersen
    Nach der Entscheidung, „Mulan“ direkt auf Disney+ auszuspielen, ist dies nun also der Film, der ganz allein das Kino retten soll. Keine leichte Aufgabe. Aber leicht hat es sich Christopher Nolan bei seinem elften Spielfilm ohnehin nicht gemacht. Der Plot von „Tenet“ ist ein vielfach verschachteltes Rätsel – und die grundlegende Prämisse, dass sich Dinge durch die sogenannte Inversion auch rückwärts durch die Zeit bewegen können, führt zu einigen der spektakulärsten, aber eben auch komplexesten (Action-)Choreographien, die es jemals auf der großen Leinwand zu bestaunen gab.

    Nun sollte man – nicht mal als Kritiker – so tun, als hätte man bereits nach dem ersten Ansehen jeden Aspekt des Films vollständig durchdrungen. Gerade im bombastischen Finale geschehen so viele Dinge vorwärts und rückwärts und doch gleichzeitig, dass wohl selbst der Begriff Mindfuck, mit dem die Filme von Christopher Nolan bereits seit „Memento“ immer wieder beschrieben werden, noch eine Untertreibung wäre. Aber seit „Mad Max: Fury Road“ haben einen Actionszenen im Kino eben auch nicht mehr derart weggepustet wie nun bei „Tenet“ – und deshalb ist es auch alles andere als eine Bürde, sich den Film ein zweites oder drittes Mal anzusehen.

    Achtung: Im Folgenden werden die Prämisse und einige (Action-)Szenen von „Tenet“ behandelt. Wer vorab gar nichts wissen will, sollte also direkt zum Fazit springen und die ausführliche Kritik erst nach dem Kinobesuch lesen.


    Nachdem er sich selbst unter Folter geweigert hat, seine CIA-Kollegen zu verraten, wird der Protagonist (John David Washington) mit einer neuen Mission betraut: Er soll den Dritten Weltkrieg verhindern! Allerdings weiß er darüber kaum mehr als das Codewort „Tenet“ und das, was ihm die Wissenschaftlerin Barbara (Clémence Poésy) an einem Schießstand vorführt: Die Geheimdienste stoßen immer häufiger auf Gegenstände (etwa Pistolenkugeln), die invertiert wurden – das heißt, dass sie aus der Zukunft stammen und sich nun in der Zeit zurückbewegen.

    Was will uns die Zukunft damit nur sagen? Sind die invertierten Waffen womöglich gar eine Kriegserklärung unserer eigenen Nachfahren? Der Protagonist klappert seine Kontakte ab und stößt so bald auf den Namen Andrei Sator (Kenneth Branagh). Die wohl beste Chance, an den russischen Milliardär und Waffenhändler heranzukommen, ist seine Frau Kat (Elizabeth Debicki), die ihren Ehemann aus tiefstem Herzen verabscheut. Aber dafür müssen der Protagonist und sein neuer Partner Neil (Robert Pattinson) zunächst einmal einen halsbrecherischen Heist am Osloer Flughafen einfädeln…

    Wie wir Zeit wahrnehmen


    Heute gibt es maximal noch eine Handvoll Regisseure, deren Name allein einen Film nicht nur für versierte Kinokenner, sondern auch für das breite Publikum zu einem Ereignis macht: Noch vor Quentin Tarantino und Steven Spielberg steht Christopher Nolan ganz oben auf dieser Liste!

    Das ist durchaus überraschend: Schließlich ist das „The Dark Knight“-Mastermind im Herzen ein Philosoph, der über die Natur der Zeit nachdenkt – nur dass er seine Erkenntnisse eben nicht in trockenen akademischen Schriften, sondern in oft atemberaubenden Leinwand-Blockbustern verarbeitet. „Tenet“ ist nun gleich in mehrfacher Hinsicht der Höhepunkt dieser Beschäftigung mit der Wahrnehmung von Zeit, die sich wie ein roter Faden durch das Werk des Regisseurs und Drehbuchautors zieht.

    In „Memento“ kann sich Leonard Shelby (Guy Pearce) nach dem Verlust seines Kurzzeitgedächtnisses immer nur an die vergangenen fünf Minuten erinnern, während die Zeit für die Protagonisten in „Inception“ und „Interstellar“ aufgrund von Traumebenen bzw. Gravitationen unterschiedlich schnell vergeht. Selbst in sein Kriegs-Epos „Dunkirk“ hat Christopher Nolan sein Lieblingsthema hineingeschmuggelt, wenn sich Bodentruppen, Boote und Flugzeuge auf verschieden langen Zeitstrahlen durch die Handlung bewegen. Aber mit „Tenet“ geht er jetzt eben nicht nur einen, sondern gleich ein paar Schritte weiter…

    Der Protagonist (John David Washington) und sein Partner Neil (Robert Pattinson) haben ihre Mission fest im Blick...


    Die Idee, dass sich nur einzelne Gegenstände oder Personen rückwärts in der Zeit bewegen, während der Rest der Welt seine gewohnte Richtung beibehält, ist derart faszinierend, dass man sich nur deshalb nicht sofort in seinen eigenen physikalisch-philosophischen Überlegungen verliert, weil einen der treibende Score von Ludwig Göransson („Black Panther“), die bildgewaltigen Einstellungen von Hoyte Van Hoytema („Spectre“) sowie die nie gesehenen Action-Choreographien zweieinhalb Stunden lang ohnehin kaum zum Luftholen kommen lassen. Dabei kommt dann auch eine weitere ganz zentrale Stärke von Christopher Nolan zum Tragen:

    Gerade in der ersten Hälfte, wenn der Protagonist erst einmal alle möglichen Kontakte trifft (irgendwo muss man Michael Caine ja unterbringen) und dabei auch schon mal auf kühl-selbstsichere Art flirtet, erinnert „Tenet“ in gewisser Weise an ein James-Bond-Abenteuer (und ja, John David Washington wäre ein grandioser Nachfolger für Daniel Craig, nur ist er eben leider kein Brite).

    Während man bei 007-Blockbustern aber oft das Gefühl bekommen kann, dass die Handlung und die zentralen Set-Pieces eigentlich unabhängig voneinander entwickelt und erst am Ende zusammengesteckt werden, folgen die Action und die unvergesslichen Bilder bei Christopher Nolan in aller Regel direkt aus der Prämisse (bestes Beispiel: das sich faltende Paris in „Inception“). Diese Aussage war nie wahrer als im Fall von „Tenet“.

    Wenn selbst ein paar Faustschläge zum Ereignis werden


    Bei einer plötzlich losbrechenden Prügelei spürt man sofort, dass hier irgendetwas nicht stimmt – es fehlt die Präzision, die man bei Kampfszenen in Filmen dieser Größenordnung gewohnt ist. Das wirkt alles ein wenig „durcheinander“ und „unabgestimmt“. Erst nach und nach versteht man, dass einer der Kontrahenten sich während der Schlägerei offenbar rückwärts durch die Zeit bewegt – und so entsteht ein Effekt, der unsere Sehgewohnheiten sprengt und selbst erfahrenen Kinogängern ein Stück weit den Teppich unter dem Boden wegzieht. Eine schon in dieser kleinen Dosis absolut faszinierende Erfahrung, die sich im weiteren Verlauf des Films noch um ein Vielfaches potenziert.

    Man mag sich kaum ausmalen, wie viel Planung in diese Szenen geflossen sein muss – gerade weil so gut wie nichts in „Tenet“ am Computer entstanden ist. Man kann sich sogar gut vorstellen, dass Christopher Nolan und seine Choreographen eine eigene Sprache entwickeln mussten, um überhaupt mit der nötigen Präzision und ohne ständige Missverständnisse über das sprechen zu können, was da gerade im Finale alles abläuft. (Man verzeiht deshalb auch gerne, dass der Showdown an einem ziemlich unspektakulären Ort zwischen grau-braunen Ruinen stattfindet – woanders hätte das alles wohl selbst ein Christopher Nolan nicht drehen können.)

    Wäre auch ein grandioses Bond-Girl: Elizabeth Debicki als Oligarchen-Gattin Kat.


    Nolan ist ein sehr funktional denkender Filmemacher – und das gilt auch für seinen Umgang mit seinen Figuren, die deshalb oft etwas kalt, ganz selten sogar leblos wirken. Aber in dieser Hinsicht greifen ihm auch bei „Tenet“ seine einmal mehr durch die Bank hochkarätigen Darsteller unter die Arme:

    Der Protagonist hat nicht einmal einen Namen – und trotzdem verleiht ihm John David Washington eine unglaubliche Präsenz. Wenn nach „BlacKkKlansman“ noch Zweifel bestanden haben sollten, dass der 36-Jährige wie sein Vater Denzel Washington das Zeug zum Hollywood-Superstar hat, sollten diese nach „Tenet“ wohl endgültig beseitigt sein. An seiner Seite brilliert Robert Pattinson als undurchsichtiger, aber schlagfertiger und supersympathischer Sidekick mit Ernest-Hemingway-Anklängen, bevor der Ex-„Twilight“-Beau dann als nächstes in „The Batman“ seinen eigenen Action-Blockbuster anführt.

    Kenneth Branagh kann doch böse Russen spielen


    Elizabeth Debicki (spielt in der nächsten Staffel „The Crown“ Prinzessin Diana) gibt unterdessen die Art von Bond-Girl, von der wir auch bei 007 gern mehr sehen würden – unfassbar elegant und sexy, aber ambivalent und bis zum Schluss mit eigener, rachegetriebener Agenda.

    Am meisten Sorgen haben wir uns vorab ehrlich gesagt um Kenneth Branagh gemacht, denn auch wenn er fraglos ein großer Schauspieler ist, hat er 2014 in „Jack Ryan: Shadow Recruit“ schon einmal einen russischen Superverbrecher verkörpert, ohne dabei auch nur das kleinste bisschen Eindruck zu hinterlassen. Aber keine Sorge: Als egomaner Plutoniumsammler kann man diesmal selbst im Kinosaal regelrecht Angst vor ihm bekommen.

    Zeit versteht man nicht, man spürt sie


    Am Ende gibt es natürlich noch mal ein paar Wendungen und Twists, bei denen man vermutlich extrem dicke Doktorarbeiten darüber schreiben könnte, ob sie nun rein logisch Sinn ergeben oder nicht (und man kann sich sicher sein, dass es in den kommenden Wochen zumindest lange Essays geben wird, die genau diese Fragen behandeln und die ich aus ehrlichem Interesse gerne lesen werde).

    Aber bis es so weit ist, sollte man – zumindest beim ersten Sehen – einfach das rauschhafte Leinwandspektakel über sich hinwegfegen lassen, das Christopher Nolan hier 150 Minuten lang fast ohne Unterlass abfackelt. Selbst einfache „Meetings“, wie es sie in Agentenfilmen eben zuhauf gibt, werden in seinen Händen zum visuellen Schmaus, etwa durch einen auch ohne Inversion „umgekehrten“ Bungeesprung oder den Schnitt zum Bug eines invertiert durchs Meer gleitenden Schiffes, dessen Wasserbrechung auf faszinierende Weise verstört.

    Wie sagt Wissenschaftlerin Barbara doch bei ihrer Erklärung der Inversion zum Protagonisten: „Versuchen Sie nicht, es zu verstehen, fühlen Sie es.“

    Fazit: Ein visuell rauschhaftes und konzeptionell bahnbrechendes Science-Fiction-Action-Meisterwerk – auf einem Level mit „Inception“!

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    Kommentare

    • despair
      Das storytelling ist komplizierter als es sein muss, zu Lasten der Charaktere, nur um in Entscheidenden Punkten keinen Sinn zu machen. Pattinson und das Handwerk waren die Stars des Films.
    • despair
      Sehr schwer nachzuvollziehen diese Kritik ist, keinen Sinn machen tut dieser Film ~ Gandalf
    • Piet
      Debicki ist vom Nightmanager Set direkt rüber zu Nolan um die exakt selbe Rolle zu spielen? Wie lange hat sie im Hintergrund bitte das Deck abgespritzt?Die ich will doch nur hier weg mit meinem Kind Frauen Opferrolle kann ich nicht mehr sehen.Und wie der Protagonist sagte: What about free will?Diese Frage macht -wenn man sie sich die ganze Zeit stellt- ganze Film kaputt, denn in wirklich haben die Figuren nun mal die Wahl etwas zu tun oder nicht zu tun. Bei closed loop Filmen wie diesem werden sie dann mit unsichtbarer Hand geführt welche ihnen eben diesen freien Willen nehmen damit das Konzept aufgeht.Entweder ein Plothole oder ich hab's nicht gecheckt: Wenn skynets plan hier ist die gesamte Zeit zu invertieren, was genau hält sie jetzt davon ab? Wozu brauchen sie diesen Inverter-Grillspieß? Man hat es ja auch ohne ihn geschafft diese Inverter-Drehtüren zu bauen? Kann man mit dem Grillspieß das Gesamt Universum invertieren? Und falls ja, macht die Invertierung keinen Sinn denn ich brauche interaktion mit einer zweiten Zeitinie sonst gewinn ich nichts durch die Invertierung.
    • GoodGuyGoneWrong
      + geile Story+ geile Action+ Kenneth Branagh+ Soundtrack- John David Washington- Elizabeth Debicki- das Ende3,5/5
    • Gravur51
      Ich glaube nur die kapsel.
    • Patricinats
      Das mit den Rückblenden war auch nur ein Beispiel. Viele Wege führen nach Rom und es gibt zig Wege auch mein Rückblenden entsprechend zu inszenieren, so dass es den Flow des Filmes nicht stört. Es muss ja nichtmal unbedingt eine klassische Rückblende sein. Es zu erzählen im Kontext der Folter des Russens würde ja fast schon reichen, dann nochmal darauf zurückkommen, wenn der Protagonist gefragt wird warum er Kat retten will. Done. Es nicht zu erklären ist wie gesagt eigentlich das schlimmere Übel, weil Charaktermotivation klar sein muss für den Zuschauer. Das Problem mit deiner Erläuterung der Loyalität ist, dass das eine patriotische Loyalität gegenüber seinem Auftraggeber/seinem Land ist, während das andere suggeriert, dass er ein Gewissen hat. Nur weil jemand Loyal gegenüber seinem Land ist, heißt das noch lange nicht, dass er auch ein Gewissen (oder Helfersyndrom) hat. Aber während ich das schreibe erinnere ich mich gerade an die Opernszene und wie der Protagonist die ganzen Bomben aufgesammelt hat, um die Leute im Auditorium zu retten. Ausgehend von dieser Szene kann man seine Motivation denke ich erklären und es wäre plausibel.Danke für die Erklärung der Opernszene. So hatte ich das eigentlich auch verstanden. War der Russe dann Teil des Tests oder nur die Kapsel?
    • Jimmy v
      Ich fand Tenet sehr enttäuschend. Nicht so sehr wie Dunkirk, aber doch ein wenig so wie Interstellar (den ich aber besser finde). Die Ideen hier sind krass und cool, und wenigstens verplempern die Figuren nicht so viel Zeit mit der Exposition. Doch alles ist so unterkühlt erzählt, fast wie ein KFZ-Gutachten. Man hat überhaupt keinen Bezug zu den Figuren und nimmt vieles mit einem Achselzucken zur Kenntnis.Daher gebe ich 3,5 von 5.
    • Jimmy v
      Muss ich leider zustimmen.
    • Gravur51
      Das fände ich ehrlichgesagt schrecklich aus filmtechnischer sicht mit den rückblenden.Zudeinen fragen: der einzige test den es gab war die kapsel, welche eben nicht zyanid enthielt sondern ihn in ein koma versetzte. Die mission war echt. Und diese kapsel hat seinem auftraggeber eben verraten dass er eher sterben würde als auszuplaudern. Loyalität. Diese beweist er ja dann sehr lange im Hinblick mit kat. Er belügt sie mit dem bild um an ihren mann ranzukommen, er lügt sator sogar noch im Angesicht von kats tod an. Aber kat ist dahingehend seine grösste versuchung.
    • Patricinats
      Naja es passt nicht zum Erzählfluss des Filmes so wie er momentan ist. Ich fande seine Rekrutierung auf den Bahngleisen z.B leicht nichtsagend. Ich schließe daraus nicht unbedint warum jetzt ausgerechnet dieser Mensch der perfekte Kandidat ist um die Welt zu retten (so ganz hab ich die Opernszene auch noch nicht einordnen können. War dies schon der Test? Wenn ja, wieso muss Neil ihn retten? Aber genialer Opener!). Ich denke hier hätte man noch viel mehr rausholen können und eben evtl auch solche Dinge wie Backstory mit einbringen können. Lass ihn gefoltert werden und Flashbacks haben z.B. wie er von seinem Vater/Mutter misshandelt wird und er die Folter deshalb erträgt oder sonstwas (das gibt ihm wie gesagt auch die Motivation die Frau zu retten). Und ich würde gerne mehr darüber Wissen warum der Protagonist als fähig eingestuft wird sich mit dem Weltuntergang und Inversion auseinanderzusetzen. Eig. ist er ja nur ein Elitesoldat der bereit ist für seine Mission zu sterben. Aber da sollte es ja ne Menge geben... Das kam mir ein bischen zu kurz. Der Film geht danach ja noch zur Genüge ab.
    • Gravur51
      Ich hab dem protagonisten einfach meinen namen gegeben ;DGrundsätzlich widerspreche ich dir nicht, aber der film schien für mich wie aus einem guss und ein exkurs in seine kindheit oder was auch immer hätte vielleicht längen entstehen lassen. Persönlich fand ich, dass die protagonisten nicht eindimensional waren sondern vor allem Washington absichtlich nicht zu viel von sich preisgab, 1. als schutz und 2. weil er ein agent ist. Ich kann mir aber auch sowas wie du beschreibst vorstellen, nur hätte das vielleicht nicht mehr zum rest des films/erzählfluss gepasst.
    • Patricinats
      Mit der selben Argumentation könnte man auch sagen, dass Pulp Fiction unnötig verschachtelt und konstruiert ist. Wieso nicht einfach den Plot kongruent zur Story zeigen? Nicht kongruente Plots zur Story dienen als Stilmittel und in dem Film spielt Zeit eine große Rolle. Und so kompliziert ist der Film nun auch nicht. Es gibt Inversion, die normale Zeitrichtung und Drehkreuze, die das eine oder das andere bewirken. Diese Prämisse ist in die Story verwoben um bestimmte Dinge zeitlich passieren zu lassen.
    • Patricinats
      Ich denke dem Film hätte es gut getan den Protagonisten etwas mehr zu beleuchten. Vielleicht hatte er eine schwere Kindheit unter einem gewalttätigen Vater oder Mutter. Indem Moment wo man als Zuschauer gezeigt bekommt, dass der Protagonist weiß wie es ist nicht frei zu sein, ergibt sich automatisch die Motivation um die Frau zu retten. Es ist genau dieses Herz was Tenet im Vergleich zu Inception und Interstellar fehlt, was ihn zu einem guten Film mit interessanter Prämisse macht, aber eben nicht zu einem Meisterwerk. Ich hätte es auch cool gefunden, wenn das Erfüllen der Mission in einem inneren Konflikt mit dem Protagonisten gestanden hätte (Die Welt retten und das Aufgeben was man will/liebt oder so). Das würde dem ganzen Ziel und dem Konflikt nochmal mehr Gewicht geben. Gleichzeitig glaube ich aber, dass es einen Grund gibt, warum Nolan den Protagonisten nur den Protagonisten nennt und ihm keinen Namen gibt. Vermutlich ist das ganze irgendein Kommentar darauf, dass jeder von uns der Protagonist ist und einzelne von uns die Verantwortung hat die Welt vor dem Klimawandel retten. Oder so
    • Hubertmitkah
      Gut dann nochmal ohne direkte Ansagen.Ich spiel dann mal den Spielverderber. Dieser Film ist für mich keine 5 Sterne Wert und weit weg von dem, was einen Nolan groß gemacht hat. Es stecken zwei Herzen in seiner Brust: das vertrackte Storytelling und das Antimainstream Bombastkino, welches aber eigentlich auch Mainstream ist nur ohne Effekte. In Inception hat er es geschafft, diese zwei Herzen perfekt zusammen zu fügen. Hier nicht.Die Grundidee ist toll und auch immer super erklärt, dass man mitkommt. Leider wurde diese Grundidee in einen total generischen, schon zig mal gesehen und eigentlich fast komplett von The Nightmanager übernommenen Böser Waffenhändler, der seine Frau als Geisel hält Plot gegossen. Nolan sollte aufhören unbedingt einen Bond machen zu wollen, wenn er keinen macht!Wie gesagt die Grundidee ist cool aber fast schon öde umgesetzt. Der Kampf gegen sich selbst war toll anzusehen aber ich wusste schon nach dem ersten mal, wie es gedreht wurde. Und die Endschlacht? Da laufen hundert Leute zehn Minuten einfach nur von a nach b! Zwischendurch passieren 2-3 Dinge mit der Zeit.... und das wars! Da hatte selbst Doctor Strange bessere Schauwerte! Und es fällt diesen ausgebildeten ZEitreisenden nicht auf, dass ein Fahrzeug komplett umgekehrt auf sie zukommt?Aber das Ende macht mich am meisten wütend. Denn eigentlich war der Film so in Ordnung. Es wurde nach jeder verwirrenden Szene etwas erklärt und wenn man aufgepasst hat, konnte man mitkommen. Aber nein am Ende gibt es die eine Sache, auf die natürlich keiner geachtet hat, die den ganzen Film umkehrt. Wirklich? Nee auf so billiges Blendwerk falle ich nicht rein, vor allem wenn die 150 Minuten viel zu viel sind für das was gesagt werden wollte.Und zum Schluss noch alle, die meinen, Nolan wäre kein Mainstream: Jeder andere Regisseur hätte sich für die Frechheit, eine wichtige Frage wie das Großvaterparadox so billig zu beantworten, zu Recht einiges an Kritik anhören müssen. Weil es Nolan ist, küsst man ihm die Füße. Joker hat 2 Punkte bekommen, da er sich an zu vielen Filmen orientiert hat aber dieser Film, der in Punkto Thriller nichts neues bietet und dreist kopiert bekommt aber 5, weil es Nolan ist.Nicht falsch verstehen ich mag Nolan aber seit Inception scheint er seine Linie verloren zu haben.
    • Hubertmitkah
      Na toll jetzt muss meine Kritik von fs gepruft werden weil ich nicht in den jubel mit eingestiegen bin und die Heuchelei des Kritiker hervorgehoben habe.
    • Gravur51
      Das sehe ich als kompliment ^^
    • Sentenza93
      Doch. Mehr als er. 😊😉
    • Gravur51
      Wir drehen uns hier im kreis 😅 ich bring das auch nicht wirklich rüber ;)
    • Gravur51
      Ach, wir haben einfach andere ansicten, was ok ist. Der Washington spielt einen agenten und generell wohl auch einen emotional (absichtlich) distanzierten menschen. Bin zwar kein agent aber mit letzterem kann ich gut nachfühlen.
    • Sentenza93
      Schon klar. Nur ob es das wirklich ist, das bringt ein Washington nicht wirklich rüber.
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