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    Die 75 besten Animationsfilme aller Zeiten
    Von Julius Vietzen, Stefan Geisler, Gregor Torninus, Lars-Christian Daniels, Christoph Petersen, Micha Kunze, Carsten Baumgardt, Robert Cherkowski und Andreas Staben — 27.02.2015 um 09:45
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    Die FILMSTARTS-Redaktion hat diskutiert, gewählt und sich entschieden: Wir präsentieren die 75 besten (langen) Animationsfilme aller Zeiten!


    Platz 75: „Findet Nemo
    (Andrew Stanton, USA 2003)


    Das Unterwasserabenteuer „Findet Nemo“ gehört zu den größten Hits der erfolgsverwöhnten Pixelschmiede Pixar. Die Geschichte von der Suche eines Vater-Clownfischs nach seinem kleinen Sohn, der an seinem ersten Schultag in ein Fischernetz geraten ist, nutzt Regisseur Andrew Stanton zu unvergesslichen maritimen Sequenzen - ein Action-Zick-Zack, bei dem der besorgte Papa Marlin durch einen Schwarm giftiger Quallen manövriert erinnert gar an eine der spannendsten Sequenzen aus „Das Imperium schlägt zurück“. Neben überbordendem visuellen Einfallsreichtum gibt es auch jede Menge spielerischen Wortwitz und mit der unter „Memento“-artigem Kurzzeitgedächtnisverlust leidenden Doktorfisch-Dame Dorie nicht zuletzt auch einen unvergesslichen Sidekick, der in der Fortsetzung „Findet Dorie“ nicht zufällig noch stärker in den Mittelpunkt rückt.

    Wenn Träume steuerbar werden...

    Platz 74: „Paprika
    (Satoshi Kon, Japan 2005)


    In einem psychotherapeutischen Labor wird eine Apparatur entwickelt. die es ermöglicht, Träume aufzuzeichnen und wie ein Video am Bildschirm anzuschauen. Und nicht nur das: Mit dem Gerät kann der Therapeut auch mit den Träumen seiner Patienten interagieren und Einfluss auf deren Verlauf nehmen. Eines Tages wird ein Prototyp der Erfindung gestohlen...: Diesen Science-Fiction-Stoff verwandelt Regisseur Satoshi Kon in eine knallbunte, bildgewaltige Anime-Mischung aus klassischen Zeichnungen und 3D-Effekten aus dem Computer, bei der die eigentliche Handlung zur Nebensache wird. Virtuos verknüpft er in einem von eingängigem Elektropop unterlegten mitreißenden Bilderfluss Traum und Realität zu einer einzigartig sinnlichen Erfahrung und erkundet nebenbei die ethischen Grenzen von Technik und Wissenschaft sowie den Einfluss des Virtuellen auf die Wirklichkeit.

    1999 eroberte die Kultserie „South Park“ auch die Kinos

    Platz 73: „South Park - Der Film
    (Trey Parker, USA 1999)


    Als die Schöpfer der rotzfrechen Brachialsatireserie „South Park“ 1999 die Chance bekommen, das Popkulturphänomen auf die große Leinwand zu bringen, gehen sie keine Kompromisse ein: Trey Parker und Matt Stone operieren wie immer weit jenseits der Grenzen von politischer Korrektheit und gutem Geschmack, außerdem lassen sie auch im Kino nicht von der minimalistischen Ästhetik der TV-Folgen ab. Dafür verwandeln sie „Größer, länger und ungeschnitten“ (so der Untertitel des Films im Original) in ein waschechtes Musical mit ebenso rotzfrechen wie eingängigen Songs, von denen „Blame Canada“ sogar für den Oscar nominiert wurde (das F-Wort durfte bei der Show natürlich nicht fallen und so hielt sich Sänger Robin Williams an der Stelle den Mund zu). Aber die Macher nutzten ihre Freiheiten nicht nur für mehr oder weniger pubertäre Pointen, sondern hielten ihren Kritikern mit einer clever-doppelbödigen Story um Zensur, Medienmacht und Bigotterie gnadenlos den Spiegel vor.

    Obelix mal wieder ganz in seinem Element

    Platz 72: „Asterix und Kleopatra
    (René Goscinny, Albert Uderzo, Frankreich/Belgien 1968)


    Als die „Asterix“-Schöpfer René Goscinny und Albert Uderzo 1967 entdecken, dass ihr Verleger hinter ihrem Rücken die Verfilmung mehrerer ihrer Comics über den kleinen Gallier und seine Freunde veranlasst hat, sind sie stinksauer und vom ersten Ergebnis („Asterix der Gallier“) vor allem visuell enttäuscht. Sie sorgen dafür, dass die beiden anderen bereits zu großen Teilen fertiggestellten Filme vernichtet werden und sichern sich für die folgende Produktion entscheidenden kreativen Einfluss. Die Wahl fällt auf den besonders beliebten sechsten Band der Reihe und tatsächlich ist „Asterix und Kleopatra“ auch einer der Höhepunkte in der sehr wechselhaften Geschichte der Filme. Nicht nur optisch wird ein deutlicher Schritt nach vorne gemacht, auch der ironische Witz der hier mit musikalischen Einlagen angereicherten Vorlage wird sehr wirkungsvoll auf die Leinwand gebracht, wenn Kleopatra mit Cäsar eine Wette um den Bau eines Palastes abschließt und die gallischen Helden mal wieder zwischen die Fronten geraten.

    Rango, Chamäleon und Revolverheld

    Platz 71: „Rango
    (Gore Verbinski, USA 2011)


    Nach drei „Fluch der Karibik“-Blockbustern hatte Regisseur Gore Verbinski vorerst keine Lust mehr auf Piraten, schnappte sich seinen Star Johnny Depp und drehte mit ihm stattdessen einen Animations-Western um ein Cowboy-Chamäleon: „Rango" ist mit seinem trockenen Humor, seinen subtilen Anspielungen und seinen rauen Umgangsformen so anders als das übliche Hollywood-Animations-Einerlei, dass man sich zuweilen fragt, wie Verbinski damit durchgekommen ist (seine simple Erklärung im Interview: „Wir haben einfach niemanden um Erlaubnis gefragt."). Depp spricht die Haupt- und Titelrolle des Chamäleons, das sich im Terrarium langweilt und schließlich in einem Wüstenkaff strandet, wo es zum Sheriff wird… „Rango“ ist ein Film von Kinofans für Kinofans, strotzt nur so vor Zitaten und ist dabei doch ganz anders als andere Animationsfilme, was sich schon daran erkennen lässt, dass hier ungeniert geraucht und gestorben werden darf.

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