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    "Jojo Rabbit": Darum ist die abgefahrene Hitler-Satire des "Thor 3"-Regisseurs nun ein heißer Oscar-Kandidat
    Von Björn Becher — 16.09.2019 um 10:05
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    Bei Disney hat man wegen Taika Waititis Hitler-Satire „Jojo Rabbit“ angeblich schon einige Sorgenfalten, doch kurz nach der Weltpremiere gibt es die erste große Auszeichnung für die Komödie, die nun auch ein ganz heißer Oscar-Kandidat ist.

    20th Century Fox

    Gerade feierte „Jojo Rabbit“ auf dem Filmfestival in Toronto seine Weltpremiere und spaltete dabei die Kritiker - überraschenderweise nicht in zwei, sondern gleich in drei Lager! Auch bei Disney sieht man das Projekt um einen kleinen Jungen, der sich mit einem imaginären Hitler anfreundet (mehr zum Inhalt am Ende dieses Artikels) angeblich mit einigen Sorgenfalten. Denn für den eigentlich von Fox produzierten Film ist das Maushaus nun nach dem Aufkauf des einstigen Konkurrenten zuständig – und einige Manager machen sich wohl Gedanken ob Witze über Hitler sich mit dem Markenkern des Konzerns vertragen (und ja wir sprechen von dem Konzern, der den mit einem Oscar ausgezeichneten Donald-Duck-Kult-Propagandafilm „Der Fuehrer’s Face“ gemacht hat). Ausgerechnet dieser Film könnte Disney aber nun eine Oscarnominierung einbringen.

    Denn „Jojo Rabbit“ gewann beim prestigeträchtigen Filmfestival in Toronto den Publikumspreis – übrigens vor dem bereits als Oscar-Mitfavorit geltenden, zweitplatzierten Netflix-Scheidungsdrama „Marriage Story“ und dem auf dem dritten Rang gelisteten Goldene-Palme-Gewinner in Cannes „Parasite“. Jetzt liegt natürlich der Gedanke nahe: Was hat ein Publikumspreis im kanadischen Toronto mit dem von Mitgliedern der Filmbranche gewählten ur-amerikanischen Filmpreis Oscar zu tun? Die Antwort: Es ist ein durchaus starker Indikator, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

    Die Oscar-Kraft von Toronto

    Von den Toronto-Publikumspreisträgern in den vergangenen elf Jahren waren zehn (!) anschließend auch für den Oscar als Bester Film nominiert. Nur als 2011 das französisch-libanesische Drama „Wer weiß, wohin?“ überraschend in Toronto triumphierte, gab es anschließend dafür keine Oscarnominierung. In vier der zehn Fälle gab es nach der Auszeichnung in Toronto übrigens auch den Oscar – zuletzt gerade erst Anfang des Jahres für „Green Book“, der das Netflix-Drama „Roma“ nicht nur bei den Oscars, sondern auch davor schon in der Publikumsgunst in Toronto schlug.

    Dass es diese Überschneidungen zwischen Toronto und den Oscars gibt, ist kein Zufall. Die großen Hollywood-Studios zeigen traditionell einen Großteil ihrer Oscar-Kandidaten in Toronto. Kein Festival hat so viele potenzielle Oscar-Gewinner im Programm. Gerade das Publikum dort hat auch eine große Affinität für die Beiträge zur sogenannten Award-Saison. Bei vielen Oscar-Wählern dürfte daher auch die Publikumsauszeichnung in Toronto eine Rolle spielen – ob ganz direkt, weil man sich bei einer engen Entscheidung zwischen zwei Filmen für den von Kinogängern bereits ausgezeichneten entscheidet oder einfach ganz mittelbar, weil jeder Toronto-Gewinner schon ganz automatisch zum Pflichtfilm für alle Oscar-Wähler wird. Und wenn ein Film öfter geschaut wird, erhöht dies natürlich schon einmal die Anzahl der Leute, die diesen Film dann auch wählen könnte.

    Darum geht es in "Jojo Rabbit"

    Wer bislang trotz einiger Artikel auf dieser Webseite noch nichts von „Jojo Rabbit“ gehört hat, für den haben wir natürlich noch einen kurzen Inhaltsabriss über die neue Satire von Regisseur Taika Waititi („Thor 3: Tag der Entscheidung“, „5 Zimmer Küche Sarg“). Im Mittelpunkt steht der kleine Jojo (Roman Griffin), der während des Zweiten Weltkrieges in Deutschland lebt und ein absolut überzeugter Nazi ist. Er bildet sich sogar ein, dass Hitler (Taika Waititi) sein allerbester Freund ist, weswegen ihm der Führer als imaginäre Gestalt auch immer wieder erscheint. Doch dann stößt Jojo plötzlich auf ein jüdisches Mädchen (Thomasin McKenzie), welches seine alleinerziehende Mutter (Scarlett Johansson) bei ihnen versteckt. Gemeinsam mit Hitler überlegt der kleine Jojo, wie er mit dieser Entdeckung umgehen soll.

    In die deutschen Kinos kommt „Jojo Rabbit“ übrigens am 23. Januar 2020 – ein Termin, der auch schon illustriert, dass auf Oscarnominierungen gehofft wird. Denn diese werden am 13. Januar bekanntgegeben, sodass man im Idealfall direkt die Werbekampagne noch um die Oscarnominierungen ergänzen kann.

    Der Hitler-Film, der Disney Bauchschmerzen bereitet: Deutscher Trailer zu "Jojo Rabbit" vom "Thor 3"-Regisseur

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    Kommentare
    • KaMeo
      Die leben alle in Deutschland und sprechen nur Englisch. Deshalb musste der Film scheitern, außer in Nordamerika.
    • Doomsman
      Das man keinen aktiven Respekt zollt, ist schon klar. Ich meine, das man ihm, mit dem nur schlecht reden und nicht lustig machen, einen ungewollten Respekt zollt, welchen man ihm nicht geben darf.
    • Sentenza93
      Ich warte dann eigentlich nur auf die Fortsetzung: Hitler: Love and Thunder.
    • greekfreak
      Ich glaube du hast nicht das Konzept hier verstanden.Man zollt Onkel Adolf keinen Respekt sondern macht sich über ihn lustig und das ist: a)völlig legitim und b). ein viel besseres Mittel als die Nazis sind schlecht mkayyy,voll schlecht mkayyy-Nummer um diese menschenverachtende Ideologie zu bekämpfen.Ich verweise wieder gerne auf Mel Brooks oder Southpark (Matt Stone ist jüdischer Herkunft).
    • Doomsman
      Ich versteh nicht, warum man dem Arschloch der Geschichte so einen Respekt zollen soll. Natürlich muss man die Opfer seines Regimes respektieren, aber nicht ihm und seine Anhänger.
    • Bruce Wayne
      Welcher von den Trailern? Der zweite besaß ja nicht einmal sonderlich viele Gags.
    • Cirby
      Der Trailer ist schonmal dermaßen unlustig. Hitlersatiren aus Hollywood fehlt es meist an genügend Hintergrundwissen. Viel zu Oberflächlich, nicht wirklich in die Rolle versetzt.
    Kommentare anzeigen
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