Nur schnell noch vorab: Ich bin großer, großer Star Wars-Fam der ersten Stunde, Episode IV hab ich geschätzt bestimmt 30-mal gesehen (davon 25-mal vor meinem 20. Geburtstag!) – ich liebe dieses Franchise. Aber dieser Film hier verursacht mir jedesmal beim Anschauen wieder körperliche Schmerzen.
Wie groß kann ein Kind als Nervensäge sein?? Ständig nur dumme Sprüche, Klugscheißereien und dann fliegt er mit einem Raumschiff raus ins Weltall, killt die Hälfte der Roboterarmee und sprengt am Ende das ganze Schiff in die Luft... Nee Leute, das geht gar nicht! Dann dieses unsäglich lahme Podrennen, das zudem viel zu lange dauert. Dann wird die Macht, in Episode IV als große, wunderbar mystische Energie, die uns alle umgibt, eingeführt, jetzt komplett entzaubert, jetzt sind nur noch irgendwelche Nanoviecher in den Zellen dafür verantwortlich, man kann alles messen und blablabla... Achja und dann die jungfräuliche Empfängnis von Anakins Mutter, ja nee, is klar...
Noch brutaler und rücksichtsloser kann man einen Fan-Kult nicht beschädigen! Zumal das doch auch gar nicht notwendig wäre! Was soll der Quatsch mit den Midikloreanern? Warum muss man das so machen? Die “Macht” hätte doch auch weiterhin ein rätselhaftes mystisches Energiefeld sein können, das das Universum zusammenhält, so wie es Alec Guiness 22 Jahre zuvor so wunderbar erklärt hat! Und warum kann Anakin nicht auch einfach einen Vater haben? Keine Ahnung, irgendein Space-Halunke, der jetzt tot oder weggelaufen ist oder sonstwas, was soll der Schwachsinn mit “es gibt keinen Vater, ich kann es auch nicht erklären...” Was hat sich George Lucas nur dabei gedacht????
Immerhin werden die Jedi-Ritter hier ziemlich cool als Hüter von Recht und Ordnung eingeführt. Und ja, wir müssen auch über Jar Jar Binks sprechen, eine Figur, die den ganzen Film über nur Quatsch macht und für die Story maximal unnötig ist, sorgt für billigen Slapstick-Humor, den der Film gar nicht gebraucht hätte. Die CGI von 1999 ist auch ziemlich schlecht gealtert, die Schlacht gegen die Droiden sieht aus heutiger Sicht wirklich nicht gut aus... Aus den ganzen coolen Puppen und Masken von Episode 4-6 wurde fürchterlicher CGI-Matsch--- tut das wirklich Not?
Naja, es gibt aber nicht nur Schlechtes zu berichten: Liam Neeson, Ewan McGregor und Natalie Portman in einem Film, das alleine ist schon ziemlich cool. Die Figur des Qui-Gon Jinn fand ich klasse, leider musste er zu früh sterben. Ewan McGregor mit peinlicher 90ies-Frise spielt dennoch souverän wie immer und Natalie Portman hat vom Drehbuch eine etwas unglückliche Rolle bekommen, füllt diese aber immerhin mit genügend Präsenz, dass es nicht peinlich wird. Und mit Darth Maul wird ein richtig starker Antagonist eingeführt, der dann am Ende zwar ein cooles Ende findet, aber eindeutig viel zu wenig Screentime hat. Und die Origin-Story rund um Darth Vader ist natürlich an sich schon cool und wir alle wollten das haben (nur nicht so).
FAZIT: Ein Kinderschauspieler als maximale Nervensäge, ein quatschiger CGI-Blödelcharakter, miese und schlecht gealterte CGI, das sorgt für ziemlich viele Minuspunkte. Eine viel zu lang geratene Geschichte auf Tattooine incl. einem blöden Podrennen bringen nochmal Minuspunkte. Positiv bleibt nicht allzuviel, aber alleine, dass das Ganze im Star Wars-Universum spielt sowie einige wirklich starke Schauspieler, heben dann den Film dann doch noch mit ganz, ganz viel Mühe und unter großen Schmerzen knapp auf 4,5 Punkte.