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    Parasyte
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    Parasyte
    Von Ulf Lepelmeier
    Die Mangareihe „Parasyte“ von Hitoshi Iwaaki, die in Japan zuerst zwischen 1988 und 1995 veröffentlicht wurde, hat im Lauf der Jahre noch an Beliebtheit gewonnen. Davon zeugen nicht nur Übersetzungen ins Englische und Französische, sondern auch eine Adaption als 24-teilige Anime-TV-Serie und ein zweiteiliges Spielfilmprojekt unter der Regie von Takashi Yamazaki („Eternal Zero“, „Space Battleship Yamato“). Dessen erster Teil „Parasyte: Part 1“ ist nun auf dem Fantasy Filmfest 2015 zu sehen und beeindruckt als unkonventioneller Genrehybrid: eine Mischung aus Coming-of-Age-Elementen, Comedy und Science-Fiction-Horror, die ein wenig an Abel Ferraras „Body Snatchers“ erinnert. Im Mittelpunkt stehen der von Shôta Sometani verkörperte Teenager Shinichi Izumi und seine besondere Symbiose mit dem ihm wohlgesonnenen Parasiten Migi. Der hochtalentierte Hauptdarsteller knüpft dabei an seine grandiose Leistung in Sion Sonos „Himizu“ an und über weite Strecken machen Shinichis teilweise extrem emotionale Abenteuer gerade durch die wilde Verzahnung durchaus gegensätzlicher Genres ziemlich viel Spaß – trotz einiger unbeantworteter Fragen sowie Defiziten in der inneren Logik.


    Eines Nachts machen sich seltsame Würmer auf die Suche nach menschlichen Wirten, dringen in deren Gehirne ein und übernehmen damit ihr Denken. Migi, der sich Shinichi als Opfer auserkoren hat, schafft es allerdings nur, die rechte Hand des zurückhaltenden Schülers unter seine Kontrolle zu bringen. Die beiden einigen sich auf eine friedliche Koexistenz, doch die anderen Parasiten (die Eindringlinge erinnern außerhalb ihrer Wirte an die Kreaturen aus „Resident Evil“) entwickeln nach der Übernahme der fremden Körper ungeheuren Hunger auf Menschenfleisch und daher häufen sich kannibalische Verbrechen in Tokio. Geschickt baut Regisseur Yamazaki eine Atmosphäre der Bedrohung auf, zu der vor allem auch Eri Fukatsu („Villain“) beiträgt, die der emotionslosen Anführerin der Menschenfresser eine angsteinflößend-unterkühlte Aura verleiht. Blutiger Horror, schwarzer Humor und schonungsloses Drama wechseln sich ab, der Rahmen bleibt dabei in diesem gelungenen ersten Kapitel insgesamt fast intim. Die großen Auseinandersetzungen und noch viel mehr Action sind dann für „Parasyte: Part 2“ zu erwarten.

    Fazit: „Parasyte: Part 1“ ist ein unkonventionell-unterhaltsamer Genremix mit einem herausragenden Hauptdarsteller.
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