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    Cats & Dogs 3: Pfoten vereint!
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    1,0
    schlecht
    Cats & Dogs 3: Pfoten vereint!

    Wuff. Miau. Schnarch.

    Von Oliver Kube
    2001 kam die familienfreundliche Agenten-Komödie „Cats & Dogs – Wie Hund und Katz“, in der mit echten Tieren, damals aufwendigen CGI-Animationen und mehr oder weniger echt aussehenden Puppen gearbeitet wurde, in die Kinos. Das Ergebnis war zwar qualitativ nicht gerade umwerfend, avancierte aber zum Hit: In den USA landete der 60 Millionen Dollar teure „Cats & Dogs“ auf Platz 1 der Charts – weltweit standen am Ende sogar satte 200 Millionen Dollar zu Buche. Das erst erstaunlich spät folgende Sequel „Cats & Dogs - Die Rache der Kitty Kahlohr“ war 2010 zwar noch mal deutlich teurer, aber zugleich auch schlechter und an den Kinokassen nur noch halb so erfolgreich. Eigentlich ein guter Zeitpunkt, um das Franchise zu beenden…

    Aber mit dem von „Soul Surfer“-Regisseur Sean McNamara inszenierten „Cats & Dogs 3: Pfoten vereint!“ kommt nun doch noch ein weiterer Film, nach dem eigentlich keiner verlangt hat. Man merkt sofort, dass der Film ursprünglich direkt für den Heimkino-Markt produziert wurde (er stammt auch von der entsprechenden Abteilung des Studios), bevor man sich bei Warner Bros. entschied, ihn außerhalb der USA in einigen Territorien doch auf die große Leinwand zu bringen. Außer dem Titel und der kurzen Erwähnung der beiden „Bösewichte“ aus den ersten Filmen (Mr. Tinkles und Kitty Kahlohr) hat der dritte Teil inhaltlich mit den beiden Vorgängern dann auch nur noch wenig gemein. Stattdessen bekommt man eine mit wenig Geld und noch weniger Tempo umgesetzte, herzlich belanglose Geschichte serviert.

    Die tierischen Agenten müssen diesmal budgetbedingt mit viel weniger Gadgets – und deutlich schlechteren Computereffekten – auskommen.


    Die schnippische Gwen (Originalstimme: Melissa Rauch aus „The Big Bang Theory“) und der schon leicht in die Jahre gekommene Roger (Max Greenfield aus „New Girl“) leben mit ihren Besitzern im selben Mietshaus in Seattle. Doch die fuchsrote Hauskatze und der zottelige Border Collie sind mehr als nur die haarigen Begleiter des musikalisch begabten Teenager-Mädchens Zoe (Sarah Giles) beziehungsweise des Jugendtennis-Champions Max (Callum Seagram Airlie). Sie arbeiten nämlich als Spezialagenten für eine Geheimorganisation.

    Ihre Aufgabe ist es, den seit zehn Jahren herrschenden Frieden zwischen Menschen, Katzen und Hunden zu überwachen und zu beschützen. Aber ein größenwahnsinniger Papagei (George Lopez) hat da ganz andere Pläne: Mit Hilfe spezieller Funkfrequenzen hetzt er Hunde und Katzen auf der ganzen Welt gegeneinander auf, um sie so aus der Gunst der Menschen zu verdrängen. Und er scheint sein Ziel zu erreichen: Mehr und mehr Besitzer geben ihre aggressiven Katze und Hunde in Tierheime, um sich stattdessen lieber friedliche Vögel oder Eidechsen ins Haus zu holen…

    Heimkino auf der großen Leinwand


    Mit den damals sehr populären Jeff Goldblum und Elizabeth Perkins standen damals für „Cats & Dogs“ noch echte Stars vor der Kamera. Die Vierbeiner wurden von nicht minder bekannten Kollegen wie Tobey Maguire, Alec Baldwin, Susan Sarandon, Michael Clarke Duncan und Charlton Heston gesprochen. Die Fortsetzung hatte mit Chris O‘Donnell immerhin noch einen zu der Zeit recht großen Namen vor der Kamera – und im Synchronstudio gaben sich beim Sequel mit Nick Nolte, Bette Midler, Neil Patrick Harris und Ex-007 Roger Moore ebenfalls wieder einige hochdotierte Promis die Klinke in die Hand.

    Beim neuen Teil hat das Studio nun deutlich weniger investiert – schlappe 17 Millionen Dollar standen für den Trilogie-Abschluss noch zur Verfügung. Die Einsparungen fangen schon beim Cast an: Die menschlichen Rollen werden durch die Bank von kaum bekannten (sprich: günstigen) kanadischen Darstellern aus dort gedrehten Kabelsender-Serien wie „Janette Oke: Die Coal Valley Saga“, „Ghost Wars“ oder „Critters: A New Binge“ verkörpert. Die Stimmen der tierischen Protagonisten synchronisieren im englischsprachigen Original mit Melissa Rauch und Max Greenfield immerhin etwas populärere US-TV-Kollegen. Da passt es, dass sich das ganze Projekt wie ein billig gemachter TV-Film anfühlt – und vor allem auch so ausschaut.

    Die tierischen Protagonisten haben ihre Besitzer im Aufzug eingesperrt, damit sie sich näher kommen – eigentlich ´ne gute Idee, aber Max muss ganz dringend mal aufs Klo.


    Die Story, die Figuren und die Dialoge wirken so glatt und nach Schema F konzipiert, als wären sie an einem Nachmittag erdacht und im Anschluss gleich komplett niedergeschrieben worden. Frisch oder gar originell ist da so gut wie nichts. Und schon gar nicht witzig, sondern einfach langweilig. Es reichte nicht einmal mehr für ein paar Parodien auf James-Bond-Blockbuster und andere Spionage-Reißer, die in den Vorgängern zumindest noch für den einen oder anderen Schmunzler gesorgt haben. Selbst die paar technischen Gadgets, mit denen die tierischen „Agenten“ hantieren, sind durch die Bank einfallslos bis einfältig.

    Was bleibt, ist ein oft schläfrig lahmer Handlungsablauf, der von Anfang an sonnenklar ist, gespickt mit einer Handvoll Rohrkepierer-Jokes auf handzahmem Pipi-Kaka-Niveau. Etwa wenn ein Teenager-Junge, der dringend pinkeln muss, peinlicherweise mit einem Mädchen in einem Fahrstuhl steckenbleibt. Oder ein Hund eine Mülltonne nach Essbarem durchstöbert und dabei mit der Schnauze in eine volle Windel stößt. Die Cringe-Grenze wird auch dann immer wieder überschritten, sobald die mit superbillig aussehenden, schlechten CGI-Effekten zum Sprechen gebrachten Protagonisten ihre Unterhaltungen über oft furchtbar konstruierte Sachverhalte führen. Zumal diese dem Zuschauer meist eh nur noch einmal umständlich erklären, was dieser eh gerade sieht. Fast ist man dankbar, wenn die unmotiviert aus dem Hut gezauberte Auflösung des Konflikts endlich das plumpe Friede-Freude-Hundekuchen-Finale einleitet.

    Fazit: Ein langweiliger und billig gemachter Trilogie-Abschluss.

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