Wenn es um die größten aktiven Regisseure geht, kommt man um Martin Scorsese nicht herum. Auch im Alter von 82 Jahren dreht der „Killers Of The Flower Moon“-Macher unermüdlich weiter – obwohl er auf so viele Meilensteine zurückblicken kann, dass er sich auch guten Gewissens darauf ausruhen könnte.
Doch dass er seit mittlerweile fast 60 (!) Jahren aktiv ist, bedeutet nicht, dass Scorsese nie mit sich und seiner Karriere gehadert hätte. Ein Historien-Epos mit seinem Stammdarsteller Leonardo DiCaprio brachte ihn vor 23 Jahren beispielsweise fast dazu, mit dem Regieführen aufzuhören. Und auch in den 1980er-Jahren machte der spätere „GoodFellas“-Schöpfer eine gewaltige Krise durch:
Nachdem er mit „Taxi Driver“ seinen internationalen Durchbruch gefeiert hatte und ihm in Hollywood sämtliche Türen offen standen, musste der gebürtige New Yorker eine nicht enden wollende Serie an Flops verkraften. „New York, New York“ (1977) fiel sowohl bei der Kritik als auch an der Kinokasse durch (mehr dazu hier), und obwohl „Wie ein wilder Stier“ (1980) vielerorts als Meisterwerk gefeiert wurde und Robert De Niro seinen zweiten Oscar einbrachte, erwies sich das Biopic ebenfalls als Box-Office-Enttäuschung.
Seine größte Niederlage musste Scorsese aber erst drei Jahre später einstecken: „The King Of Comedy“ mag heute bei Fans als einer seiner besten Filme gelten – doch damals spielte er weltweit gerade einmal 2,5 Millionen US-Dollar ein. Angesichts eines Budgets von 19 Millionen eine absolute Katastrophe!
Martin Scorsese wollte kein Auftragsfilmer sein – und lehnte einen Hit mit Harrison Ford ab
In dieser Zeit wurden verschiedene Projekte an Scorsese herangetragen – der sich allerdings trotz seines Karrieretiefs dagegen wehrte, sich als Auftragsregisseur zu verdingen. Unter den Filmen, die ihm angeboten wurden, befand sich interessanterweise auch ein Thriller mit Harrison Ford, der als einer der besten Filme des „Indiana Jones“-Stars gilt – und satte acht Oscar-Nominierungen einstreichen konnte (neben dem Schnitt erhielt das von Scorsese abgelehnte Drehbuch eine Statue).
Das hat Scorsese im Jahr 2020 in einem Interview mit Deadline enthüllt. „Es war ein kompletter Stillstand“, erinnerte sich der Filmemacher dort. „Zeit, nach Hause zu gehen. Zeit, ganz von vorne anzufangen. [Ich dachte:] Deine Zeit ist abgelaufen, du bist fehl am Platz. Es ist vorbei. [In dieser Zeit] bekam ich viele Drehbücher: ‚Der einzige Zeuge‘, ‚Beverly Hills Cop‘. Aber ich wollte das nicht machen. Ich musste meinen eigenen Weg gehen, auch wenn es ein schwieriger war.“
„Der einzige Zeuge“ wurde schließlich im Jahr 1985 von Regisseur Peter Weir („Der Club der toten Dichter“, „Die Truman Show“) auf die Leinwand gebracht. Der mit romantischen Elementen angereicherte Krimi dreht sich um einen Mord, der nur von einem siebenjährigen Amish-Jungen beobachtet wurde. Detective John Book (Ford) beginnt in der ländlichen Glaubensgemeinschaft zu ermitteln – und entdeckt nicht nur Hinweise auf ein korruptes Polizei-Netzwerk, sondern verliebt sich auch in die Mutter des Kindes.
Der Film wurde zum großen Erfolg und hätte sicher auch Scorsese wieder auf die Beine geholfen (ohne dass er sich für das Ergebnis hätte schämen müssen) – doch bekanntlich gelang es dem Oscar-Preisträger („Departed“) auch so, sich zurück an die Spitze zu kämpfen.
Wusstet ihr übrigens, dass ein „Herr der Ringe“-Star in „Der einzige Zeuge“ einen seiner allerersten Auftritte hingelegt hat? Mehr dazu erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Heute kennt ihn jeder: Welcher "Herr der Ringe"-Star versteckt sich hier neben Harrison Ford?*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.