Nicht immer ist es die Länge eines Auftritts, die seine Wirkung bestimmt. Gerade im Kino sind es oft die kurzen, prägnanten Momente, die im Gedächtnis bleiben. Matthew McConaughey etwa ist in „The Wolf Of Wall Street“ (2013) nur wenige Minuten zu sehen – doch seine Brusttrommel-Szene zählt zu den ikonischsten Momenten des Films.
Ganz anders – und doch ebenso unvergesslich – ist der Gastauftritt einer zweifachen Oscar-Preisträgerin in „Hot Fuzz“ (2007) (dessen bescheuerten deutschen Untertitel wir an dieser Stelle lieber verschweigen). In Edgar Wrights Actionkomödie von 2007 ist die profilierte und international gefeierte Schauspielerin kaum wiederzuerkennen – und genau das ist der Witz an ihrem Auftritt.
Doch um wen handelt es sich überhaupt? Wer jetzt rätselt oder „Hot Fuzz“ noch nie gesehen hat: Keine Sorge, wir erklären euch erst einmal, was für ein Kultfilm euch da entgangen ist.
Der Film erzählt von Supercop Nicholas Angel (Simon Pegg, bekannt als Benji aus den „Mission: Impossible“-Filmen), der in ein scheinbar beschauliches Dorf versetzt wird – wo er gemeinsam mit dem einfältigen, aber liebenswerten Kollegen Danny (Nick Frost, „Drachenzähmen leicht gemacht“) eine blutige Verschwörung aufdeckt.
„Hot Fuzz“ ist der zweite Teil der sogenannten „Cornetto“-Trilogie von Edgar Wright, zu der auch „Shaun Of The Dead“ (2004) und „The World's End“ (2013) gehören. Alle drei Filme haben Simon Pegg und Nick Frost in den Hauptrollen – letzterer wird übrigens demnächst für die neue „Harry Potter“-Serie in die Rolle des Hagrid schlüpfen.
Oscar-Preisträgerin mit Humor: So entstand der beste Cameo aus "Hot Fuzz"
In einer Szene besucht Nicholas seine Ex-Freundin Janine – die allerdings vollständig in forensischer Schutzkleidung steckt. Overalls, Schutzmaske, Brille: Kein Fitzelchen Gesicht ist zu sehen. Doch wer (in der Originalfassung) genau hinhört, erkennt ihre markante Stimme – es ist tatsächlich Cate Blanchett!
Wie Regisseur Edgar Wright in einem Interview (via Stack Exchange) verriet, entstand der nicht einmal zwei Minuten lange Cameo mit dem australischen Superstar aus einem verspielten Gedanken heraus:
„Ich hatte sie [Cate Blanchett, Anm. d. Red.] in Los Angeles kennengelernt und wusste, dass sie ‚Shaun Of The Dead‘ mochte – das war schon mal ein guter Einstieg. Die allererste Szene, die wir für ‚Hot Fuzz‘ schrieben, war die mit der CSI-artigen Ex-Freundin. Der Witz war: eine emotionale Trennungsszene, bei der man das Gesicht der Frau nie sieht. […] Dann dachten wir uns: ‚Lasst uns dafür einfach eine Oscar-Preisträgerin nehmen!‘ Und Cate war sofort dabei.“
Nicht nur war Blanchett sich für den Spaß nicht zu schade – sie spendete ihre Gage auch für einen guten Zweck. Und der Humor lag ihr offenbar: In einem Interview mit Collider wurde sie gefragt, wie sie sich auf die Rolle vorbereitet habe. Ihre ironische Antwort:
„Für ‚Hot Fuzz‘ habe ich monatelang recherchiert, mich mit dem Kreativteam beraten und das Produktionsdesign mitgestaltet. Dann habe ich diesen weißen Schutzanzug drei bis vier Wochen lang Tag und Nacht getragen, um ein Gefühl für die Arbeit einer Forensikerin zu bekommen. Es war extrem anstrengend. Ich habe mir sogar die Wimpern färben lassen!“
"Hot Fuzz" bietet noch mehr Mittelerde-Stars
Blanchett ist aber nicht der einzige Überraschungsgast aus Mittelerde im Film. In einer kurzen Szene spielt Peter Jackson – Regisseur der „Der Herr der Ringe“-Trilogie – einen wütenden Weihnachtsmann, der Nicholas ein Messer durch die Hand rammt. Ein echter Blink-and-you-miss-it-Moment, deswegen hier der Bildbeweis:
© Universal Pictures
Doch das war noch lange nicht alles: „Hot Fuzz“ steckt voller prominenter Gastauftritte. Mit dabei sind etwa „Shaun Of The Dead“-Co-Star Bill Nighy, „Harry Potter“-Hausmeister David Bradley sowie Stephen Merchant („Logan – The Wolverine“), der sich im Film mit einem besonders hartnäckigen Schwan herumschlagen muss.
Nicht zu vergessen: „Sherlock“-Sidekick Martin Freeman, der später eine zentrale Rolle im Abschluss der Cornetto-Trilogie übernahm – und als Bilbo Beutlin in der „Hobbit“-Trilogie ebenfalls Teil des beliebten Mittelerde-Universums wurde.
„Hot Fuzz“ ist ein Fest für Genre-Fans – gespickt mit bekannten Gesichtern, liebevollen Details und einem der raffiniertesten Cameos der Filmgeschichte. Der beinahe unsichtbare Auftritt von Cate Blanchett ist einfach ein echtes Highlight!
Übrigens: Auch in „Robin Hood – König der Diebe“ gibt es einen überraschenden Auftritt von einer Hollywood-Legende. Mehr dazu erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
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