In den vergangenen zehn Jahren hat sich Tobey Maguire auf der Leinwand rar gemacht. Bevor er sich dazu überreden ließ, für den Marvel-Megahit „Spider-Man: No Way Home“ (2021) seine Paraderolle als nette Spinne aus der Nachbarschaft wieder aufzunehmen, stand er sieben Jahre lang nicht vor der Kamera. Doch gemeinsam mit seinen beiden Spidey-Nachfolgern Andrew Garfield und Tom Holland ein Superhelden-Abenteuer zu durchleben, habe laut Maguire seine Lust an der Schauspielerei wiederbelebt …
… und so bleibt zu hoffen, dass der heute 49-Jährige seinem umjubelten Auftritt in „Babylon – Rausch der Ekstase“ (2022) bald weitere Film- und Serienrollen folgen lässt – schließlich ist er noch immer ein beliebter Hollywood-Superstar, der auch außerhalb des Marvel-Universums zu überzeugen weiß. Doch wie nahm seine Karriere eigentlich ihren Anfang?
Dafür muss man bis in die 1980er-Jahre zurückgehen und zunächst ein eher trauriges Kapitel im Leben des „Seabiscuit“-Darstellers aufschlagen. Denn nachdem sein Vater die Familie zwei Jahre nach Maguires Geburt verließ, wechselte er mit seiner alleinerziehenden Mutter immer wieder den Wohnsitz. Wenig verwunderlich setzte es ihm psychisch stark zu, kein festes Umfeld zu haben und immer wieder neu anfangen zu müssen.
Zunehmend perspektivlos, beschloss Maguire, den für ihn damals nageliegendsten Weg zu gehen – und wie sein Vater eine Kochausbildung zu beginnen. Doch seine Mutter erkannte sein eigentliches Potenzial und machte ihm ein Angebot: Sie bot ihrem Sohn 100 Dollar, wenn er es zunächst mit einem Schauspielkurs probieren würde – eine Investition, die sich als lohnenswert herausstellen sollte. Denn der junge Maguire kam schnell auf den Geschmack. Und nachdem er die Schule nach Abschluss der neunten Klasse endgültig an den Nagel gehängt hatte, bemühte er sich um kleine Rollen in Kinofilmen, Fernsehserien und Werbevideos.
In dieser Gaming-Komödie legte Tobey Maguire seinen ersten Auftritt hin
Auf diese Weise landete er 1989 in der heute (zu Unrecht!) nahezu vergessenen Abenteuerkomödie „Joy Stick Heroes“, in der u.a. Beau Bridges („Die fabelhaften Baker Boys“) und Christian Slater („Heathers“) zu sehen sind. Der Film dreht sich um drei Kinder, die nach Kalifornien reisen, um an einem Videospiel-Turnier teilzunehmen. Wenn man im Finale auf die übrigen Spieler achtet, kann man deutlich erkennen, dass es sich bei einem von ihnen um niemand Geringeren als Tobey Maguire handelt – der aber keinen Rollennamen trägt und nicht in Vor- oder Abspann genannt wird. Hier seht ihr ein weiteres Bild vom jungen Tobey Maguire in „The Wizard“ (so der Originaltitel des Films):
Universal Pictures
Es folgten weitere kleine Parts in verschiedenen TV-Produktionen, darunter der Sitcom „Roseanne“, in der auch der 17-jährige Leonardo DiCaprio einen Miniauftritt hinlegte. Die beiden späteren Hollywood-Größen begegneten sich schließlich beim Casting der Serie „Parenthood“, wo sie sich miteinander anfreundeten – und 1993 waren dann beide neben Robert De Niro und Ellen Barkin im Drama „This Boy's Life“ zu sehen. Während es für DiCaprio von da an nur noch bergauf ging, musste sich Maguire bis zu seinem Durchbruch noch ein bisschen gedulden.
Doch in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre nahm dann endlich auch seine Karriere an Fahrt auf. Nebenrollen in Filmen wie Ang Lees gefeiertem Drama „Der Eissturm“, der Woody-Allen-Komödie „Harry außer sich“ oder dem filmischen Drogentrip „Fear And Loathing In Las Vegas“ brachten ihm viel Aufmerksamkeit ein – und in „Pleasantville“, „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ sowie „Wonder Boys“ konnte er zeigen, dass er auch das Zeug zum Hauptdarsteller hat. Anfang der 2000er klopfte dann Regisseur Sam Raimi an seiner Tür, der sich auf der Suche nach dem perfekten Peter Parker alias Spider-Man befand – und der Rest ist Geschichte!
Übrigens: Tobey Maguire und Leonardo DiCaprio waren gemeinsam in einem Film zu sehen, der in den USA und Kanada nicht gezeigt oder veröffentlicht werden darf, nachdem die beiden „Der große Gatsby“-Stars vor Gericht zogen. Mehr zum Thema lest ihr im folgenden Artikel:
Leonardo DiCaprio zog vor Gericht, damit diesen Film niemand zu sehen bekommt ‒ bis heute ist er in den USA verboten!Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.