David O. Russell ist gleichzeitig einer der umstrittensten und einer der erfolgreichsten Regisseure in Hollywood: Für fünf Oscars wurde der Filmemacher bislang nominiert (einmal für „The Fighter“, je zweimal für „Silver Linings“ und „American Hustle“) und er kann regelmäßig unglaubliche Starensembles für seine Filme zusammentrommeln. In dem von Publikum und Kritik weitgehend ignorierten „Amsterdam“ waren zuletzt neben dem Star-Trio Christian Bale, Margot Robbie und John David Washington unter anderem Chris Rock, Anya Taylor-Joy, Michael Shannon und Pop-Superstar Taylor Swift sowie zahlreiche andere prominente Namen zu sehen.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass David O. Russell ein äußerst schwieriger Mensch ist, um es mal sehr vorsichtig ausdrücken. Seine damals 19 Jahre junge Nichte warf ihm bereits 2011 sexuelle Belästigung vor, zudem kursieren in Hollywood zahlreiche Geschichten über Russells Wutausbrüche und verbale Ausfälle am Set. Aus diesem Grund schlossen bereits namhafte Stars wie Amy Adams und George Clooney weitere Zusammenarbeiten mit Russell kategorisch aus.
Clooney bezeichnete David O. Russell sogar als „einen miserablen Kerl, der dir das Leben zur Hölle macht“, wie ihr in dem folgenden Artikel nachlesen könnt:
Dass Russell ein äußerst schwieriger Charakter ist, zeigt sich aktuell aber auch am Set seines neuen Films „Madden“, einem Biopic über die American-Football-Legende John Madden, mit Nicolas Cage in der Titelrolle und Christian Bale als Raiders-Eigentümer Al Davis bei seiner nunmehr sechsten (!) Zusammenarbeit mit David O. Russell. Man kann hier also getrost von Bales Lieblingsregisseur sprechen.
Ärger bei David O. Russells „Madden“
Denn auch am Set von „Madden“ gibt es Berichten aus Hollywood zufolge wieder Ärger zwischen Russell und seinem Cast, wobei dieses Mal aber wohl keiner der großen Stars, sondern ein namentlich nicht genannter Darsteller mit dem Regisseur aneinander geriet, wie unter anderem das Klatschmagazin TMZ und die uns als seriös bekannte Filmseite World Of Reel unter Verweis auf ihre Quellen am Set berichten. Doch was soll sich überhaupt zugetragen haben?
Wie es in den Berichten heißt, soll es während der Dreharbeiten zu „Madden“ zu einem Skandal gekommen sein, nachdem David O. Russell während einer improvisierten Monolog-Probe das N-Wort benutzt habe. Der Schauspieler, der mit Russell an der Szene gearbeitet habe, habe sich geweigert, das Wort ebenfalls zu sagen. Daraufhin soll der Regisseur die Beherrschung verloren und den Schauspieler angeschrien haben. Der habe schließlich – gemeinsam mit einigen anderen Footballspieler-Darstellern – das Set verlassen und sei aus dem Film ausgestiegen.
Bei TMZ heißt es unter Verweis auf Quellen bei den produzierenden Amazon MGM Studios hingegen, dass die Idee mit dem N-Wort von dem Schauspieler selbst gekommen sei, und Russell das Wort nicht gesagt habe. Warum der Schauspieler und andere Cast-Mitglieder dann aber protestiert hätten, wollten diese Quellen auch nicht preisgeben.
Nicht der erste Zwischenfall am Set
Allerdings stimmen die Berichte dahingehend überein, dass es vor dem angeblichen Zwischenfall noch einen weiteren gegeben haben soll, bei dem David O. Russell und derselbe Schauspieler aneinander gerieten.
Hier soll es um eine Szene in einer Umkleidekabine gegangen sein, in der der Schauspieler komplett nackt und von vorne zu sehen sein sollte („full-frontal nudity“, heißt das im englischen Fachjargon). Der Schauspieler habe das jedoch nicht gewollt, woraufhin Russell wütend und „unprofessionell“ reagiert haben soll.
Das Studio betont gegenüber TMZ aber auch in diesem Fall wieder, dass man die Schauspieler weder überrascht noch zu irgendetwas gezwungen habe, und dass der Regisseur „ruhig“ auf die Weigerung reagiert habe. Obwohl der Schauspieler aus dem Film ausgestiegen sei, stehe die Tür von Seiten des Studios weiterhin offen, heißt es zudem in beiden Berichten.
Die Dreharbeiten zu „Madden“ haben erst vor wenigen Tagen begonnen, es dauert also wohl noch etwas, bis der Film in die Kinos kommt und bei Amazon Prime Video erscheint. Es gibt jedoch schon ein erstes offizielles Bild, das Nicolas Cage und Christian Bale in ihren Rollen zeigt:
So habt ihr Nicolas Cage und Christian Bale noch nie gesehen: Erster Blick auf die beiden Superstars in "Madden"