Der Pride Month kommt zur rechten Zeit: Gerade jetzt ist es wichtig, Toleranz und Vielfalt hochzuhalten
Rae Grimm
Rae Grimm
-Head of Editorial Gaming Webedia Deutschland
Weil sie als Kind keinen Game Boy haben durfte, hat sich Rae an ihren Eltern gerächt, indem sie Chefredakteurin von GamePro.de geworden ist. 2022 hat sie den Sprung in die übergreifende Chefredaktion von Webedia Gaming gemacht. Sie ist zudem Mitglied des Diversity-Komitee von Webedia Deutschland.
Mitarbeit von:
FILMSTARTS-Redaktion

FILMSTARTS und Moviepilot sowie unsere Gaming-Schwesterseiten GamePro, GameStar und MeinMMO erstrahlen ab sofort in Regenbogenfarben. Warum das so ist und was der PRIDE Month für uns bedeutet, erklären wir hier.

Webedia

Hass, Intoleranz und Gewalt haben keinen Platz auf unseren Webseiten, in unseren Leben oder in der Gesellschaft. Das sind Grundsätze, für die wir uns das ganze Jahr über einsetzen und an denen wir festhalten.

Der PRIDE Month hat entsprechend eine herausragende Bedeutung für uns, weshalb wir erneut nicht nur unsere Logos einfärben, sondern an die Wichtigkeit der Werte von PRIDE für uns und unsere Communitys erinnern wollen. Nicht nur im Juni, sondern jederzeit.

Warum im Juni Pride-Monat ist

Am 28. Juni 2025 jähren sich die Stonewall Riots zum 56. Mal. Angestoßen durch Marsha P. Johnson, gilt dieses Datum als internationaler Startschuss der zivilrechtlichen LGBTQAI+-Bewegung, die weltweit für gleiche Rechte kämpft und jährlich mit den PRIDE-Marches an das stetige Streben nach Gleichberechtigung aller erinnert – unabhängig von Hautfarbe, Ethnizität, Herkunft, nationalem Ursprung, sozialer Herkunft, politischer Meinung, Religion, Sexualität, Geschlecht, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck, sexueller Orientierung, Alter, körperlichen oder geistigen Fähigkeiten, Eheform oder sonstigen gesetzlich geschützten Konstellationen.

Mehr zum Thema Pride-Month könnt ihr hier erfahren.

Warum der Pride Month im Jahr 2025 noch immer so wichtig ist

Die Botschaft von PRIDE für Vielfalt, Offenheit und Respekt auf Basis von Toleranz ist 2025 so wichtig wie eh und je, da sie in der aktuellen politischen Landschaft stark unter Druck stehen.

Zwar gibt es positive Fortschritte wie das im November 2024 in Kraft getretene Selbstbestimmungsgesetz oder den vom Bundeskabinett verabschiedeten Aktionsplan Queer leben, die dazu beigetragen haben, dass sich Deutschland im europäischen Ranking für die Rechte von LGBTI-Personen (der sogenannten RainbowMap) auf Platz 8 befindet. Allerdings sind das kleine (wenn auch sehr nötige!) Lichtblicke inmitten vieler beunruhigender Entwicklungen.

Hier seht ihr die gesamte europäische RainbowMap (Quelle: https://rainbowmap.ilga-europe.org). https://rainbowmap.ilga-europe.org
Hier seht ihr die gesamte europäische RainbowMap (Quelle: https://rainbowmap.ilga-europe.org).

So beobachten wir aktuell in den USA, wie die Regierung unter Donald Trump den Werten Diversität, Gleichheit und Inklusion (DEI) den Kampf ansagt und die Rechte von Personen der LGBTQAI+, Frauen und People of Color immer weiter beschneidet.

Oder Großbritannien, wo ein neues Gesetz die Definition verändert hat, was es bedeutet, eine Frau zu sein – eine einschneidende Veränderung, die nicht nur für Trans Personen ungeahnte Folgen hat, sondern gleichzeitig auch die Existenz von Intersex-Personen vollkommen ignoriert. Es ist eine erschütternde und vernichtende Entscheidung für alle Frauen und eine gefährliche Präzedenz.

Die aktuelle Karte der Angriffe gegen die Rechte von queeren Personen zeigt bereits im ersten Halbjahr 2025 mehr Anti-LGBTQAI Gesetzesentwürfe als im kompletten Jahr 2024.

Eine globale Herausforderung

Diese Entwicklungen beschränken sich nicht nur auf die USA. Der ILGA-Europe Jahresbericht 2025 zeigt deutlich die zunehmende Restriktion der LGBTI-Rechte in vielen Ländern, die Zunahme der Normalisierung von Hassrede und das Erreichen eines Rekordniveaus von Hassverbrechen. Mehr und mehr Gesetze konzentrieren sich hierbei auf den Bildungssektor, um jungen Menschen den Zugriff zu stellenweise lebensrettenden Informationen vorzuenthalten.

Anhaltende Forschung zeigt konsistent, dass LGBTQAI+-Personen (insbesondere Jugendliche) ein deutlich höheres Risiko für psychische Belastungen, Depressionen, Suizidgedanken* und Versuche haben als die heterosexuelle und cisgeschlechtliche Bevölkerung. Das liegt allerdings nicht an der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität, sondern an der fehlenden Unterstützung im Alltag sowie Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen, wie unter anderem eine 2024 durchgeführte Studie von The Travor Project zeigt.

Warum wir unsere Logos einfärben

Nicht nur aus diesen Gründen wollen wir bei Webedia noch einmal betonen, dass wir nicht nur Diskriminierung und Rassismus jeglicher Form ablehnen, sondern auch das aktive oder passive Ausgrenzen oder Benachteiligen von Mitmenschen.

Indem wir auf unseren Seiten die Regenbogenflagge hissen, zeigen wir uns nicht nur solidarisch und als Teil der PRIDE-Bewegung, sondern sagen noch einmal ganz deutlich, dass Werte wie Toleranz, Akzeptanz und Inklusion für uns nicht zur Diskussion stehen. Wir zeigen keine Toleranz gegenüber Intoleranz. Hatespeech hat bei uns nichts zu suchen. Das war nie anders und das wird sich nie ändern und wer das nicht so sieht, ist weder bei Webedia Deutschland, noch auf unseren Seiten willkommen.

Die PRIDE-Flagge

Wie in den letzten Jahren verwenden wir auch 2025 die sogenannte Progress Pride Flag. Diese wurde 2018 von Daniel Quasar designt, um noch inklusiver zu sein als die vorhergehende Regenbogenflagge und die Diversität der Bewegung und unserer Gesellschaft noch besser darstellen zu können. Neben den traditionellen Regenbogenfarben finden sich hier zudem Streifen in Braun und Schwarz sowie in Weiß, Pink und Hellblau. Letztere symbolisieren dabei die trans und non-binary Community, während erstere People of Color repräsentieren. Der schwarze Streifen steht zudem für all diejenigen, die an HIV/AIDS und dem Stigma der Krankheit leiden oder deshalb ihr Leben verloren haben.

*Hinweis: Wenn ihr selbst starke Depressionen habt, oder über Suizid nachdenkt oder jemanden kennt, ist nichts wichtiger, als darüber zu sprechen. Wenn ihr euch nicht Menschen in eurer direkten Nähe anvertrauen möchtet, könnt ihr euch anonym, rund um die Uhr und kostenlos unter anderem bei der Deutschen Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111, via Chat bei der Online-Seeelsorge oder beim Hilfe-Telefon “Mutruf“ melden. Den Verein erreicht ihr unter 04191/27 4928 0.

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