Der vielfach ausgezeichnete deutsche Regisseur und Drehbuchautor Fatih Akin lässt sich auf kein Genre festlegen. Akin realisierte bereits mitreißende Dramen wie „Gegen die Wand“, Coming-of-Age-Roadtrips („Tschick“) und verstörende, auf Tatsachen beruhende Thriller, darunter „Der goldene Handschuh“. Seinem Faible für autobiografische Stoffe und beeindruckende Lebensgeschichten bleibt er mit seinem neuen Film treu. In „Amrum“ nimmt er die Zuschauer mit auf eine Reise zurück in die letzten Kriegstage auf der abgeschiedenen Nordseeinsel.
Als Vorlage diente Akin der gleichnamige, semiautobiografische Roman seines Regie-Kollegen und langjährigen Freundes Hark Bohm. Gemeinsam mit drei Geschwistern erlebte dieser das Kriegsende auf der rund 2000 Einwohner zählenden Insel. Konsequent aus Kinderperspektive schildert nun auch Akin die Erlebnisse seines jungen Protagonisten und dessen Familie in „Amrum“. Die Vorfreude auf das am 9. Oktober 2025 bundesweit in den deutschen Kinos startende Kriegs-Drama verkürzt der intensive Trailer.
Schwermut und Zukunftsangst vor betörender Kulisse: Die Welt von "Amrum"
Die Tatsache, dass der Ort und seine Bedeutung für die Bewohner im Film eine tragende Rolle spielen, manifestiert sich bereits im Titel. In der Vorschau sehen wir einerseits die unberührte Schönheit der Insel mit ihren weiten Landstrichen, Dünen und der rauen Nordsee. Doch Akin präsentiert andererseits alles andere als farbenfrohe Aufnahmen oder saftig-grüne Wälder und Wiesen. Stattdessen verströmen die grauen Bilder und die tobende See Tristesse und ein Gefühl der Beklemmung und Unsicherheit. So fühlen sich viele Bewohner, als sich im Frühjahr 1945 die Nachricht vom nahenden Untergang des Dritten Reichs herumspricht. Mitten drin: Nanning (Jasper Billerbeck).
Der 12-Jährige unterstützt in dieser Phase des Umbruchs seine regimetreue Mutter Hille (Laura Tonke) nach Kräften. Er hilft auf dem Acker, geht auf Kaninchenjagd und angelt des Nachts in der Hoffnung auf einen großen Fang. Es gilt, irgendwie durch diese harte Zeit zu kommen. Als der Krieg endlich vorbei ist und Friede einkehrt, sieht sich Nanning jedoch mit einer neuen, bisher unbekannten Herausforderung konfrontiert. Er deckt ein dunkles Familiengeheimnis auf, das lange verdrängte Wahrheiten ans Licht bringt.
Akin & Bohm: Erfolgreiches Drehbuch-Gespann
Für mehr Authentizität drehte Akin seinen mittlerweile dreizehnten abendfüllenden Spielfilm in vielen Orten auf der titelgebenden Insel selbst. Weitere Drehorte waren Hamburg und Ballum, ein kleines Dorf an der dänischen Nordsee. Der Golden-Globe-Preisträger („Aus dem Nichts“) erarbeitete das Skript zu seinem zwischen Historien-Drama, Coming-of-Age und Kriegsfilm angesiedelten Genre-Mix gemeinsam mit Bohm.
Wie gut – und erfolgreich – die Beiden zusammenarbeiten, bewiesen sie bereits mit ihrem Drehbuch zu „Aus dem Nichts“. Darin sahen wir bereits Diane Kruger, die nun auch in "Amrum" wieder mit dabei ist. Weitere hochkarätige Darsteller sind Matthias Schweighöfer („Army of the Dead“) sowie „Bibi und Tina“-Regisseur Detlev Buck.
Welcher Film ist eigentlich der beste Kriegsfilm aller Zeiten? 500 hochkarätige Filmschaffende wählten kürzlich die 100 besten Filme seit dem Jahr 2000. Und auf Platz 14 rangiert ein Kriegsfilm – bei dem es sich somit um den besten Vertreter dieses Genres des 21. Jahrhunderts handelt. Welcher Film, in dem übrigens auch „Amrum“-Star Diane Kruger eine tragende Rolle spielt, gemeint ist, erfahrt ihr diesem Artikel: