Heute gilt „Star Wars“ als Synonym für gigantisches Blockbuster-Franchise-Kino. Doch 1977 war der Erfolg alles andere als sicher. Die Produktion verschlang Millionen mehr als geplant, und viele rechneten mit einem Fiasko (mehr dazu hier). George Lucas aber hatte für den Fall der Fälle bereits einen Notfallplan in der Tasche: ein kleines, günstiges Sequel, basierend auf Alan Dean Fosters Roman „Splinter Of The Mind’s Eye“ (auf Deutsch erschienen als „Die neuen Abenteuer des Luke Skywalker*“).
Foster war schon 1976 beauftragt worden, die Romanfassung des ersten Films zu verfassen – allerdings mit der Bedingung, noch eine zweite Geschichte zu liefern. In seinen Memoiren „The Director Should've Shot You*“ schreibt er: „George wollte sicherstellen, dass es notfalls eine filmische Fortsetzung gäbe, die möglichst billig umzusetzen war. Deshalb sollte meine Handlung auf einem nebligen Planeten spielen und oft unterirdisch verlaufen – Kulissen, die man leicht wiederverwenden konnte.“
Ohne Han, ohne Wookiee – dafür mit mehr Kaiburr-Kristallen
Ein entscheidendes Detail unterschied Fosters Geschichte von der Kinoreihe: Han Solo und Chewbacca tauchen überhaupt nicht auf. „Da Harrison Ford seine Rechte nicht freigegeben hatte, durfte ich Han nicht verwenden. Und ohne Han war auch kein Chewie möglich“, erinnert sich Foster. Stattdessen konzentrierte sich die Handlung auf Luke und Leia, die auf dem Planeten Mimban nach einem mystischen Artefakt suchen – dem Kaiburr-Kristall, der die Macht unermesslich verstärken konnte.
Ein Weltraumkampf, den Foster ursprünglich als Auftakt plante, musste Lucas streichen lassen – schlicht, weil er zu teuer zu inszenieren gewesen wäre. „Also begann mein Buch praktisch mit Kapitel zwei“, erklärt der Autor. Am Ende kam es bekanntlich anders: Das erste „Star Wars“-Abenteuer wurde ein Welterfolg, und Lucas konnte die Saga in großem Stil weiterspinnen – „Das Imperium schlägt zurück“ erschien nur drei Jahre später. Foster meint heute: „‚Splinter‘ wäre ein schönes kleines TV-Abenteuer zwischen Episode IV und V geworden. Besser als das Holiday Special allemal.“
Wenn ihr übrigens wissen wollt, welche Star Wars-Legende mit dem Film rein gar nichts anfangen konnte, dann lest doch auch den nachfolgenden Artikel:
"Ich kann nicht sagen, dass mir der Film gefällt": Diese "Star Wars"-Legende konnte mit dem Weltraum-Kult nur wenig anfangen*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.