Heute im TV: Seit 18 Jahren (!) warten Action-Fans auf die Fortsetzung dieses Abenteuerfilms mit Nicolas Cage
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Sidneys Lieblingsfigur ist Donald Duck, sein erster Kinofilm war Disneys „Aladdin“ und bereits in der Grundschule las er eine Walt-Disney-Biografie. Wenn er könnte, würde er ins Disneyland auswandern, aber da das nicht geht, muss ihn seine Disney-Sammlung bei Laune halten.

Nicolas Cage, Knobelei mit Geschichtsfakten, geheime Gänge und noch geheimere Höhlen – und vieles mehr: „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ ist kurzweiliger Action-Abenteuer-Eskapismus, der endlich weitergehen muss!

Während manch andere Filmreihe unaufhaltsam scheint und ihren Fans sogar ein paar unerwünschte Fortsetzungen aufbrummt, frustriert der geschichtsvernarrte Abenteurer Benjamin Franklin Gates mit Inaktivität: 2004 mit dem Überraschungserfolg „Das Vermächtnis der Tempelritter“ und dem wundervoll-launigen Diebstahl der US-Unabhängigkeitserklärung in die Filmwelt gepoltert, kehrte Nicolas Cages Blockbusterrolle ein einziges Mal auf die Leinwand zurück.

2007 reichten die Disney-Studios und „Fluch der Karibik“-Produzent Jerry Bruckheimer die Fortsetzung „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ nach. Darin verfolgt der von Cage verkörperte Protagonist einmal mehr einen bizarren Plan, sinnierte über historische Fakten und entdeckte erneut allerlei Geheimgänge. Seither warten Fans ungeduldig auf Teil 3.

Falls ihr eure Erinnerung auffrischen oder den Abenteuerspaß nachholen möchtet: Heute, am 11. September 2025, läuft „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ ab 20.15 Uhr im Disney Channel. Darüber hinaus ist das 130 Millionen Dollar teure Spektakel (wie auch Teil 1) im Abo von Disney+ enthalten:

Darum geht es in "Das Vermächtnis des geheimen Buches"

Seit Schatzjäger, Geschichtsexperte und Kryptologe Benjamin Franklin Gates (Nicolas Cage) den Schatz der Tempelritter entdeckt hat, ist er ein berühmter und angesehener Mann. Seine Beziehung zu Historikerin und Dokumentenexpertin Dr. Abigail Chase (Diane Kruger) ist jedoch in die Brüche gegangen und sein treuer Kumpel Riley Poole (Justin Bartha) will es sich zwar nicht anmerken lassen, ist aber geknickt, weil wenig von Bens Ruhm auf ihn abfärbt.

All das ist ein Witz im Vergleich dazu, was der dubiose Geschäftsmann Mitch Wilkinson (Ed Harris) dem Schatzsucher einbrockt: Er präsentiert (arg zweifelhafte) Beweise, dass Gates' Ururgroßvater der Strippenzieher hinter der Lincoln-Ermordung war. Das droht, die Ehre der Familie Gates zu zerstören, weshalb sich Ben auf die Jagd nach Gegenbeweisen begibt – woraus sich ein turbulentes, wirres und internationales Abenteuer entwickelt, bei dem Bens belesene Mutter Emily (Helen Mirren) unerlässlich ist...

Höher, schneller, bemühter ...

„Das Vermächtnis des geheimen Buches“ verfolgt die alte Sequel-Maxime „Höher, schneller, weiter“, was dem 459,2 Millionen Dollar schweren Blockbuster zum Vor- und Nachteil gereicht. Auf der Schattenseite ist das Skript zu vermerken: Es stammt von Cormac & Marianne Wibberley, die auch Teil 1 mitgeschrieben haben, die Story wiederum wurde von den Wibberleys entworfen, sowie von „Der König der Löwen 2“-Co-Autor Gregory Poirier und den „Fluch der Karibik“-Masterminds Ted Elliott und Terry Rossio.

Dabei herausgekommen ist ein Beleg für die oft herangezogene Volksweisheit „Viele Köche verderben den Brei“: Teil 1 ist ziemlich stringent – der sauber arbeitende Ben Gates will einen Schatz finden, bevor dies einem rabiaten Ex-Kollegen gelingt. Und da er auf der Rückseite der Unabhängigkeitserklärung eine zum Schatz führende Karte vermutet, sieht er sich gezwungen, diese zu stehlen, obwohl es ihm Gewissensbitte bereitet. Ergibt abstrus-unterhaltsamen Sinn, fetzt.

Um das in Teil 2 zu überbieten, haben sich die zahlreichen Köpfe hinter „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ in einen Storywust hineingesteigert, der zwar „Mehr, mehr, mehr!“ sein will, dabei aber narrativ verkrampft: Ben will keinen Schatz finden, sondern seine Familienehre retten! Einen Schatz gibt es am Ende natürlich dennoch! Ben und Konsorten hetzen nicht mehr nur durch die USA, sondern auch durch Europa! Nicht die Unabhängigkeitserklärung wird gestohlen: Ben entführt den Präsidenten (um ihm ein paar Fragen zu stellen, aber im Trailer klingt das schön dramatisch)!

... und immer noch echtes Abenteuervergnügen!

Kurzum: Das Drehbuch holpert und poltert gewaltig. Spaß macht das (wie schon Teil 1 von Jon Turteltaub inszenierte) Abenteuer trotzdem, auch weil die Sequel-Maxime szenenweise für größeres Entertainment sorgt. Cage hat einmal mehr ansteckende Freude an der Rolle des belesenen, mit schelmischem Lächeln charmant belehrenden Helden – und dieses Mal darf er häufiger freidrehen als im Erstling.

Etwa, wenn er und Kruger einen angetrunkenen Streit vortäuschen müssen, oder Ben seine Crew anheizt, die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu überschreiten, damit ein wertvolles Artefakt auf dem Blitzerfoto festgehalten wird. Darüber hinaus erweist sich Helen Mirren, die seither noch häufiger im Action- und Abenteuer-Kino mitmischte, als ebenso amüsierte wie amüsante Bereicherung dieser Schatzjagd: Rüstig, forsch und schnippisch macht Mirren ihrem Leinwand-Ex Jon Voight ordentlich Feuer unterm Hintern und entwickelt eine spritzige Mutter-Sohn-Dynamik mit Cage. Und allerspätestens, wenn in einer geheimen Höhle eine riesige Plattform ausbalanciert werden muss, bietet Turteltaub auch in diesem Sequel ulkig-einfallsreiche Action.

Für den Verfasser dieses TV-Tipps ist es also höchste Zeit, dass Disney, Bruckheimer, Cage und Co. sich einig werden und Teil 3nachreichen. Bis dahin hält er sich mit Rewatches der bisherigen „Vermächtnis“-Abenteuer über Wasser – und empfiehlt euch folgenden Überblick über den Status quo des nächsten Teils:

"Vermächtnis der Tempelritter 3" mit Nicolas Cage macht großen Schritt nach vorne – und es gibt erste Handlungsdetails

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