„One Battle After Another“ begeistert seit dem 25. September 2025 im Kino. „Magnolia“- und „There Will Be Blood“-Regisseur Paul Thomas Anderson platziert in seinem grandios inszenierten Action-Thriller nicht nur Leonardo DiCaprio und Sean Penn als Kontrahenten. In jedem der beiden Teile des Films steht auch jeweils eine starke Frau im Zentrum.
Während des Auftakts liegt der Fokus auf Perfidia (Teyana Taylor), die eine revolutionäre Gruppe anführt, zu der auch DiCaprios Ghetto Pat gehört. Beide werden zum Paar, doch auch mit dem die Gruppe verfolgenden Armee-General Lockjaw (Penn) lässt sich Perfidia sexuell ein.
16 Jahre später ist Teenagerin Willa (Newcomerin Chase Infiniti) die Heldin der Geschichte. Mit ihrem Vater Pat, der nun Bob heißt, lebt sie in einer Kleinstadt. Doch dann taucht Lockjaw wieder auf. Denn Willa könnte auch seine Tochter sein – und weil er gerade auf die Aufnahme in eine einflussreiche Nazi-Sekte hofft, kann er keinen Beweis existieren lassen, dass er etwas mit einer Schwarzen hatte.
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Wir haben sowohl Teyana Taylor und Chase Infiniti, als auch Leonardo DiCaprio (gemeinsam mit Szenendieb-Nebendarsteller Benicio Del Toro) zum Interview getroffen. Dabei wollten wir von ihnen unter anderem wissen, was sie beim Lesen des Drehbuchs dachten. Schließlich ist der Film „eine durchgeknallte, wilde Erfahrung“, wie wir in unserer 5-Sterne-Kritik schreiben. Da muss man doch auch beim Lesen des Skripts manchmal denken: „Was zur Hölle? Hier ist ja alles möglich!“
So entsteht die Magie bei Paul Thomas Anderson am Set
Teyana Taylor wusste schon vorher, dass hier alles möglich ist, weil es schließlich ein Film von Paul Thomas Anderson ist: „Wir wissen, wie sein Gehirn funktioniert. Er ist ein Genie. Er ist ein verrückter Wissenschaftler. Er ist ein verdammter Meisterkoch.“ Auch Leonardo DiCaprio bläst in ein ähnliches Horn: „Das ist das Ökosystem, das Paul kreiert. Es gibt so viele verschiedene Ebenen, so viele unerwartete Wendungen. Er baut hier fast ein eigenes Universum“.
Hauptdarstellerin Taylor lobt dabei auch einen besonderen Ansatz von Paul Thomas Anderson. Der arbeitet in seinen Skripten nämlich gar nicht jede Szene komplett aus. Da kann dann auch mal ein Vermerk stehen, dass das noch festgelegt wird: „Wenn man dieses TBD im Drehbuch sieht, weiß man schon, dass die eigentliche Magie am Tag selbst, am Set, entstehen wird“, so Taylor im Interview mit uns.
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Sie ist überzeugt, dass genau dieser Arbeitsweise erst „diese Intensität bringt“ und große Vorteile hat: „Sobald man beginnt zu proben, was etwas sein sollte, trifft es nicht mehr auf die gleiche Weise. Man fängt an, im Kopf darüber nachzudenken: Ist mein Lauf perfekt? Ist das perfekt? Halte ich die Waffe perfekt?“ Doch bei Paul Thomas Anderson sei es eher so: „Man hat die Ideen, man hat die Stichpunkte, und wenn man dann da ist, fängt man an zu kochen.“
Der Regisseur bereit mit seinem Drehbuch alles vor, doch erst, wenn man am Set ist, werde wirklich das „Feuer entzündet und der Grill heiß gemacht. Dann geht es los!“
In unserem Interview mit Leonardo DiCaprio und Benicio Del Toro haben wir übrigens auch noch darüber gesprochen, warum das daraus resultierende komplexe Plotkonstrukt trotzdem funktioniert. Auch wie man glaubhaft einen bekifften Typen verkörpert und mit welchem Regisseur die beiden Stars unbedingt noch mal arbeiten wollen, erfahrt ihr hier:
"Er baut ein eigenes Universum": Leonardo DiCaprio verrät uns, was das Meisterwerk "One Battle After Another" so besonders machtMit Chase Infiniti und Teyana Taylor haben wir dagegen noch ein wenig über ihre körperlich anspruchsvollen Actionszenen gesprochen und was für ein Vorteil es für diese ist, wenn man sehr gut tanzen kann. Denn beide haben einen Großteil ihrer Stunts selbst gemacht.
Chase Infiniti: Ich war dankbar, dass ich Vorerfahrung hatte – sowohl durch Tanzen als auch durch das Kickboxen. Das hat mir eine solide Grundlage gegeben, um die Bewegungen zu lernen, die ich für diese Rolle brauchte. Und ich habe Paul direkt nach dem Casting gebeten: Bitte steck mich in alle nötigen Trainingsstunden. Ich wollte sicherstellen, dass Willa so wirkt, als könne sie sich im Karate wirklich behaupten.
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Teyana Taylor: Da stimme ich auf jeden Fall zu. Weil ich selbst aus dem Tanz komme, war immer in der Lage, meinen Körper zu bewegen. Viele Leute sagen ja, wir hätten die meisten Stunts wirklich selbst gemacht. Aber ich glaube, das Einzige, was wir nicht gemacht haben, war wahrscheinlich irgendeine super, super weiter Totale, wo ein Statist noch mal hinter uns herläuft, nachdem wir schon 20 Takes über 20 Blocks gerannt sind. Aber ja, die ganze Arbeit mit den Schusswaffen, das ganze Rennen – es war intensiv, aber wir lieben es. Und darum geht es ja. Und diesen Rhythmus zu besitzen, zu wissen, wie man sich bewegt – das ist so hilfreich. Es hängt alles zusammen. Und wir beide haben Hintergründe, die es uns ermöglicht haben, uns da wirklich hineinfallen zu lassen.
„One Battle After Another“ läuft aktuell in den deutschen Kinos. Nachfolgend haben wir auch noch ein ausführliches Interview mit Paul Thomas Anderson für euch:
"Action ist beim Dreh ziemlich langweilig": Der "One Battle After Another"-Regisseur verrät uns ein Geheimnis hinter seinem Kino-Meisterwerk