"Henning Baum zu verprügeln ist nicht leicht": Die Stars von "NCIS: Tony & Ziva" über ihr Comeback nach 12 Jahren
Markus Trutt
Markus Trutt
-Redakteur
Vom Spurenverwischen mit Dexter bis zu Weltraum-Abenteuern mit Picard. Markus hat ein Herz für Serien aller Art – und schüttet es gern in Artikeln aus.

In „Navy CIS: Tony & Ziva“ kehren Michael Weatherly und Cote de Pablo endlich wieder gemeinsam als titelgebende Fanlieblinge zurück. Anlässlich des Serien-Starts haben uns die beiden Stars besucht, um über das langersehnte Comeback zu plaudern.

Zwölf Jahre ist es mittlerweile her, seit wir Michael Weatherly und Cote de Pablo zum letzten Mal gemeinsam als Tony DiNozzo und Ziva David im Krimi-Dauerbrenner „Navy CIS“ gesehen haben. Doch mit dem Spin-off „Navy CIS: Tony & Ziva“ feiert das Traum-Duo nun endlich ein Comeback – bei dem es sie auf ein Abenteuer quer durch Europa verschlägt, um eine groß angelegte Verschwörung aufzudecken.

Die legendäre Chemie ist nach all der Zeit noch immer da, und das nicht nur zwischen Tony und Ziva, sondern auch zwischen den Stars Michael Weatherly und Cote de Pablo. Das ist zu jeder Sekunde spürbar, als Michael Weatherly und Cote de Pablo höchstpersönlich bei uns im Berliner Büro vorbeischauen, um ausführlich über die Besonderheit der neuesten „NCIS“-Serie, ihr Zusammenspiel und einen hierzulande sehr prominenten Gaststar zu sprechen...

Michael Weatherly und Cote de Pabo (in der Mitte mit FILMSTARTS-Redakteur Markus Trutt) beim Besuch in Berlin Webedia GmbH
Michael Weatherly und Cote de Pabo (in der Mitte mit FILMSTARTS-Redakteur Markus Trutt) beim Besuch in Berlin

Henning Baum in "Navy CIS: Tony & Ziva"

FILMSTARTS: In eurer Serie gibt es tatsächlich ja etwas deutsche DNA in Form von Henning Baum, der in einer Folge einen Polizisten spielt, mit dem ihr euch anlegt. Wie war das so mit ihm?

Michael Weatherly: Die ganze Episode war generell ein unglaubliches Abenteuer, aber besonders die Reihe von Nächten, in denen wir diese Szenen gedreht haben, in einem Glashaus oben auf einem Berg. Es war sehr kalt und stürmisch, also sehr dramatisch. Wir kamen meist am späten Nachmittag ans Set. Und ich erinnere mich, dass Henning sein Hemd auszog und draußen stand, wie ein Bär in der Sonne. Er lehnte sich zurück, die Haare nach hinten gegelt...

Cote de Pablo: Seine volle blonde Mähne.

Michael Weatherly: Ja, und es war perfekt für das, was wir in der Story umsetzen wollten. Er war Teil davon, das wir auf der feinen Linie zwischen Tech-Thriller und Arbeitsplatz-Komödie wandern wollten. Die Serie hat absurde, komödiantische Elemente und dann wieder sehr bodenständige, dramatische Momente. Dinge, die fast so wirken, als könnten sie nicht in derselben Serie sein. Und genau das macht den Reiz aus.

Cote de Pablo: Ich muss zu Henning noch sagen: Michael und ich haben viel darüber gesprochen. Wir waren wirklich glücklich, als er ans Set kam, weil er vieles hinterfragt hat – über die Figur, über Entscheidungen. Er hat für Dinge gekämpft, die er wichtig fand. Er war ein Schauspieler, der wirklich Input brachte. Er stand nicht nur da und meinte: „Ja, was soll ich machen?“ Er hatte eine Haltung, Meinungen. Und wir dachten: „Ja, lass uns mit dem spielen.“

Hier noch bekleidet und ohne geballte Fäuste: Henning Baum in Paramount+
Hier noch bekleidet und ohne geballte Fäuste: Henning Baum in "NCIS: Tony & Ziva"

FILMSTARTS: Und hast du ihn denn selbst verprügelt? Hast du deine Stunts selbst gemacht?

Cote de Pablo: Ja, wir beide. Und ich muss sagen, es ist nicht leicht, ihn zu verprügeln. Aber er war großartig in den Fake-Kämpfen.

Michael Weatherly: Und ich wollte helfen.

Cote de Pablo: Ja, wolltest du.

Michael Weatherly: Aber ich hatte einen Termin am Boden…

FILMSTARTS: Im Endeffekt geht es in der Serie natürlich um euch Zwei. Und in dem Zusammenhang fällt einmal der Satz: „Wir hatten nie Probleme mit Chemie.“ War die berühmte Tony-und-Ziva-Chemie tatsächlich sofort wieder da, oder musstet ihr sie nach all den Jahren erst wiederfinden?

Michael Weatherly: Das ist eine lustige Sache. Es passiert einfach, wenn man uns zusammensetzt. Es braucht nichts außer Offenheit. Wenn einer von uns nicht verfügbar gewesen wäre – emotional oder intellektuell –, dann hätte die Chemie gelitten. Aber wir würden das beide nicht zulassen. Wenn ich verschlossen oder unnahbar auftauche, würde Cote mich sanft da rausholen und sagen: „Komm, spiel mit.“ Und umgekehrt.

Cote de Pablo: Ja, genau. Manchmal hat man schlechte Tage, manchmal gute. Michael und ich haben das immer als Möglichkeit gesehen, Gefühle mit Menschen zu teilen. Man kann einen Tag nicht einfach faken, also nutzt man, was man gerade hat. Das ist auch das Schöne am Schauspielern – man bringt vieles, was man selbst durchmacht, in die Rolle ein.

Ganz anders als "Navy CIS"

FILMSTARTS: Eure Serie ist auch ziemlich anders als das „NCIS“-Mutterschiff. Was würdet ihr sagen, sind die größten Unterschiede?

Michael Weatherly: Es ist nicht wie ein klassisches Procedural aufgebaut – Hinweise, falsche Fährte zur Halbzeit, dann die Auflösung. Manche dieser mechanischen Dinge sind da, aber über zehn Folgen gestreckt. Es fühlt sich filmischer an. Und das Abenteuer ist das Ziel. Für mich war es spannend, kleine Details in den Figuren und Beziehungen zu erforschen und gleichzeitig dieses große Spielfeld mit neuen Leuten und auf einem ungarischen Set zu haben. Man versteht kein Wort um einen herum. Das ist befreiend, weil man nicht versucht, Probleme zu lösen, die nicht die eigenen sind. Sehr entspannend.

FILMSTARTS: Und ihr dürft in der Serie fluchen.

Michael Weatherly: Fuck yeah!

Cote de Pablo: Ja, weil es in einer anderen Welt stattfindet, in der Streaming-Welt. Da gibt es mehr Freiheiten.

Michael Weatherly: Sie hatten sogar eine Nacktszene für mich drin – haben sich dann aber doch dagegen entschieden.

Cote de Pablo: (lacht)

FILMSTARTS: Vielleicht in der nächsten Staffel.

Michael Weatherly: Da lassen wir dann Ewan McGregor kommen und das für uns übernehmen. Der schreckt davor nicht zurück.

Tony (Michael Weatherly) und Ziva (Cote de Pablo) müssen ihre gemeinsame Tochter Tali (Isla Gie) beschützen. Paramount+
Tony (Michael Weatherly) und Ziva (Cote de Pablo) müssen ihre gemeinsame Tochter Tali (Isla Gie) beschützen.

FILMSTARTS: Gab es denn Überlegungen, das „NCIS“ im Titel ganz wegzulassen und es einfach nur „Tony und Ziva“ zu nennen?

Cote de Pablo: Interessante Frage. Unsere Serie spielt ja nicht mehr innerhalb der NCIS-Behörde. Wir wollten diese Figuren aus dem Franchise nehmen und ihnen endlich die emotionale Geschichte geben, die Fans nie wirklich bekommen haben. Michael und ich wollten unbedingt wieder zusammenarbeiten. Also nahmen wir Tony und Ziva raus aus dem Agency-Setting und haben sie in eine völlig neue Welt gepackt, mit neuen Herausforderungen – und ihre Tochter macht alles noch komplexer. Das prägt die Beziehung und die Richtung, in die sie geht, natürlich maßgeblich.

Michael Weatherly: Als das „X-Men“-Franchise nach zahlreichen Ablegern mit „Logan“ um die Ecke kam, war das auch sehr interessant, da der Film eben nicht „X-Men: Logan“ hieß. Wir haben unsere Serie zunächst „No Country Is Safe“ genannt – das ist jetzt auch der Titel der ersten Folge und ein NCIS-Akronym. Das war für uns eine Weile der Arbeitstitel. Als dann „Tony & Ziva“ aufkam, bin ich erst einmal zusammengezuckt und dachte: „Oh Gott, das ist zu platt und zu offensichtlich.“ Aber tatsächlich passt er perfekt, weil es wirklich um die Ergründung dieser beiden Figuren und ihrer Beziehung geht.

Cote de Pablo: Und aus Marketing-Sicht ergibt es Sinn. Die Fans verstehen sofort, worum es geht. Wir hatten viele andere coole Titel, aber „Tony & Ziva“ war am klarsten. Michael und ich hatten tatsächlich ein bisschen Bedenken, was den „NCIS“-Teil des Titels angeht. Wir haben es hinterfragt, weil es eben nicht in der Agency spielt. Die Antwort, die wir darauf bekommen haben und die auch Sinn ergibt, war: Es sind nun mal Figuren, die aus diesem Original-Franchise stammen und das macht diese Zugehörigkeit einfach noch mal deutlich.

Michael Weatherly: Ich war ja auch schon bei den „NCIS“-Anfängen dabei, damals noch in den „JAG“-Folgen. Für mich ist es nun aber eher eine Erweiterung des Universums als ein direktes Spin-off. Ich passe sehr auf DiNozzo auf. Auf den ersten Blick wirkt er nervig, zerstörerisch oder irrelevant. Aber das ist Absicht – eine seiner Taktiken, unterschätzt zu werden.

Cote de Pablo: Und es ist auch eine Art Schutzmechanismus. Lustig, ablenkend – aber wenn jemand das durchschaut, wird es spannend. Was steckt genau dahinter? Dieses Maskenabnehmen zwischen zwei Figuren ist sehr reizvoll und spaßig. Weil wir das auch jeden Tag im echten Leben tun. Selbst im Supermarkt. „Hol mir den Salat, ich will dich sehen.“

Michael Weatherly: Hast du Hunger?

Cote de Pablo: Nur ein normaler Tag im Supermarkt: „Weg mit deinem Schutzmechanismus!“ (lacht)

FILMSTARTS: Konntet ihr als denn eigentlich auch Einfluss auf die Entwicklung eurer Figuren oder vielleicht sogar die Drehbücher nehmen? Ihr seid schließlich die Experten, nachdem ihr sie über Hunderte Folgen gespielt habt.

Cote de Pablo: Ja, beim Verhalten der Figuren definitiv. Beim Schreiben weniger – wir waren nicht Teil des Autorenteams. Aber wir haben zu Beginn Ideen gepitcht, die aufgenommen wurden. Und wenn es am Set um die Dynamik oder Momente ging, die für uns Sinn ergeben haben, haben wir die vehement verteidigt. Wir mussten die Figuren schützen.

Michael Weatherly: Genau. Als junger Schauspieler habe ich gelernt: Niemand will, dass du versuchst, etwas zu sein, was du denkst, dass sie wollen. Sie wollen deine Version sehen. Es bringt nichts zu versuchen, das Schicksal von jemand anderem zu erfüllen. Du hast nur dein eigenes Leben, deine eigenen Gedanken, deine eigenen Gefühle. Das ist der wahre Wert eines Künstlers – ob bei Kinderliedern oder epischen Shakespeare-Tragödien. Ziva ist untrennbar mit Cote verbunden. Eines Tages werden sie Tony DiNozzo neu besetzen, aber ich halte an ihm fest, solange ich kann. (lacht)

Sandkasten-Regeln

Michael Weatherly: Wenn wir zusammen spielen, nennen wir es übrigens den „Sandkasten“. Kennst du die Sandkasten-Regeln?

FILMSTARTS: Nein. Nur Gibbs-Regeln.

Michael Weatherly: Sandkasten-Regeln sind kreative Regeln: Wenn wir in diesem offenen Sandkasten spielen, wird nicht mit Sand geworfen und nicht reingepinkelt – es ist ein Sandkasten, kein Katzenklo. Aber sei so kreativ wie möglich, ohne die paar wichtigen Regeln zu brechen. Mit Respekt und Vertrauen.

Cote de Pablo: Es ist ein sicherer Raum zum Spielen. In tiefen Beziehungen sollte man auch immer einen Sandkasten haben.

Michael Weatherly: Oder ein Safeword. (lacht)

Cote de Pablo: Wassermelone. (lacht)

Michael Weatherly: Au, au, au… es tut weh! Wassermelone, Wassermelone!

FILMSTARTS: (lacht) Schönes Schlusswort. Wir müssen aufhören, die Leute da hinten schauen schon. Danke, dass ihr hier wart. Ich hätte noch eine Weile mit euch weiter quatschen können…

Cote de Pablo: Wie viele Fragen hattest du noch auf deinem Zettel?

FILMSTARTS: Sechs oder sieben. Den Rest machen wir dann einfach bei Staffel 2.

Michael Weatherly: Ja, als Schnellfragerunde.

FILMSTARTS: Sehr gern.

„NCIS: Tony & Ziva“ läuft seit dem 4. September 2025 weltweit auf Paramount+. Immer donnerstags erscheint beim Streamingdienst eine neue Folge der insgesamt zehnteiligen ersten Staffel.

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