Film über Michael Jackson wird jetzt anders als geplant – landet ein Teil des Materials in der Mülltonne?
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Mehrfach wurde das Biopic „Michael“ über den „King Of Pop“ Michael Jackson verschoben. Im April 2026 soll es nun erscheinen. In Kürze gibt es den ersten Trailer. Doch eine Menge hat sich verändert...

Sony Pictures

Eigentlich sollte „Michael“ bereits im April 2024 erscheinen, wurde dann auf Oktober 2025 und schließlich auf April 2026 verschoben. Denn es wurden umfangreiche Nachdrehs nötig. Laut Medienberichten wurde den Verantwortlichen um „Training Day“-Regisseur Antoine Fuqua, den dreifach oscarnominierten Drehbuchautor John Logan („Gladiator“, „Aviator“) und den ebenfalls oscarnominierten „Bohemian Rhapsody“-Produzenten Graham King erst während der Dreharbeiten klar, dass sie ihren ursprünglichen Plan nicht umsetzen dürfen.

Die Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson sollten Teil des Films sein. Das Biopic sollte das Geschehen laut Hollywood-Insider Matt Belloni allerdings so darstellen, dass Jackson selbst ein Opfer war – und zwar von geldgierigen Menschen, die ihn mit Lügen unter Druck setzen wollten. Ein Problem dabei: Die Filmemacher wussten nicht, dass von Jacksons Nachlass geschlossene Verschwiegenheitsvereinbarungen nicht nur verhindern, dass mögliche Opfer des King Of Pop ihre Vorwürfe über sexuellen Missbrauch von Kindern durch den Superstar wiederholen. Die Verschwiegenheit geht in beide Richtungen. Ein Film, der in enger Abstimmung mit dem Nachlass Jacksons entsteht, kann also nicht einfach diese Menschen diskreditieren, ohne dass sie sich verteidigen können.

Die ausführlichen Hintergründe gibt es im folgenden Artikel:

150 Millionen Dollar teurer Blockbuster über Michael Jackson: Muss ein Teil des Films in die Mülltonne?

Doch wie gehen die Filmemacher jetzt mit den Missbrauchsvorwürfen um? Wie schon damals von uns gemutmaßt, landen wohl alles dazu gedrehte Material (und noch mehr) in der Mülltonne.

"Michael" soll nur noch einen Teil des Lebens des Popstars zeigen

Matt Belloni berichtet jetzt, dass die umfangreichen Nachdrehs zu „Michael“ abgeschlossen sind. Dabei wurde entschieden, dass der Film jetzt mit Jacksons Aufstieg zum Ruhm in den 1980er-Jahren enden wird. Alles, was danach passiert, ist nicht mehr Teil des Biopics.

All das dazu existierende Material, darunter ein zwei Wochen langer Dreh auf der originalen Neverland Ranch, sei folglich nicht mehr benutzbar. Produzent Graham King behalte sich die Option offen, es später für einen zweiten Film zu nutzen. Sollte „Michael“ ein großer Erfolg sein, könnte ein Sequel folgen, welches die Zeit von den 1990er-Jahre bis hin zu Jacksons Tod im Jahr 2009 und damit auch die Vorwürfe gegen den Musiker abdeckt. Kommt dieser zweite Teil nicht, bleiben die zahlreichen Aufnahmen unveröffentlicht – was zumindest den Filmemachern keinen finanziellen Schaden bereitet. Denn der Nachlass von Jackson ist für alle Mehrkosten aufgekommen.

Darum ist "Michael 2" sehr unwahrscheinlich

Wir glauben nicht wirklich dran, dass ein Sequel kommen wird, sondern rechnen damit, dass das Material für immer in der Mülltonne (bzw. einem Safe) landen wird. Wie soll diese Zweiteilung funktionieren? Es scheint undenkbar, dass man mit der Unterstützung des Nachlasses des Superstars erst einen Film macht, der Michael Jackson und seine Musik feiert, um dann in einem düsteren Sequel plötzlich dunkle Abgründe zu offenbaren. Und der von Hardcore-Fans des Stars gewünschte und ein Stück weit ja mal geplante Verteidigungsfilm ist auch unwahrscheinlich. Das war ohnehin eine schlechte Idee, der Shitstorm vorprogrammiert, und dann tauchten auch noch unüberwindbare juristische Hürden auf.

Die Verantwortlichen haben wohl nur zu gut erkannt, dass man die Vorwürfe gegen Jackson gar nicht thematisieren kann, ohne sich massiv Kritik und viel zu viele Probleme einzuhandeln. Und so haben sie wohl den einfachsten Weg genommen. Sie lassen sie weg, machen einen Film, der zu einem Zeitpunkt endet, an dem es noch keinen einzigen Vorwurf gibt. Da werden sie nicht mit einem Sequel dann doch noch voll ins Wespennest greifen.

Michael“ soll am 23. April 2026 in die Kinos kommen. In der Titelrolle sehen wir Michael Jacksons Neffen Jaafar Jackson. Colman Domingo spielt dessen Vater Joe, Nia Long seine Mutter Katherine Jackson und Miles Teller ist als John Branca, Manager und engster Vertrauter des Pop-Stars, an Bord. Ein erster Trailer soll Mitte November 2025 passend zum Kinostart von „Wicked: Teil 2“ erscheinen. Die Vorschau zu diesem kommenden Kino-Hit findet ihr im folgenden Artikel:

DAS Fantasy-Highlight 2025 steht vor der Tür: Der finale Trailer zu "Wicked 2" ist da!
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