"Er ist ein wilder Kerl": "Blade"-Star sorgte dafür, dass Sylvester Stallone beim Dreh eines Sci-Fi-Hits eine Schutzweste brauchte
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Wesley Snipes war einer der führenden Action-Stars der 90er-Jahre. Beim Dreh zu „Demolition Man“ war er auf dem Höhepunkt seiner Fitness, Athletik und Kraft – weshalb es für eine andere echte Action-Ikone nicht ohne Schutzausrüstung ging!

Trotz seiner Erfolge mit Gangsterfilmen („New Jack City“) und Komödien („Weiße Jungs bringen's nicht) ist der Name Wesley Snipes vor allem mit einem Genre verbunden: mit temporeichen, kompromisslosen Actionfilmen. Durch seine packenden Darstellungen in Streifen wie „Passagier 57“ (1992) und „Drop Zone“ (1994) wurde Snipes in den 90er-Jahren zu einem der größten Actions-Stars in Hollywood. Ab 1998 verkörperte Snipes den "Daywalker" Blade in drei düsteren, stilprägenden Filmen, die heute Kultstatus genießen.

Zwischen "Passagier 57" und "Drop Zone" fiel die Produktion des Sci-Fi-Actioners „Demolition Man“ unter der Regie des Italieners Marco Brambilla. Darin liefern sich Sylvester Stallone als aufgetauter Cop und Snipes als über Leichen gehender Krawall-Gangster ein hitziges Duell im Amerika des Jahres 2032. Der Film entwickelte sich zu einem der größten kommerziellen Erfolge in der Karriere von Snipes. Und: Er war zur Zeit der Entstehung so gut in Form und trainiert, dass selbst Action-Ikone Stallone beeindruckt war – und bei den harten Kampfszenen nicht ohne Schutzweste auskam!

"Er war auf dem Höhepunkt"

Der damals 31-jährige, aus Orlando stammende Schauspieler war seit frühester Zeit ein echter Martial-Arts-Experte. Snipes begann im Alter von zwölf Jahren mit dem Kampfsporttraining, neben Karate und Hapkido beherrschte er Capoeira, verschiedene Kung-Fu-Stile, Jiu-Jitsu und Kickboxen. Bis heute erinnert sich Stallone regelrecht ehrfurchtsvoll an die außerordentliche körperliche Fitness seines Kollegen – und wie leidenschaftlich er beim Dreh zu „Demolition Man“ zu Werke ging. „Wesley hat wirklich alles gegeben und eine sehr einprägsame Figur geschaffen. Mit seinen Haaren, seiner Stimme – das war richtig gut. Er war damals auf dem Höhepunkt seines Könnens“, sagte Stallone jetzt in einem Interview mit dem Magazin GQ (via SlashFilm).

Demolition Man
Demolition Man
Starttermin 2. Dezember 1993 | 1 Std. 55 Min.
Von Marco Brambilla
Mit Sylvester Stallone, Wesley Snipes, Sandra Bullock
Pressekritiken
2,5
User-Wertung
3,9
Filmstarts
3,5

Stallone und Snipes sind in einigen heftigen, intensiven (Nah-)Kampf- und Actionszenen gemeinsam zu sehen. Und da Stallone bei seinen Actionsequenzen seit jeher großen Wert auf Realismus legt, ließ er Snipes ordentlich austeilen – und zutreten! Ohne Schutz ging es für den erfahrenen, damals 47-jährigen Action-Star deshalb nicht. „Als wir die Tritte geübt haben, trug ich eine Platte am Oberkörper, sodass Wesley wirklich austeilen konnte. Ich habe das gespürt – das war gut“, so Stallone. Er spielte damit auf die bei Stunts und Actionszenen häufig zum Einsatz kommenden, speziellen Schutzwesten mit Platten an, die meist um den Oberkörper getragen werden.

Trotz – oder gerade wegen – der brutalen Fights: Snipes und Stallone haben seit „Demolition Man“ ein gutes Verhältnis. Nach Snipes‘ Haftentlassung (der Schauspieler saß wegen Steuerhinterziehung von 2010 bis 2013 ein) verschaffte ihm Stallone eine Rolle in „The Expendables 3“ (2014). Im GQ-Interview hatte Stallone für seinen Kollegen generell nur wohlwollende Worte übrig und bescheinigte dem bald 63-jährigen Darsteller noch immer eine exzellente Fitness: „Er ist ein wilder Kerl und guter Kämpfer. Sehr energiegeladen.“

Vor beinahe einem halben Jahrhundert kam Stallone mit seiner wohl ikonischsten Rolle in die Kinos: dem Boxer-Drama „Rocky“. Doch um das zu ermöglichen, gab er die Rechte an dem Film ab, um selbst die Hauptrolle spielen zu können. Was er heute darüber denkt, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

"Dämliche, nutzlose Aaasgeier": So heftig rechnete Sylvester Stallone mit den "Rocky"-Produzenten ab

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