Sylvester Stallone geht steil auf die 80 zu, doch sein Ruhestand ist noch längst nicht in Sicht – die dritte Staffel seiner Gangsterserie „Tulsa King“ ist vor Kurzem bei Paramount+ erschienen. Der größte Triumph des gebürtigen New Yorker bleibt aber sicherlich „Rocky“. Mitte der 1970er-Jahre schrieb sich Stallone die Rolle des Boxers und Außenseiters selbst auf den Leib – und sorgte damit nicht nur für einen Überraschungserfolg, sondern lieferte auch den Startschuss zu einem mehrere Fortsetzungen und Spin-offs umfassenden Franchise. Doch auch wenn ihn Rocky Balboa zum weltweiten Superstar machte, wurde der Film gleichzeitig zu seiner vielleicht größten Wunde.
Vom Underdog zum Weltphänomen: Wie Stallone "Rocky" erschuf und dann wieder verlor
Mitte der 1970er-Jahre war Sylvester Stallone noch ein namenloser Schauspieler, der kaum Rollen bekam. Frustriert setzte er sich daraufhin an die Schreibmaschine und erfand Rocky Balboa, seine wohl persönlichste künstlerische Schöpfung. Denn die Geschichte vom Außenseiter, der sich mithilfe seines puren Willens gegen alle Widerstände stellt und seinen Träumen nachgeht, war auch ein Spiegel seines eigenen Lebens.
Trotz seines Talents musste Stallone aber einen hohen Preis zahlen, um den Film überhaupt vor die Kamera bringen zu dürfen. Da die Studios nicht an ihn als Hauptdarsteller glaubten und er außerdem in Geldnöten steckte, gab er die Rechte an „Rocky“ ab, auch um selbst die Hauptrolle zu spielen zu können.
Das Risiko zahlte sich bekanntlich aus: Das Sportdrama wurde zum größten Kino-Hit des Jahres, gewann 1977 den Oscar für den Besten Film, und Stallone avancierte zur Hollywoold-Ikone. Über Jahrzehnte hinweg prägte Stallone als Autor und Darsteller die von ihm geschaffene Reihe, die heute aus fünf „Rocky“-Teilen und drei „Creed“-Spin-offs besteht. Die Kontrolle über das geistige Eigentum lag jedoch weiter beim Produzenten-Duo Irwin und David Winkler. Dieser Umstand bereitet Sly bis heute großen Frust, dem er auf Instagram Luft machte (via Vanity Fair).
"Wenn Winkler nicht wäre, gäbe es mindestens drei weitere ‚Rocky‘-Filme."
Was wie ein typischer Hollywood-Rechtsstreit klingt, ist für Sylvester Stallone etwas viel Persönlicheres. Denn Produzent Irwin Winkler und dessen Sohn David besitzen seit dem ersten „Rocky“ die vollständige Kontrolle darüber, wie es mit dem Franchise weitergeht, während Stallone selbst kaum etwas zu sagen hat.
Auf Instagram fand er deutliche Worte für die beiden. David Winkler bezeichnete er als „dämliches, nutzloses Aasgeier-Kind“ und dessen Vater als „erbärmlich“. Beide nannte er zudem „Parasiten“.
Dazu kommt noch, dass MGM schon lange einen „Rocky“-Ableger über Drago mit Dolph Lundgren planen – Balboas ikonischen Rivalen aus dem 4. Rocky-Teil. Stallone selbst hätte dem Projekt längst zugestimmt, doch ihm fehlen die Rechte. Also richtet er sich öffentlich an jene, die seit fast fünf Jahrzehnten bestimmen, ob und wie „Rocky“ weiterlebt: „Wenn Winkler nicht wäre, gäbe es mindestens drei weitere ‚Rocky‘-Filme. Das wäre wunderbar gewesen.“
Übrigens: Auch von einem seiner anderen Klassiker wollte Stallone die Rechte zurückhaben – allerdings aus völlig anderen Gründen! Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel: