Wenn Schauspieler*innen auf ihre Stunt-Koordinatoren treffen, kann es schon mal zu intensiven Diskussionen kommen. Schließlich geht es für den jeweiligen Hollywood-Star darum, auf der Leinwand am Ende möglichst gut auszusehen. Olivier Schneider kann ein Lied davon singen: Der französische Stunt- und Kampfchoreograf hat bereits mit Größen wie Daniel Craig oder Liam Neeson gedreht und war außerdem maßgeblich an der Action des „Fast & Furious“-Franchise beteiligt. Ganz besonders prägend war aber seine Begegnung mit „The Equalizer“-Darsteller Denzel Washington!
Schneider und Washington haben für den Action-Thriller „Safe House“ zusammengearbeitet, der im Jahr 2012 in die Kinos kam. Washington spielt darin den berüchtigten Verbrecher Tobin Frost, der nach einem Angriff auf ein CIA-Versteck ausgerechnet mit dem jungen Agenten Matthew James Weston (Ryan Reynolds) die Flucht antreten muss.
Bereits vor Drehbeginn stand Schneider dabei vor einer großen Herausforderung: Er musste Washington die von ihm vorbereiteten Kampfchoreografien präsentieren – und der zweifache Oscar-Preisträger („Philadelphia“, „Training Day“) machte ihm diese Aufgabe nicht gerade leicht.
„Am ersten Tag, an dem ich ihn traf, zeigte ich ihm die Previsualisierungen – also Szenen, die ich mit Stuntleuten und seinem Double vorab gefilmt hatte“, erklärt Schneider in einem Interview mit Legend (via AlloCiné). „Ich wollte ihm zeigen, wie die Kämpfe ablaufen sollten und was genau er selbst spielen würde. Er stellte mir Fragen, um herauszufinden, ob ich den Drehbuchstoff wirklich durchdrungen, ob ich meine Hausaufgaben gemacht hatte.“
Denzel Washingtons ungewöhnliche Forderung
Dann kam der Moment, der Schneider bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Washington ließ sich eine bestimmte Kampfszene gleich mehrfach vorspielen, bevor er die Präsentation mit folgenden Worten unterbrach: „Nein, da hat er mich sechs Mal getroffen und ich ihn nur fünf Mal. Ich bin der Star des Films – er darf mich kein einziges Mal mehr treffen!“
Schneider musste eine Menge Überzeugungsarbeit leisten: „Dieser Gegner ist dein Hauptantagonist“, habe er Washington nach eigenen Aussagen entgegnet. „Du kämpfst später noch einmal gegen ihn. Was bringt ein finales Duell, wenn du ihn schon beim ersten Aufeinandertreffen klar besiegst?“ Washington lenkte also ein – wenn auch nicht ohne eine letzte Anpassung: „Gut, dann trifft er mich fünf Mal – und ich ihn auch fünf Mal!“
Washington kann also offenbar ganz schön stur sein – übrigens auch, wenn es um die Oscars geht. Warum er seit 25 Jahren keinen Gebrauch mehr von seinem Stimmrecht als Academy-Mitglied macht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Sie ignorieren mich, ich ignoriere sie": Deshalb stimmt Denzel Washington seit 25 Jahren nicht mehr für die Oscars abDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels. Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.