Er ist Oscar-Preisträger, hatte eine kurze Phase als Action-Ikone, versauerte zwischendurch in DVD-Grabbeltischware (in der er üblicherweise dennoch mit vollstem Einsatz aufspielte) und ist ein innig verehrter Darsteller, der vor Passion für sein Metier geradezu platzt: Nicolas Cage ist ein Top-Schauspieler mit kuriosem Karriereverlauf voller Höhen, Tiefen und Verwirrungen!
Über 100 Filme befinden sich bereits in seiner Vita, die ihn als exzentrische, introvertierte, tolldreiste und duckmäuserische Figuren gezeigt haben. Nun könnt ihr ihn ganz einfach in einer seiner stärksten Rollen sehen: Heute, am 14. Dezember 2025, zeigt arte ab 20.15 Uhr „Tricks“ von „Blade Runner“-Regisseur Ridley Scott! Außerdem könnt ihr den Film auf diversen Plattformen, etwa bei Amazon Prime Video, als VOD beziehen:
Darum geht es in "Tricks"
Roy Waller (Nicolas Cage) leidet unter Zwangsstörungen und muss haufenweise Medikamente schlucken, um sie in den Griff zu kriegen. Doch als der Profi-Betrüger eines Tages seinen Tablettenvorrat verliert, muss er neue Sitzungen bei seinem Psychiater vereinbaren, damit dieser ihm ein Rezept ausstellt. Während dieser Sitzungen offenbart sich, dass Roy vor 14 Jahren eine Frau verlassen hat, die von ihm schwanger war.
Roys Psychiater rät ihm dazu, mit seiner ihm bislang völlig unbekannten Tochter Angela (Alison Lohman) Kontakt aufzunehmen. Und tatsächlich lindern sich daraufhin seine Symptome. Dass Angela durchaus Freude am Beruf ihres Vaters hat, kommt ihm dabei gerade recht. Denn parallel zur Aufarbeitung der Beziehung zu seiner Tochter plant Roy einen gewaltigen Coup – einzig und allein, um seinen vernachlässigten Geschäftspartner Frank (Sam Rockwell) bei Laune zu halten...
Aufgekratzt und dennoch einfühlsam
Gewiss, der neurotische Trickbetrüger Roy Waller ist kein Rob aus „Pig“, Castor Troy (oder Sean Archer) aus „Face/Off“, Ben Sanderson aus „Leaving Las Vegas“ oder Charlie (und Donald) Kaufman aus „Adaption“. Trotzdem reiht sich der „Tricks“-Protagonist mühelos ins obere Fünftel an Rollen, die es in der reichhaltigen, mannigfaltigen Vita eines Nicolas Cage zu entdecken gibt:
Obwohl Roy zahlreiche Obsessionen hat und ein Agoraphobiker sowie Germaphobe ist, spielt Cage ihn nicht als wirre Witzfigur, sondern als nachdenklichen Mann voller bittersüßer Züge. Der hegt eine komplexe Beziehung zu seinen kriminellen Energien, seiner cholerischen Ader und seinem exzentrischen Auftreten. Cages Spiel befeuert den Umstand, dass Roy aufgrund seiner zahlreichen Macken, Schwächen und Angewohnheiten leicht zu unterschätzen ist – was wiederum sowohl Roys Charakterzeichnung als auch dem Plot sowie der Thematik des Films zugutekommt:
„Tricks“ ist eine Ganovenposse mit blaumütigen Anflügen, die sich damit auseinandersetzt, wie vorschnell wir Leute in Schubladen stecken, wie es sich anfühlt, selbst vorverurteilt zu werden, und wie knifflig der Prozess sein kann, gegen das eigene Image zu arbeiten. Durch die tragikomische, behände erfolgte Verschränkung der Betrugsmasche- und Familienbande-Handlungsfäden gerät dies sowohl abwechslungsreich als auch, trotz gebotener Unaufdringlichkeit, umfassend. Hinzu kommt, dass Cage von fähigen Ko-Stars umgeben ist: „Moon“-Star Sam Rockwell und „Drag Me To Hell“-Mimin Alison Lohman können mit ihm in dick aufgetragenen Momenten ebenso mithalten wie in introspektiven Augenblicken.
Übrigens: „Tricks“ war eingangs nicht als Ridley-Scott-Film geplant! Zuvor waren schon „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“-Macher Robert Zemeckis und Steven Spielberg für den Regieposten im Gespräch. Letzterer stieg aber aus, um stattdessen folgende Betrugsgeschichte zu inszenieren:
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